Fußball: 3. Liga
2:1 gegen Zwickau: Mörschel lässt die Preußen ganz spät jubeln

Münster -

Was war das für ein dramatisches Ende: 0:1 lag der SC Preußen Münster im ultimativen Kellerduell gegen den FSV Zwickau zurück, das Abstiegsgespenst kreiste direkt über den Köpfen der Preußen. Doch dann schlugen die Minuten von Heinz Mörschel, der zunächst ausglich und dann in der Nachspielzeit vom Punkt die Nerven behielt. Wahnsinn, die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist noch da.

Mittwoch, 24.06.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 22:28 Uhr
Heinz Mörschel (l.) war der Held des Abends und wurde mit Recht von seinen Teamkollegen gefeiert. Erst glich der Mittelfeldspieler in der 79. Minute zum 1:1 aus, dann behielt er beim Elfmeter die Nerven.
Heinz Mörschel (l.) war der Held des Abends und wurde mit Recht von seinen Teamkollegen gefeiert. Erst glich der Mittelfeldspieler in der 79. Minute zum 1:1 aus, dann behielt er beim Elfmeter die Nerven. Foto: Jürgen Peperhowe

Totgesagte leben länger. Als niemand mehr einen Pfifferling auf den SC Preußen Münster gegeben hätte, drehte der abstiegsgefährdete Fußball-Drittligist das Kellerkinderduell gegen den FSV Zwickau . Dann kam Heinz Mörschel , von dem gut 75 Minuten lang wenig zu sehen war. Er machte in den Schlussminuten den Unterschied, er besorgte den Adlerträgern den 2:1 (0:0)-Heimsieg, sein 1:1 nach 78 Minuten war nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer.

Die Nachspielzeit war bereits abgelaufen, als Mörschel zum Elfmeter anlief, der Druck muss tonnenschwer auf seinen Schultern gelastet haben – aber er verwandelte sicher. Münster meldet sich im Abstiegskampf wieder. Wahnsinnsfinale einer Partie, die lange nur das Prädikat ruppiger Abstiegskampf verdient gehabt hatte. „Wir haben immer daran geglaubt. Ich fand, es war ein gutes Spiel von uns“, meinte Mörschel. Und fügte an: „Nach dem 0:1 haben wir richtig Fußball gespielt.“ Dennoch war es ein Drahtseilakt, diesen unbedingt notwendigen Heimsieg zu bewerkstelligen. Last-Minute-Erfolg, eher noch ein Sieg in der letzten Sekunde war das, weil Mörschel traf: „Ich war mit total sicher, dass ich verwandeln werde.“ Die Preußen jubelten wie beim Gewinn einer Meisterschaft.

Schwache erste Halbzeit

Lange sah das ganz anders aus. Fast 30 Spielminuten waren in der Hitze zerronnen, als das Zwickauer Gehäuse erstmals in Gefahr geriet. Kennzeichnend für die Partie war allerdings, dass es ein ambitionierter Rückpass von Nils Miatke war, der Tormann Johannes Brinkies auf dem falschen Fuß erwischte. Nur nach einer belanglosen halben Stunde, in der eher die Gäste etwas für die Spielkultur in der Offensive getan hatten, war das ein Weckruf für die Preußen?

35. Spieltag - Saison 2019/20: Preußen Münster - FSV Zwickau

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  • Die Trainer Enochs (Zwickau) und Hildmann (Preußen) geben sich vor dem Spiel die Hand.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Spieler vom SC Preußen warten auf ihren Einsatz.

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  • Scherder im Zweikampf gegen Johannes Dörfler

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  • Rossipal klärt die Situation

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  • Mörschel hat den Ball

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  • Wagner vergibt Kopfball gegen TW Johannes Brinkies

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  • Schulze Niehues hält den Ball

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  • Steurer gegen Maurice Hehne

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  • Sportdirektor Malte Metzelder verfolgt das Spiel

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  • Preußen-Präsident Strässer

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  • Steurer holt sich den Ball

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  • Löhmannsröben gegen Ronny König

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  • Wagner gegen Gerrit Wegkamp

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  • Löhmannsröben gegen Ronny König

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  • Maurice Hehne gegen Scherder und Mörschel

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  • Tor von Mörschel gegen TW Johannes Brinkies

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  • Tor von Mörschel gegen TW Johannes Brinkies

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  • Tor von Mörschel gegen TW Johannes Brinkies

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  • Elfmetertor durch Mörschel gegen TW Johannes Brinkies

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  • Jubel mit Mörschel

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  • Jubel mit Mörschel

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  • Preußen-Trainer Hildmann spricht mit dem Team

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  • ubel mit Mörschel

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  • Trainer Hildmann freut sich über Mörschels Tor

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  • Jubel mit Mörschel

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  • Tor für Zwickau durch Gerrit Wegkamp gegen TW Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe

Das waren ganz schwache 45 Minuten, in denen die Zwickauer bei ihren Chancen aber auch keinen Charme versprühten. Als Lucas Cueto (32.) beim Torschuss geblockt wurde und Fridolin Wagners Kopfball (36.) sein Ziel verfehlte, war es um die preußische Offensive auch schon getan. Das war viel zu wenig für eine Mannschaft, die unbedingt gewinnen musste. Und der SCP ohne jeden Ansatz von Offensivgeist war damit 471 Minuten ohne Torerfolg.

Wegkamp per Kopf

Nach dem Wechsel ein anderer SCP, Schauertes gefährlicher Pass in den Strafraum fand keinen Abnehmer, wenig später kann Simon Scherder aus acht Metern abschließen – im springt der Ball an die Hand. Dann der Auftritt von Lucas Cueto (52.), der nach tollem Solo aber am ausgefahrenen linken Fuß von Brinkies scheitert, vier Minuten später ist es erneut der Rechtsaußen beim Abschluss. Das war mal ein vernünftiger Beginn aus Sicht der Preußen. Hoffnung keimte auf.

Dann das 0:1, weil Gerrit Wegkamp nach einem Freistoß von Miatke unbedrängt einköpfen durfte. Noch ein Gegentor näher am Abgrund, am Abstieg. Auch weil Luca Schnellbacher und Jan Löhmannsröben am glänzenden Brinkies im Doppelpack scheiterten.

Und doch wieder ein Anflug von irgendeiner Hoffnung: Mörschel bugsiert den Ball, eine Flanke von Joel Grodowski, nach 78 Minuten ins Tor, 504 Minuten hatte der SCP darauf gewartet. 1:1. Geht da noch was?

Die dritte Minute der Nachspielzeit lief, als Grodowski in den Strafraum drängte, Brinkies ausspielte und vom Tormann gefoult wurde. Elfmeter für Münster, und Mörschel macht’s. Münster bleibt im Rennen um den Klassenerhalt. Mörschels letzte Wort vor dem Sprung in die regenerative Eistonne: „Der Sieg wird uns richtig Kraft geben für die letzten drei Spiele.“

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