Fußball: 3. Liga
Scherders Eigentor wirft Preußen Münster weit zurück

Chemnitz -

Die dritte Nullnummer in Serie war auf dem Weg, es fehlten noch wenige Zeigerumdrehungen bis zu einem hoffnungsvollen Ende des Abstiegsduells des SC Preußen Münster beim Chemnitzer FC. Doch dann fiel der Treffer des Tages, ein ganz bitterer durch Simon Scherder, der den Ball unglücklich im eigenen Kasten versenkte und seine Preußen damit in arge Nöte bringt.

Dienstag, 16.06.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 22:17 Uhr
Bittere Pille: Unglücksrabe Simon Scherder mit dem perfekten Mund-Nase-Schutz nach dem entscheidenden Eigentor.
Bittere Pille: Unglücksrabe Simon Scherder mit dem perfekten Mund-Nase-Schutz nach dem entscheidenden Eigentor.

Der schmutzige und lange währende Abnutzungskampf fand ein fatales Ende. Preußen Münster verlor das Schlüsselspiel beim Chemnitzer FC durch ein Eigentor von Simon Scherder in der allerletzten Minute der regulären Spielzeit noch mit 0:1 (0:0) – und erlitt damit einen mehr als empfindlichen Rückschlag im Rennen um den Klassenerhalt. Fünf Spiele bleiben, doch die Aussichten auf eine erfolgreiche Aufholjagd sind schlagartig gesunken.

Ein Punkt wäre hier okay gewesen.

Sascha Hildmann

„Ein Punkt wäre hier okay gewesen“, sagte Trainer Sascha Hildmann spürbar zerknirscht. „In der ersten Hälfte hat jeder gemerkt, dass hier zwei Teams gegen den Abstieg kämpfen. Es war sehr zäh. Viele Fehler, kaum Struktur. Nach der Pause wurde es wilder, schneller. Das wollten wir. Am Ende hatte der Gegner Glück.“

Die Gäste sahen sich zunächst großem Druck ausgesetzt, ohne auf den letzten Metern in Bedrängnis zu geraten. Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich in der SCP-Hälfte ab, wo Interimsabwehrchef Okan Erdogan gut in die Begegnung fand. „Wir wurden anfangs schon nach zwei, drei Pässen angelaufen“, sagte er. „Aber es hat allgemein gut geklappt. Wir haben ja kaum Möglichkeiten zugelassen.“

Es ging von der ersten Sekunde an hitzig auf dem Rasen zu, auch die Bank, die ja zurzeit eher Tribüne ist, trug beiderseits dazu bei. Münster verursachte früh zu viele Standards, verlor dazu den Ball im Aufbau zu schnell. Alles in allem ein geradezu ängstlicher Auftakt.

33. Spieltag - Saison 2019/20: Chemnitzer FC - Preußen Münster

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  • Am 33. Spieltag der 3. Liga musste SCP-Spieler Heinz Mörschel mit seinen Mitspielern zu einem Konkurrenten reisen.

    Foto: Stefan Graupner
  • Das Duell von Preußen Münster beim Chemnitzer FC ist ein klassiches "Kellerduell". 

    Foto: Stefan Graupner
  • Im Kampf um den Klassenerhalt zählt nur voller Einsatz.

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  • Sowohl die Chemnitzer wie auch die Münsteraner stecken mitten im Abstiegskampf.

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  • Eine hart umkämpfte Partie entwickelte sich.

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  • Fußballerische Leckerbissen blieben die Ausnahme - auf beiden Seiten fehlte die Qualität.

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  • Erst kurz vor Ende fiel der erste Treffer: Die Chemnitzer gingen durch ein Eigentor in in der 90. Spielminute mit 1:0 in Führung. Simon Scherder war der Unglücksrabe.

    Foto: Stefan Graupner
  • Den Preußen blieben nur noch wenige Spielminuten, um den Rückstand umzubiegen.

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  • Doch es reichte nicht mehr: Der Chemnitzer FC siegte mit 1:0 - ohne selbst ein Tor geschossen zu haben.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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  • Foto: Stefan Graupner

Nach rund 20 Minuten wagte sich Preußen immerhin vermehrt in die andere Hälfte. Die erste dicke Chance hatten aber die Sachsen durch einen Freistoß von Rafael Garcia, den Keeper Max Schulze Niehues buchstäblich um den Pfosten lenkte (28.). Das war dann aber auch die einzige nennenswerte Szene. Die Adler legten zwar die anfängliche Scheu irgendwann ab und hielten in den harten Zweikämpfen dagegen, doch nach vorne fehlte es an Einfallsreichtum.

