Fußball: Regionalliga
Williger Geist, schwaches Fleisch – Preußen Münster nimmt eine Auszeit

Münster -

Die Generalprobe vor dem Auftakt in der Liga war nicht dolle. Überbewerten wollte das torlose Remis beim Oberligisten 1. FC Bocholt indes niemand im Lager des SC Preußen. Im letzten Test waren die Beine nach dem viertägigen Trainingslager müde. Sonntag und Montag ist trainingsfrei.

Sonntag, 30.08.2020, 17:12 Uhr
Nicht zufrieden: (von links) Jules Schwadorf, Justin Möbius und Julian Schauerte, der neue und alte Kapitän.
Nicht zufrieden: (von links) Jules Schwadorf, Justin Möbius und Julian Schauerte, der neue und alte Kapitän.

Der Geist war willig, aber das Fleisch schwach. Eine Redewendung, die ihren Ursprung in der Bibel findet. Trainer Sascha Hildmann bemühte sie, um die Leistung seiner Jungs beim 1. FC Bocholt nach dem torlosen Remis trefflich einzuordnen. Der Kopf wollte schon, die Beine nicht. Die vier Tage im niederländischen Delden schüttelte der SCP am Samstag beim Gastspiel in der Gigaset-Arena vor 300 Zuschauern nicht mal eben aus den Knochen. „Das ist okay“, wollte Sportdirektor Peter Niemeyer das Ergebnis nicht überbewertet wissen. Die Generalprobe vor dem Liga-Auftakt am Freitag beim SV Rödinghausen machte aber eines (wieder) deutlich: Im Angriff lassen die Jungs zu viele Chancen liegen. Lattenschuss Joel Grodowski, Pfostentreffer Gianluca Przondziono , dazu zwei Hundertprozentige durch Justin Möbius und Lukas Frenkert mit dem Schlusspfiff – da ist viel Luft nach oben.

Halb so wild. Neuzugang Dennis Daube, der neben Przondziono auf der Sechs agierte, sah es positiv: „Wir haben die Null gehalten. Das stand im Vordergrund.“ Der 31-Jährige will die zwei freien Tage in Krefeld nutzen, um etwas runterzukommen. „Ich werde viel schlafen.“ Noch pendelt er die knapp 130 Kilometer bis Münster. Die Annoncen für eine neue Wohnung sind geschaltet.

Hoffmeier Gewinner der Vorbereitung

Coach Hildmann hatte in der legendären Spielstätte „Am Hünting“ von Beginn an der Elf vertraut, die gegen Vreden am Mittwoch beim 9:0 einen Sahnelauf hatte. Marcel Hoffmeier rückte erstmals neben Simon Scherder in die Innenverteidigung. „Ich finde, dass ich viele Positionen spielen kann. Ganz gleich ob auf der Sechs, links defensiv oder Innen.“ Sicher ist: Der 21-Jährige ist einer der großen Gewinner der Vorbereitung. In der vergangenen Spielzeit kam er über zwei Einsätze in der 3. Liga nicht hinaus.

Münster fehlte der Esprit aus den jüngsten Testspielen. Und zündende Ideen. Das, was der Regionalligist auf das Grün brachte, war mehr oder weniger Verwaltungsarbeit. Und doch hätte es im ersten Abschnitt beinahe gescheppert. Joel Grodowski fand seinen Meister im Aluminium (22.), Justin Möbius in Bocholts Tormann Maurice Schumacher (25.). Der Gast hätte zu diesem Zeitpunkt auch zurückliegen können. Der Oberligist spielte frech und hart (an der Grenze), Takumi Yanagisawa düpierte nach fünf Minuten die Preußen-Defensive und scheiterte am glänzend parierenden Max Schulze Niehues.

Freitag werden die Uhren auf Null gedreht

Im zweiten Abschnitt drückte Münster erst in der Schlussphase, aber weder Przondziono, dessen Hammer aus 22 Metern an den linken Pfosten krachte (79.), noch der eingewechselte Lukas Frenkert mit einem tollen Solo in der Nachspielzeit brachten das Leder ins Netz. „Das war zu fahrlässig“, ärgerte sich Hoffmeier.

„Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen“, so Sportdirektor Niemeyer nach den 90 Minuten. Das ist die Gretchenfrage. Am Freitag werden die Uhren auf Null gedreht.

SC Preußen: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hoffmeier, Heidemann (82. Frenkert) – Daube (82. Klann), Przondziono – Schauerte, Möbius, Schwadorf (46. Touray) – Grodowski (72. Remberg)

Zuschauer: 300

Drei Fragen an ...

 

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