Fußball: 3. Liga
Torlos in Mannheim: Waldhof und Münster trennen sich 0:0

Mannheim/Münster -

Keine Tore in Mannheim. Die Preußen haben aus dem 1:1 der Chemnitzer am Freitag in Uerdingen keinen Nutzen gezogen. Trotz guter Ansätze und einem Pfostenschuss von Maurice Litka rutschten die Gäste durch das 0:0 am Samstag im Carl-Benz-Stadion wieder auf Rang 18, weil der FSV Zwickau zeitgleich die Eintracht aus Braunschweig um Ex-Trainer Marco Antwerpen mit 3:2 bezwang. Eine verrückte Liga. Zwei Endspiele verbleiben, um das Unmögliche doch noch wahr zu machen. Es wird knapp.

Samstag, 27.06.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 17:07 Uhr
Fußball: 3. Liga: Torlos in Mannheim: Waldhof und Münster trennen sich 0:0
Preußen Münsters Maurice Litka behauptet den Ball. Foto: Sebastian Sanders

Zwischen 2013 und 2016 war Pep Guardiola Coach des FC Bayern München. Er holte sagenhafte 2,52 Punkte pro Spiel. Eine Bilanz, die auf Jahrzehnte uneinholbar sein dürfte. Damit ist er im deutschen Oberhaus Spitze. Es wäre vermessen zu sagen, Sascha Hildmann sei in Liga drei mit den Preußen auf einem guten Weg in diesen Dunstkreis. Aber immerhin: Vor Mannheim holte er in 15 Spielen 22 Punkte, das macht einen Schnitt von 1,47 Zähler pro Spiel. Und auch der eine Punkt beim Favoriten aus Baden-Württemberg war ordentlich. Das können andere schlechter.

Wie schon gegen den FSV Zwickau am Mittwoch ging es raus in einen Glutofen, über dem schmucken Carl-Benz-Stadion stand die Luft, an die 30 Grad in Mannheim. Das geht an die Substanz. Hildmann hatte sein Team nach dem jüngsten 2:1 auf zwei Positionen verändert. Für den gesperrten Kapitän Julian Schauerte und den zuletzt enttäuschenden Fridolin Wagner durften Maurice Litka und Winterzugang Marco Königs von Beginn an ran. Der Coach warf alles ins Feuer, spielte erstmals im 4:4:2, Offensive pur. Simon Scherder, Jan Löhmannsröben, Oliver Steurer und Alexander Rossipal stellten die Viererkette, davor auf der Sechs agierte Heinz Mörschel an der Seite von Okan Erdogan. Litka über die linke Flanke, Lucas Cueto über rechts sollten Impulse geben für die Angreifer Luca Schnellbacher und Königs. „Wir müssen powern“, sagte Hildmann unmittelbar vor dem Spiel. Überraschend saßen Seref Özcan und Kevin Rodrigues Pires nicht mal auf der Bank.

Bei den Platzherren coachte Benjamin Sachs für den gesperrten Ex-Profi Bernhard Trares. Der wurde beim 0:2 jüngst in Ingolstadt auf die Tribüne verbannt, witterte später sogar eine Verschwörung. „Die Unparteiischen waren parteiisch“, so der 54-Jährige. Die Nerven liegen mitunter blank in diesen Zeiten. Eine Englische Woche jagt in der 3. Liga die nächste.

36. Spieltag – Saison 2019/20: Waldhof Mannheim – Preußen Münster

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  • Duell zwischen Michael Schultz und Luca Schnellbacher.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Kampf um den Ball: Münsters Heinz Mörschel und Mannheims Max Christiansen.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Gianluca Korte und Marco Schuster bringen Lucas Cueto in Bedrängnis.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Maurice Litka setzt sich durch.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Fotos aus Mannheim.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
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  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders

