Fußball: Regionalliga
Preußen jagen Profis in ihrer ehemaligen Spielklasse

Münster -

Am Mittwoch testen die Preußen vor 250 Fans gegen Landesligist SV Herbern. Viel mehr beschäftigt die Fans aber das Vorgehen auf dem Transfermarkt. Sportdirektor Peter Niemeyer schildert ein paar interessante Details. Außerdem darf sich ein Talent über einen internen Aufstieg freuen.

Dienstag, 18.08.2020, 17:13 Uhr
Ousman Touray (r.), hier gegen seinen Ex-Club 1. FC Gievenbeck, soll fest bei den Profis bleiben.
Ousman Touray (r.), hier gegen seinen Ex-Club 1. FC Gievenbeck, soll fest bei den Profis bleiben. Foto: Jürgen Peperhowe

Zwischen Zwickmühle und Chance – so lässt sich der Transfermarkt für Preußen Münster in diesem Sommer ganz gut beschreiben. Einerseits hat sich der Regionalligist schon eine ganze Reihe Körbe eingehandelt, weil sich etliche Profis für höhere und besser dotierte Aufgaben geeignet sehen. Andererseits werden viele bis zum 5. Oktober, an dem das Transferfenster schließt, erkennen müssen, dass sich die lukrativen Angebote doch nicht stapeln – und womöglich erhält der SCP dann Zuschläge, die heute noch sehr unrealistisch erscheinen.

„Wir brauchen Überzeugungskraft und in vielen Fällen eben auch Zeit“, erläutert Sportdirektor Peter Niemeyer . Was die Suche für ihn erschwert, ist ein fast leer gefegter Regionalliga-Markt. Da die Saison hier im März abgebrochen wurde, konnte sich die Konkurrenz, so der 36-Jährige, früh eindecken. Münster, bis zum 1. Juli noch in Hoffnung auf den Klassenerhalt, schaut in die Röhre. Ähnlich ist die Situation mit Blick in die Niederlande, wo die Spielzeit ebenfalls keine Fortsetzung fand. „Auch da ist das Meiste abgegriffen. Wir suchen aber nicht händeringend Holländer“, so Niemeyer, der sich beim Nachbarn eigentlich gut auskennt. „Wir sprechen also aktuell vor allem mit Drittliga-Spielern.“

Matuschyk im Rennen

Einer ist Adam Matuschyk (31), erfahren auch im Oberhaus und zuletzt beim KFC Uerdingen. „Mit ihm haben wir uns befasst und getroffen“, bestätigt Münsters Sportchef. „Finalisiert ist aber noch nichts.“ Grundsätzlich benötigt der Absteiger noch viel Routine. „In den Tests haben wir bisher gesehen, dass sich unsere junge Truppe gut schlägt, aber Eckpfeiler müssen auch noch dazukommen“, sagt Niemeyer, der jede Stelle doppelt besetzt haben will. „An eine genaue Kaderzahl werde ich mich nicht klammern, aber wir wissen, dass die Zeitspanne für eine umfangreiche Saison sehr kurz ist. Die Balance muss stimmen.“ Das Budget ist jedenfalls noch längst nicht ausgeschöpft. „Wir haben noch einiges in der Hinterhand, gehen aber sehr behutsam vor und suchen uns unsere Spieler selbst aus.“ Kein Thema mehr ist ein Verbleib von Jan Löhmannsröben.

Dass der allergrößte Teil des Kaders aus der eigenen Jugend kommt oder aus der Region, bleibt weiter auffällig. „Es ist ein Kriterium, aber sicher nicht das einzige“, so Niemeyer, der dennoch stolz auf diesen Wert ist. Stichwort Identifikation. Diese Komponente trifft auf Ousman Touray definitiv zu. Der Stürmer gehörte eigentlich zur U 23, trainiert aber seit Vorbereitungsbeginn oben mit und hinterließ bislang sehr gute Eindrücke. „Er präsentiert sich super und bleibt fest dabei“, sagt Trainer Sascha Hildmann.

Trio muss zusehen

Im Test gegen den SV Herbern an diesem Mittwoch (19 Uhr) muss Touray aber wie Jannik Borgmann und Sven Rüschenschmidt angeschlagen zuschauen. Der Coach kann aber auf die beiden Gastkicker Valentino Vujinovic und Dzenan Mucic zurückgreifen. „Beide haben interessante Profile und kommen für uns infrage“, sagt Hildmann. Gegen den „ambitionierten Landesligisten“ erwartet er einfach „guten Fußball“. Die 250 zugelassenen Zuschauer auch.

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