Fußball: 3. Liga
Preußen Münster prüft Gang vor Zivilgericht

Der aus der 3. Fußball-Liga abgestiegene SC Preußen Münster prüft nach dem abgewiesenen Widerspruch des DFB-Bundesgerichts den Gang vor ein ordentliches Gericht.

Montag, 13.07.2020, 12:44 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 12:55 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen Münster prüft Gang vor Zivilgericht
Foto: WN

„Als Club hatten wir uns von Anfang an die Möglichkeit von Rechtsmitteln vor einem Zivilgericht offengehalten, da nicht davon auszugehen war, dass wir vor der Sportgerichtsbarkeit des DFB erfolgreich sein werden“, teilte der Club am Montag auf Anfrage mit und bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Derzeit gehe es noch darum, gegen die diversen „Urteile“ des DFB die Berufungsfristen zu wahren, um dann gegebenenfalls einen Prozess vor einem Schiedsgericht anzustreben, hieß es weiter.

Der SC Preußen war vor dem Bundesgericht des Verbandes bereits am 3. Juli mit dem Widerspruch gegen den Beschluss des DFB-Bundestages gescheitert, die Saison in der 3. Liga nach der Corona-Pause fortzusetzen.Zudem wies das DFB-Sportgericht drei weitere Einsprüche gegen Spielwertungen als unbegründet zurück. Es ging um das  2:3 beim FC Bayern München II am 3. Juni und die beiden 0:1-Niederlagen beim Chemnitzer FC am 16. Juni und bei Eintracht Braunschweig am 20. Juni.

Die Westfalen hatten beklagt, dass sie aufgrund behördlicher Anordnungen erst wenige Tage vor dem Wiederbeginn des Spielbetriebs das Mannschaftstraining aufnehmen durften. Andere Teams hätten früher wieder normal trainieren können.Den sportlichen Abstieg wird der Club sicher nicht rückgängig machen können. Preußen-Präsident Christoph Strässer sagte der „Bild“: „Ich persönlich werde dafür plädieren, zumindest ein Verfahren als Musterprozess vor ordentlichen Gerichten weiter zu betreiben.“

Preußen-Saisonstatistik 2019/20

1/20
  • Einsätze: Kapitän Julian Schauerte verpasste nur eine Partie (in Mannheim) gelbgesperrt. 34-mal am Ball waren Heinz Mörschel und Torhüter Max Schulze Niehues. Auf 33 Einsätze kam Luca Schnellbacher, auf 32 Simon Scherder, Okan Erdogan und Seref Özcan, auf 31 Kevin Rodrigues Pires. Insgesamt wurden 26 Akteure eingesetzt. Ugur Tezel, Naod Mekonnen (1 Spiel) und Marcel Hoffmeier (2) firmierten als Kurzarbeiter. Im Schnitt waren die Profis auf dem Feld 26,1 Jahre alt. Zehn Teams waren aber noch jünger.

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  • Spielminuten: Die 3330 von Schauerte sind natürlich unübertroffen. Stolze Werte liefern aber auch Schulze Niehues (3060) und Scherder (2806). Der Abstand auf Schnellbacher (2246), Mörschel (2215), Fridolin Wagner (2193), Rodrigues Pires (2120) und Özcan (2036) ist schon gehörig.

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  • Tore: Wer hätte das gedacht? Mörschel war mit acht Treffern bester Schütze, der im Winter abgebrauste Rufat Dadashov und Maurice Litka erzielten jeweils sechs, Schnellbacher und Lucas Cueto je fünf Tore.

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  • Assists: Nicht schlecht für einen Abwehrspieler – acht Treffer bereitete Schauerte vor. Schnellbacher und Özcan legten sechsmal auf, Rodrigues Pires viermal, Cueto und Ole Kittner dreimal.

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  • Scorer: Die Scorer-Wertung führen die Königstransfers Schnellbacher und Schauerte mit elf Punkten an, es folgen Mörschel (9), Litka, Cueto, Dadashov (je 8) und Rodrigues Pires (7).

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  • Joker: Am letzten Spieltag setzte sich Litka hier mit zwei Toren nach Einwechslung noch an die Spitze. Auch Grodowski, Dadashov, Cueto, Schnellbacher, Mörschel und Özcan trafen, nachdem sie zunächst auf der Bank gesessen hatten.