Vier Wechsel

Vier Wechsel nahm SCP-Trainer Sascha Hildmann wiederum vor. Für den gesperrten Abwehrchef Jan Löhmannsröben rückte Okan Erdogan von der Sechs in die Mitte der Dreierkette. Heinz Mörschel kehrte im Zuge dessen ins zentrale Mittelfeld zurück. Auf der linken Bahn löste Alexander Rossipal diesmal Niklas Heidemann ab. Als Sturmspitze ersetzte Marco Königs den zuletzt unglücklichen Luca Schnellbacher, links begann Maurice Litka für den verletzten Philipp Hoffmann.

Ole Kittner war zwar (wie Königs) zurück im 18er-Aufgebot, wartete aber vergeblich auf sein Startelf-Debüt unter Trainer Hildmann.Vier Wechsel nahm SCP-Trainer Sascha Hildmann wiederum vor. Für den gesperrten Abwehrchef Jan Löhmannsröben rückte Okan Erdogan von der Sechs in die Mitte der Dreierkette. Heinz Mörschel kehrte im Zuge dessen ins zentrale Mittelfeld zurück.

Auf der linken Bahn löste Alexander Rossipal diesmal Niklas Heidemann ab. Als Sturmspitze ersetzte Marco Königs den zuletzt unglücklichen Luca Schnellbacher, links begann Maurice Litka für den verletzten Philipp Hoffmann. Ole Kittner war zwar (wie Königs) zurück im 18er-Aufgebot, wartete aber vergeblich auf sein Startelf-Debüt unter Trainer Hildmann.

...

Der erste Kontakt war fast immer auch gleichzeitig der letzte für die Angriffsreihe. Unterstützung kam selten, und da auch Chemnitz das letzte Risiko vermied, waren die Abwehrspieler hüben wie drüben in Überzahl.

Zur Pause kam bei den Hausherren Tarsis Bonga, der für Belebung sorgte und auch einen Warnschuss (52.) abgab. Doch auch die Münsteraner kamen jetzt dem Strafraum immer näher. Anders als sechs Tage zuvor in Großaspach gaben sie ihre defensive Grundhaltung ein wenig auf. Auch die Einwechslung von Lucas Cueto und Luca Schnellbacher war ein Signal in diese Richtung.

Königs verfehlt das Ziel

Marco Königs probierte es mal mit einer Direktabnahme (59.), doch da fehlten einige Meter zum Ziel. Nach 64 Minuten regte sich dann endlich mal was. Tobias Müller prüfte Schulze Niehues. Im direkten Konter spielte Schnellbacher Cueto frei, der gekonnt abzog, doch Torhüter Jakub Jakubov lenkte die Kugel zur Ecke. Es blieb trotz dieser kurzzeitigen Erosion ein zähes Ringen. Der SCP hatte kurzzeitig mehr Spielkontrolle, aber aufmachen wollte immer noch keine der beiden Mannschaften auf den Abstiegsrängen.

Bester Mann wird zum Unglücksraben

Der eingewechselte Joel Grodowski kam kurz vor Schluss nach einer Bonga-Bogenlampe aus der Drehung zum Abschluss, doch sein Versuch zischte am Kasten vorbei (82.). Trotzdem gehörten die Schlussminuten eher wieder den „Himmelblauen“. Als Bonga rechts Oliver Steurer davon lief, musste Simon Scherder in allerhöchster Not vor dem einschussbereiten Dejan Bozic retten (85.).

Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet der in dieser Szene noch so umsichtige Verteidiger, der bis dahin bester Mann seines Teams war, kurz darauf einen eigentlich harmlosen Flanken- oder Schussversuch von Pascal Itter unhaltbar mit dem Kopf ins eigene Tor ablenkte, nachdem auch Steurer das Leder noch leicht berührt hatte. Entsetzen bei den wenigen Münsteranern im Stadion. „Es ging um viel und war sehr zerfahren“, sagte Fridolin Wagner. „Und dann so ein Ende ...“ Die Hoffnungen auf den Ligaverbleib erhielten mehr als einen Dämpfer.

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