Fußball: Regionalliga West
SCP holt Kittner zurück – Schulze-Marmeling und Hohenhövel befördert

Münster -

Was für ein Comeback von Ole Kittner beim SC Preußen Münster. Schnellerals die meisten gedacht haben, taucht der Münsteraner beim Club an der Hammer Straße wieder auf. Allerdings wird der 32 Jahre alte Abwehrspieler nicht wieder die Fußballschuhe beim SCP schnüren, der Abschied vom Profi-Geschäft als Aktiver ist beschlossen.

Mittwoch, 30.09.2020, 20:42 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 20:51 Uhr
Wieder beim SCP: Ole Kittner (großes Bild), Janis Hohenhövel wird Assistent von Sportchef Peter Niemeyer.
Wieder beim SCP: Ole Kittner (großes Bild), Janis Hohenhövel wird Assistent von Sportchef Peter Niemeyer. Foto: Jürgen Peperhowe/SCP

Nach dem Abstieg aus der 3. Liga hatte er kein Angebot von den Preußen mehr erhalten: „Das waren dreieinhalb tolle Jahre für mich.“ Und er verschweigt „gentleman-like“, dass ihm der Abstieg in der Corona-Phase und die Nicht-Berücksichtigung durch Trainer Sascha Hildmann für die Regional­liga zugesetzt hat. Aber: „Sportchef Peter Niemeyer hat damals fair und mit offenen Karten gespielt.“

Engagements bei Regionalligisten wie dem SV Rödinghausen oder dem Wuppertaler SV lehnte der Innenverteidiger ab, der beim SC Münster 08 mit dem Kicken begann und über RW Ahlen, TuS Koblenz sowie SV Sandhausen beim SCP landete. Zwischendurch musste er verletzungsbedingt 44 Monate pausieren. Nun beginnt eine neue Lebensphase, Fußball zu organisieren und zu betreuen, ist jetzt sein Job.

Club stellt sich neu auf

„Stand jetzt war es das mit dem Fußball“, sagt der Familienvater. Und meint damit die Fortsetzung seiner 13-jährigen Laufbahn als Berufskicker. Kittner kehrt vielmehr zurück, um einerseits sein Fachwissen als diplomierter Psychologe in Personal- und Organisations-Entwicklung einbringen zu können, was bei seiner ­Vertragsverlängerung 2018 unter dem damaligen Sportchef Malte Metzelder bereits grob angedacht worden war. Andererseits wird er als externer Mitarbeiter unter „der großen Überschrift Vereinsentwicklung“ mitarbeiten. Was im Klartext nichts anderes heißen soll, als Preußen und die Stadtgesellschaft auf mittelfristige Sicht enger aneinander heranzubringen. Ein Job für einen wasch­echten Münsteraner.

5. Spieltag, Saison 2020/21: Wuppertaler SV - Preußen Münster

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  • Zwei Traditionsclubs trafen am 5. Spieltag aufeinander: Der Wuppertaler SV empfing Preußen Münster. So kam es auch zum Duell zwischen Joelle Cavit Tomczak (l.) und Preußen-Akteur Jules Schwadorf.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Auf Seiten der Wuppertale stand mit Marco Königs ein ehemaliger Spieler der Preußen, der vergangene Saison für den SCP noch stürmte.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Verbissener Zweikampf zwischen dem Wuppertaler Joelle Cavit Tomczak und Jules Schwadorf. Letzterer geht hier gerade zu Boden, um den Ball wegzuspitzeln.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Preußens Abwehrmann Simon Scherder gibt seinen Mitspielern Anweisungen.

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  • In dieser Szene scheitert SCP-Spieler Alexander Langlitz (am Boden) mit einem Flugkopfball an Wuppertals Keeper Niclas Lübcke.