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  • Karten: Die häufigsten Gelbsünder waren Scherder und Fridolin Wagner (je 9). Auch Jan Löhmannsröben, Litka, Mörschel (je 8), Rodrigues Pires, Erdogan (je 7), Schauerte (6) und Schnellbacher (5) handelten sich eine Sperre ein. Rot sahen Wagner und Niklas Heidemann, die Ampelkarte erhielten Scherder, Kittner und wiederum Wagner, der damit ligaweit auf Platz zwei in der Wertung der „Bösen Buben“ liegt.

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  • Noten: Top-Preuße – wen wundert es – ist Keeper Max Schulze Niehues (Schnitt 2,76). Die Winter-Zugänge Löhmannsröben (3,00) und Oliver Steurer (3,16) folgen dahinter. Scherder (3,22), Özcan (3,28), Wagner (3,38), Cueto (3,39), Alexander Rossipal (3,45) und Erdogan (3,46) liegen außerdem noch im passablen Bereich.

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  • Teilzeitkraft I: Häufigster Joker war Joel Grodowski mit 14 Einwechslungen bei 15 Einsätzen (1 Tor). Elfmal kam Philipp Hoffmann rein, zehnmal Erdogan und Marco Königs, neunmal Heidemann, Özcan und Mörschel.

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  • Teilzeitkraft II: 19-mal ausgewechselt wurde Litka, 15-mal Özcan und Rodrigues Pires, elfmal Schnellbacher, zehnmal Mörschel.
    Zuschauer: In der Coro

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  • Zuschauer: In der Corona-Saison eigentlich keine messbare Größe, zumal einige Vereine sechs Geisterspiele zu Hause austragen mussten, andere (wie Münster) nur fünf.  91 716 Besucher kamen in den 14 Partien an die Hammer Straße (Schnitt 6551). Das reicht ligaintern nur für Platz elf hinter Krösus Braunschweig, Kaiserslautern, Magdeburg, 1860 München, Duisburg und Rostock, aber auch hinter Mannheim, Halle, Meppen und Ingolstadt. 

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  • Elfmeter: Vier Strafstöße erhielt der SCP in dieser Saison, alle waren drin. Mörschel verwandelte zweimal, Cueto und Dadashov einmal. Vier Elfmeter bekamen die Preußen gegen sich. Einen davon hielt Schulze Niehues.

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  • Positivserie: Zwei Siege am Stück gab es für Münster nur einmal: Kurz vor der Corona-Pause kam nach dem 2:0 beim KFC Uerdingen der 1:0-Heimsieg gegen Hansa Rostock.

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  • Negativserie: Zwischen Anfang August und Mitte Dezember warteten die Adler dagegen 13-mal auf einen Erfolg.

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  • Tabellenplätze: Beste Position war Rang vier nach dem zweiten Spieltag. Seit Runde zehn, also Ende September, steht Münster unterhalb der roten Linie. Schlechteste Position war vom 14. bis 21. Spieltag Rang 19, seitdem war der SCP mit einer Ausnahme immer 18.

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  • Heimbilanz: Im Preußenstadion holten die Westfalen sieben Siege und sechs Unentschieden, was bei 27:30 Toren zu 27 Punkten und Rang zwölf in diesem Ranking führt.

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  • Auswärtsbilanz: Sie ist grauenhaft. Nur zwei Siege in 19 Anläufen, insgesamt 13 Zähler, vorletzter Platz bei 22:32 Treffern.

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  • Halbzeit: Neunmal führte Münster zur Pause, nur fünfmal langte das zum Sieg. Nur einer von zehn Rückständen zum Seitenwechsel konnte anschließend noch zu einem Erfolg umgebogen werden. Insgesamt steht nach der ersten Hälfte Rang 14 mit 46 Punkten (21:24 Tore) zu Buche. Halbzeit zwei hingegen sieht die Preußen mit 40 Punkten auf dem 19. Rang (28:38 Tore).

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  • Ewige Tabelle: Hier steht Preußen weiter auf Rang sechs. Diese Position dürfte der Club zumindest für eine Saison auch verteidigen, da von hinten nur der Hallesche FC anrauscht (66 Zähler weniger). Münster kommt nach neun Drittliga-Jahren auf 342 Spiele, 125 Siege, 98 Unentschieden, 119 Niederlagen, 450:421 Tore und unterm Strich 473 Punkte.

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  • Die Saisonbilanz im Überblick.

    Foto: Manfred Krieg
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