Fußball: Regionalliga West
Preußen Münster zieht im Spitzenspiel den Kürzeren

Dortmund -

Es ist ein schwacher Trost, dass der SC Preußen Münster Ligaprimus Borussia Dortmund II am Dienstagabend im Stadion Rote Erde mächtig quälte und ins Schwitzen brachte. Unter dem Strich setzte es mit dem 0:2 die zweite Saisonniederlage und die Erkenntnis, dass die Spitze der Regionalliga West kurz in Sicht-, nicht jedoch in Greifweite war.

Dienstag, 03.11.2020, 22:29 Uhr
Preußen-Stürmer Joel Grodowski bringt sich kraftvoll in Position, blieb aber in Dortmund am Ende ohne Torerfolg.
Preußen-Stürmer Joel Grodowski bringt sich kraftvoll in Position, blieb aber in Dortmund am Ende ohne Torerfolg. Foto: Jürgen Peperhowe

in Glück in den Schlüsselszenen und dazu ein Kontrahent, der wie ein Meisterschaftsanwärter aufspielte – das waren die Gründe für die 0:2 (0:2)-Niederlage von Preußen Münster im Top-Spiel bei Borussia Dortmund II . Der Tabellenführer ist nun ein gutes Stück enteilt, dabei lieferte der SCP trotz der Gegentreffer vor der Pause einen bissigen und couragierten Auftritt und warf auch in Hälfte zwei alles nach vorn.

„Wir sind hingefallen, stehen wieder auf“, sagte Trainer Sascha Hildmann . „Ich kann den Jungs in Sachen Einsatz wenig vorwerfen. Wir müssen aus solchen Spielen weiter lernen.“

Mit einem bisher nur selten erprobten 4-1-4-1-System begann der Gast. Julian Schauerte und Okan Erdogan (für Dominik Klann in der Startelf) bildeten ein Achter-Duo vor Dennis Daube, Joel Grodowski und Osman Atilgan (für den gesperrten Nicolai Remberg) die vordere Flügelzange.
Doch schlechter hätte der Start gar nicht ausfallen können. Taylan Duman schickte Alaa Bakir auf die Reise, die Abwehr war nicht auf der Höhe, Max Schulze Niehues zögerte etwas und wurde überlupft (7.) – 0:1.

„Ich glaube, ich konnte da nicht viel machen. Nur den einen Schritt raus hätte ich mir sparen müssen“, sagte der Keeper. Wenige Sekunden später schon zog Steffen Tigges ab, diesmal aber war Schulze Niehues zur Stelle (8.). Der BVB trat mit dem Anpfiff unglaublich aggressiv, laut- und laufstark auf, hatte ein extrem variables Positionsspiel. Münster wollte dagegenhalten, war aber hinten zunächst unsortiert.

Gelbe Karte für Trainer Hildmann

Die Intensität war für Regionalliga-Verhältnisse sehr hoch – und der SCP trotz Rückstand mittendrin. Grodowski besaß nach Flanke von Niklas Heidemann auch eine Großchance, doch den Schuss kratzte Torhüter Stefan Drljaca von der Linie (19.). Nach den anschließenden Ecke zog Heidemann aus 16 Metern ab, traf aber nur die Latte (21.). Pech für den Tabellendritten – damit aber nicht genug. Routinier Daube musste kurz darauf verletzt vom Feld.

13. Spieltag, Saison 2020/21: Borussia Dortmund 2 – Preußen Münster

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  • Spitzenspiel am 13. Spieltag der Regionalliga West: Preußen Münster zu Gast bei Borussia Dortmund 2 - mit dem Preußen Osman Atilan (r.) und dem Dortmunder Maximilian Hoppe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit Münster kam der Drittplatzierte zum Tabellenführer. SCP-Stürmer Benedikt Zahn (l.) hier im Duell mit Niklas Dahms wollte mit seinem Team Zählbares mitnehmen...

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  • In einer gelben Spielertraube: Joel Grodowski behauptet sich im Luftkampf mit mehreren Dortmundern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bereits früh in der Partie geriet der SCP jedoch in Rückstand: mit 0:1 in der fünften Spielminute. Es wurde weiter hart gekämpft - hier Preußen-Stürmer Benedikt Zahn (l.) gegen Franz Pfanne.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dennis Daube musste frühzeitig verletzt den Platz verlassen und wurde ausgewechselt.

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  • Der SCP stemmte sich im Stadion Rote Erde gegen die dritte Saisonniederlage - in diesem Duell bekommt es SCP-Akteur Osman Atilan mit BVB-Keeper Stefan Drljca zu tun.

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  • Doch Joel Grodowski (vorn) und sein Team mussten kurz vor der Halbzeit den nächsten Rückschlag verkraften...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs erzielte Franz Pfanne das 2:0 für die Dortmunder.