Mannheim begann forsch, wohl wissend, dass der Aufstiegszug in Richtung 2. Liga noch nicht ohne die Waldhof-Buben abgefahren ist. Arianit Ferati versprühte bereits nach sechs Minuten erste Gefahr, als er sich bis in die Box der Preußen gedribbelt hatte, Jan Löhmannsröben aber energisch dazwischen ging. Vier Minuten später war es Mohamed Gouaida, der die beste Chance im ersten Abschnitt auf dem Puschen hatte, seinen Schuss aus acht Metern parierte Münsters Nummer eins, Max Schulze Niehues, glänzend. Puh, das war knapp. Von Entlastung keine Spur, Münster wirkte in dieser Phase in der eigenen Hälfte wie gefangen. Nach 18 Minuten klärte Alexander Rossipal in höchster Not gegen den einschussbereiten Kevin Koffi. Vier Minuten drauf war es einmal mehr Gouaida, der den Ball nicht richtig traf. Es dauerte eine halbe Stunde, bis sich die Preußen freispielten, einen Konter über Lucas Cueto entschärfte Mannheims Schnapper Timo Königsmann fein mit beiden Fäusten. Sicher ist sicher. Königsmann klärte in der dritten Minute der Nachspielzeit in Hälfte eins auch artistisch gegen Maurice Litka, mit etwas Glück hätte Münster gar führen können. Wenn auch nicht verdient. „Wir haben uns zu Beginn sehr schwergetan“, bilanzierte Preußen-Boss Malte Metzelder zur Pause. „In den zweiten 45 Minuten müssen wir noch mal alles rausfeuern.“ Eine klare Ansage.

Mannheims Schuster trifft die Latte

Mut machte die erste Aktion über Simon Scherder, der auf Luca Schnellbacher abtropfen ließ. Blöd, dass Münsters Offensivkraft im Abseits stand. Riesenglück hatte das Gründungsmitglied der Bundesliga in Minute 53, als Marco Schuster aus der zweiten Reihe einfach mal draufhielt und die Latte traf. Schule Niehues sah dem Leder verdutzt nach. Aber auch der SCP hatte jetzt seine Aktionen, Litka schnappte sich am linken Strafraumeck 16 Meter vor dem Tor den Ball und hielt mit links drauf. Pfosten. Was für ein Pech in der 58. Minute. Hildmann brachte nach 60 Minuten Joel Grodowski für den glücklosen Marco Königs. Später durfte Fridolin Wagner für Litka drauf (74.). Alles oder nichts.

Schulze Niehues hält die Null

Schulze Niehues war es zu verdanken, dass die Null hielt, Münsters Torsteher vereitelte das 0:1 nach 76 Minuten, als er einen Schuss des eingewechselten Mete Celik entschärfte. Heinz Mörschel prüfte auf der anderen Seite Königsmann (82.). Okan Erdogan traute sich in der 85. Minute was, zog aus 25 Metern ab, der Schuss zwang Königsmann zu einer Flugeinlage. Dann lagen in der Nachspielzeit die Nerven blank. Preußens „Co“ Louis Cordes rückte den Ball auf der Bank nicht sofort raus und sah die Rote Karte wegen Spielverzögerung. Eine harte Entscheidung. Und dann war Schluss. „Wir haben alles reingeworfen. Ich denke, das 0:0 ist gerecht. Es sind noch sechs Punkte zu vergeben. Wenn wir die holen, bin ich sicher, dass wir drinbleiben“, glaubt Maurice Litka.

Mittwoch kommt der SV Meppen, dann geht es nach Magdeburg. Die Woche der Entscheidung.

Waldhof Mannheim: Königsmann – Marx (86. Bouziane), Schultz, Conrad, Hofrath (45. Celik) – Christiansen, Schuster – Ferati (66. Flick), Korte, Gouaida (86. Just) – Koffi (66. Soulejmani)

Preußen Münster: Schulze Niehues – Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Rossipal – Erdogan, Mörschel, – Cueto (90.+2 Heidemann), Litka (74. Wagner) – Schnellbacher, Königs (59. Grodowski)

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

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