Fußball: Regionalliga West
22 Mann im Preußen-Kader: fast alle Positionen doppelt besetzt

Münster -

Am Mittwoch stellte der SC Preußen Münster mit Osman Atilgan einen weiteren Neuzugang vor. 22 Spieler umfasst damit der Kader des Regionalligisten, der sich dennoch weiter umschaut auf dem Transfermarkt. Sieben Tage bleiben noch, um etwa einen zentralen Stürmer zu verpflichten. Denn bislang rackert sich Joel Grodowski als einzige echte „Neun“ in vorderster Front alleine ab.

Freitag, 25.09.2020, 16:21 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 16:37 Uhr
Ein Maskenmann allein auf weiter Flur: Joel Grodowski ist Preußens einzige echte „Neun“ – und musste daher bislang reichlich Minuten abreißen.
Ein Maskenmann allein auf weiter Flur: Joel Grodowski ist Preußens einzige echte „Neun“ – und musste daher bislang reichlich Minuten abreißen. Foto: Sebastian Sanders

In sieben Tagen wird das Transferfenster im Fußball zum zweiten Mal geschlossen, doch der SC Preußen Münster hat vorsichtshalber schon einmal die Vorhänge ein wenig zugezogen. Mit dem Dresdner Angreifer Osman Atilgan hat der Regionalligist seit Mittwoch zumindest nominell die Chance, im Training ein klassisches Elf-gegen-Elf anzubieten. Sportdirektor Peter Niemeyer hatte sich im Vorfeld zwar nie auf eine Mindestzahl an Spielern festlegen lassen, doch 22 Mann sind für die lange Strecke von 40 Spielen sicher nicht zu viel.

Schon nach fünf Spieltagen kommt die aktuelle Verschnaufpause für alle Beteiligten keine Minute zu früh, die Dauerbelastung hinterlässt Spuren – vor allem bei den Akteuren, die derzeit im Kader nicht zu ersetzen sind. Das gilt unter anderem für die routinierten Leistungsträger Julian Schauerte, Simon Scherder und Alexander Langlitz – für Torwart Maximilian Schulze Niehues dreht der Tacho naturgemäß etwas langsamer, da halten die Stollen etwas länger.

An der Grenze

Doch auch der Talentschuppen der Preußen geht an seine Grenzen – allen voran Münsters einsame Spitze, Joel Grodowski. Für den 22-Jährigen ist das Alleinstellungsmerkmal als echte „Neun“ Fluch und Segen zugleich. Er hat seinen Platz in der Startformation sicher, erhält Verschnaufpausen allerdings nur in homöopathischen Dosen. In drei der fünf Punktspiele durfte er vorzeitig raus – 63, 71 und 79 Minuten waren dann aber auch schon gespielt und die Beine schwer. Mit dem 21-jährigen Atilgan steht jetzt zumindest ein weiterer Stürmer im Kader, der Mann aus Dresden wird zwar als vielseitig einsetzbar beschrieben, war allerdings meist als klassischer Rechtsaußen im Einsatz. Immerhin kommt er top-frisch nach Münster – bei Zweitligaabsteiger Dynamo hat er die komplette Vorbereitung bestritten. „Der ist einsatzbereit“, sagt Trainer Sascha Hildmann und plant mit Atilgan bereits beim Auswärtstrip zur Reserve des 1. FC Köln am 3. Oktober.

Der Kader des SC Preußen Münster in der Saison 2020/2021

1/20
  • Tor: Max Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor: Marko Dedovic

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Jannik Borgmann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Okan Erdogan

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Lukas Frenkert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Niklas Heidemann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Alexander Langlitz

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Julian Schauerte

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Simon Scherder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Dennis Daube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Marcel Hoffmeier

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Joshua Holtby

    Foto: SCP
  • Mittelfeld: Dominik Klann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Naod Mekonnen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Gianluca Przondziono

    Foto: SCP
  • Angriff: Jules Schwadorf

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Joel Grodowski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Justin Möbius

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Nicolai Remberg

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Osman Atilgan

    Foto: Picasa

Zäher gestaltet sich die Eingewöhnung von Innenverteidiger Roshon van Eijma. Auch der Mann vom Roda JC aus Kerkrade hat seine Karriere mit 22 Jahren ebenfalls noch vor sich, musste aber seinen Trainingseinstand mit Rückenproblemen ein wenig verschieben. Inzwischen ist auch der Innenverteidiger wieder fit und sollte für Köln eine Option sein. Dann hat auch Niklas Heidemann seine Sperre abgesessen und Dennis Daube seine Verletzung endgültig überstanden. Die Qual der Wahl für den Trainer – endlich.

Dennoch könnte der Kader noch die eine oder andere Verstärkung verkraften, wie die Heidemann-Sperre schon in Wuppertal verdeutlichte. Kapitän Schauerte kann die Position auf der linken Abwehrseite spielen, fehlt dann naturgemäß als Offensivkraft, als die er eingeplant ist. Im Angriff braucht Grodowski dringend Unterstützung oder zumindest eine Vertretung. Immerhin ist mit Ousman Touray – offiziell nach wie vor Leihgabe aus der Oberliga-Reserve, aber längst unverzichtbarer Teil in jedem der bisherigen Spieltagskader – etwas frischer Wind im Sturm angekommen.

Hoffmeier ein Gewinner

Überhaupt machen sich die ambitionierten Jungadler aus der Reserve recht gut im neuen Umfeld, Nikolai Remberg inzwischen auch als Torschütze und Dominik Klann als vielseitiger Defensiv-Stratege. Als Gewinner der Vorbereitung war Marcel Hoffmeier ausgemacht worden – und der 21-Jährige ruhte sich nicht auf dem Vorschuss-Lorbeer aus. Technisch versiert hat er bislang jede zugewiesene Defensivaufgabe zuverlässig gelöst. Etwas in der Bringschuld stehen dagegen noch de Neuzugänge Justin Möbius und Gianluca Przondziono, die ihr Potenzial bislang nur andeuteten.

Noch bleiben sieben Tage, um an Masse und vor allem Klasse im Preußen-Kader zu arbeiten.

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