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  • In der 22. Spielminute die bittere Pille für den SCP: Ausgerechnet der Ex-Preuße Marco Königs bringt Wuppertal mit 1:0 in Führung.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Zunächst hatten die Preußen - hier mit Gianluca Przondziono (l.) einen guten Start in die Partie erwischt....

    Foto: Sebastian Sanders
  • ...doch im Verlauf der ersten Halbzeit baute das Team von Coach Sascha Hildmann - hier mit Joshua Holtby (r.) im Duell mit Joey Paul Müller - stark ab. Die Wuppertaler Führung zur Halbzeit war verdient.

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  • „Maskenmann“ Joel Grodowski

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  • Begutachtete kritisch den Auftritt seines Teams: SCP-Trainer Sascha Hildmann

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  • Dank des späten Treffers von Nicolai Remberg (2.v.r.) zum 1:1 schaffte der SCP doch noch ein Remis.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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„Es gibt viel Potenzial in dieser Stadt. Es geht auch darum, dass der Verein besser in der Stadt präsent ist“, fügt Kittner an. Tatsächlich war die Bindung in den Drittliga-Jahren, gerade bis zum DFB-Pokalspiel gegen Bayern München im Jahr 2014, ­wesentlich intensiver und greifbarer. In den letzten Jahren ging diese Nähe ­sukzessive zurück. Nun also stellt sich der Club neu auf.

Expertise von Schulze-Marmeling

In diesem Kontext darf man auch die Entwicklung von Chef-Scout Kieran Schulze-Marmeling und von Janis Hohenhövel, Co-Trainer der U-19-Auswahl, sehen. Schulze-Marmeling wird sich in Zukunft auch „speziell um die Weiterentwicklung und individuelle Förderung der Top-Talente kümmern“. Sein Aufgabenfeld wächst. Sportchef Peter Niemeyer spricht davon, dass der „Verein professioneller aufgestellt werden soll“. Er schätze die Expertise von Schulze-Marmeling, die Aufwertung des 31-Jährigen ist für Niemeyer schlüssig.

Das gilt auch für Hohen­hövel, der nun offiziell Assistent von Peter Niemeyer ist. Man wolle die „Insel-Qualitäten im Verein“, so der Sportchef, enger miteinander verbinden, Arbeits­bereiche viel intensiver als bisher verknüpfen. Der 29-Jährige ist ausgebildeter Jurist und setzt ganz auf die Karte Fußball seit dem Sommer. Beim SCP soll er, der als Referent beim Westfälischen Fußball-und Leichtathletik-Verband sowie bei der Bertelsmann-Stiftung zum Thema Weiterbildung tätig ist, zur Entwicklung des SCP beitragen.

Niemeyer, Kittner, Schulze-Marmeling und Hohenhövel – bei den Preußen ändern sich gerade Strukturen.

SCP-Leitbild

Preußen-Präsident Christoph Strässer meldete sich Anfang September zu Wort. Es sollte ein Aufruf sein, dass der Profi-Club nach dem Abstieg einen Aufbruch startet. Auch die frische Image-Kampagne passt ins Bild. „Man habe keinen Grund, in Sack und Asche zu gehen“, lautet Strässers Tenor. Diese Punkte sind für den SCP in Zukunft wichtig:

  • In wirtschaftlich gesundes Fahrwasser kommen und bodenständig bleiben
  • Eine wirklich nachhaltige und professionelle Nachwuchs­förderung schaffen
  • Spieler im eigenen Nachwuchsleistungszentrum ausbilden und im Idealfall im Profi­kader integrieren
  • Botschafter für die Stadt Münster sein
  • Eine attraktive und zeitgemäße Infrastruktur schaffen – und langfristig sichern
  • Modern und traditionsbewusst gleich­zeitig sein
  • Integrativ und tolerant sein
  • Soziale Projekte fördern und Ausgrenzung bekämpfen
  • Im Stadion Platz für die ganze Stadtgesellschaft haben
  • Ein attraktiver Arbeitgeber mit Ver­antwortung sein
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