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  • Auch nach Wiederanpfiff war der SCP bemüht, das Ruder herumzureißen. Die Partie blieb umkämpft.

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  • Auch Preußen-Trainer Sascha Hildmann zeigte an der Seitenlinie viel Engagement - nach Ansicht des Schiedsrichters zu viel: Er zeigte dem Coach die Gelbe Karte.

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  • So sehr sich der SCP auch mühte - ein Tor war den Adlerträgern nicht vergönnt.

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  • Aller Einsatz - wie hier von Alexander Langlitz (l.) gegen BVB-Torschütze Alaa Bakir - war vergebens...

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  • Es blieb beim 2:0 - der SCP verlor das Spitzenspiel.

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  • Ohne Punkte mussten die Münsteraner die Heimreise antreten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Trainer Sascha Hildmann, den einige Entscheidungen von Referee Thibaut Scheer (Essen) wie ein ungeahndetes Halten von Drljaca gegen Atilgan im Sechzehner (9.) zur Weißglut brachten und der sich so Gelb einhandelte, brachte Naod Mekonnen (26.). Doch Münster blieb dran, erarbeitete sich viele Standards, die nun Erdogan ausführte. Benedikt Zahn köpfte etwa nach einer Ecke knapp vorbei (30.). Der Ausgleich wäre verdient gewesen.

Stattdessen zogen die Hausherren in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch mal an. Erst scheiterte Tigges an Schulze Niehues (45.+1), dann aber zog Franz Pfanne, der froh war, noch nicht Gelb-Rot gesehen zu haben, aus 16 Metern stramm und unhaltbar zum 2:0 ab (45.+2).

Schwächerer zweiter Abschnitt

Dortmund presste auch nach der Pause in den ersten Minuten konsequent und effektiv, so kam Kolbeinn Finnsson zu einer Gelegenheit (52.). Die hohen Bälle der Adler blitzten hingegen in der Regel an der körperlich überlegenen Innenverteidigung der Schwarzgelben ab. Bei allem Bemühen entfachte der Herausforderer bei weitem nicht mehr die Szenen wie vor der Pause.

Alarm war weiterhin auf dem Rasen, aber viele Wechsel und schwindende Kraft, dazu eine abgeklärte U 23 raubten dem SCP den Nerv. „Es war zwar ein Spiel auf ein Tor, aber wir waren nicht mehr richtig zwingend“, so Hildmann. Die einzige Möglichkeit durch Simon Scherder ergab sich erst kurz vor Schluss (89.). Da war die Hoffnung schon erloschen.

Mannschaftsaufstellungen:

BVB: Drljaca – Hippe, Dams, Maloney – Duman (82. Ercan), Hober (62. Harlass), Pfanne, Finnsson – Tachie (62. Krebs), Tigges, Bakir (66. Bah-Traore)

SCP: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hoffmeier, Heidemann (79. Frenkert) – Daube (26. Mekonnen) – Atilgan (68. Schwadorf), Schauerte, Erdogan, Grodowski (73. Touray) – Zahn

Schiedsrichter: Thibaut Scheer (Essen)

Tore: 1:0 Bakir (6.), 2:0 Pfanne (45.+2)

Gelb: Pfanne, Hober / Zahn, Mekonnen

Kommentar

Noch fehlt ein Stückchen

Selten fiel es den Preußen so schwer, ein halbwegs belastbares Saisonziel zu formulieren wie diesmal. Erst im Juli stand fest, in welcher Spielklasse die Adler antreten. Dann dauerte die Kaderzusammenstellung lange, und schließlich begleiten den Sport in diesen Monaten ohnehin unendlich viele Fragezeichen.

Mit der Niederlage bei der BVB-Reserve scheint der Zug nach ganz oben fürs Erste abgefahren. Auch wenn der nie offizielles Ziel war. Klar, sechs Punkte lassen sich sogar mit einem Spiel weniger aufholen. Doch das würde extrem schwer, zumal sich Dortmund keine Blöße gibt. Auch der reife Auftritt am Dienstag beeindruckte. Die Münsteraner, die zwar gegen die halbprofessionell aufgestellte Konkurrenz alles gewonnen, jedoch bisher kein fürs obere Drittel infrage kommendes Team geschlagen haben, spielen eine vernünftige Serie. Die Auswärtsergebnisse (zwei Siege in sieben Spielen) lassen sich aber nicht ausblenden.

Dennoch werden die Preußen die Saison nicht aufgeben, sondern irgendwie dranbleiben, immer mal wieder Richtung Platz eins schielen. Allein schon, um im Gespräch zu bleiben, Kraft für neue Anläufe zu sammeln – und um zur Stelle zu sein, falls BVB oder Essen schwächeln.

Von Thomas Rellmann

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