Fußball: Regionalliga West
Karibiksonne statt westfälischer Herbst für Preußen-Zugang van Eijma

Münster -

Beim SV Lippstadt hätte die Stunde von Roshon van Eijma geschlagen. Weil zentrale Spieler wie Marcel Hoffmeier, Jannik Borgmann, Dennis Daube und Joshua Holtby ausfallen, hätte der niederländische Neuzugang sein Debüt geben sollen. Doch er wurde für die Nationalmannschaft von Curacao angefordert.

Donnerstag, 12.11.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 16:50 Uhr
Roshon van Eijma
Roshon van Eijma Foto: Jürgen Peperhowe

Wenn man die Wahl hätte, wo man sich im November gern aufhalten würde, fiele diese womöglich auf eine Insel in der Karibik nördlich von Venezuela. Destination Willemstad. Schlappe 30 Grad, Regen gemischt mit Sonne. Curacao – hier trainiert die Nationalelf unter Leitung der niederländischen Trainer-Legende Guus Hiddink. Mancher denkt auch an „Blue Curacao“, der blaue Likör war mal ganz schwer angesagt.

Das Kontrastprogramm, vielleicht nicht so schlimm wie erwartet im westfälischen Herbst, findet in Lippstadt statt. Immer noch 16 Grad sind angekündigt, aber keine Sonne. Kicken kann man hier auch, im Stadion Bruchbaum. Was für ein Name. Roshon van Eijma hätte genau dort sein Debüt im Dress des SC Preußen Münster bestreiten können. Verletzung überstanden, Trainingsrückstand aufgeholt, der SCP sucht einen Verteidiger-Ersatz für den verletzten Marcel Hoffmeier . „Das wäre eine Chance gewesen“, so Trainer Sascha Hildmann . Aber van Eijma, vor der Saison von Roda Kerkrade gekommen, wurde von Hiddink ins Nationalteam berufen. Eigentlich waren die Qualifikationsspiele in der so genannten Concacaf-Zone, also Mittel- und Nordamerika, bei den Britischen Jungferninseln und daheim in Willemstad gegen Guatemala geplant. Beide Partien wurden abgesagt, der Viertelfinalist des Gold-Cup 2019 trainiert nur.

Halbes Dutzend Streichkandidaten

Hiddink hat seine Spieler für die Maßnahme, die Montag begann und Sonntag endet, einbestellt. „Wir können da nichts machen“, sagt Hildmann. In Anbetracht von fünf potenziellen Ausfällen in Lippstadt hätte van Eijma das Personal­tableau durchaus verstärken können. So aber ist das halbe Dutzend Streichkandidaten komplett.

Spiel gegen Aachen verlegt

Als vor einigen Wochen die Regionalliga-Spieltage bis kurz vor Weihnachten terminiert wurden, wunderten sich viele im Preußen-Umfeld über das Sonntagsspiel bei RW Oberhausen am 13. Dezember. Schließlich war das coronabedingt ausgefallene Spiel gegen Alemannia Aachen bereits lange vorher für den 15. Dezember angesetzt worden. Weil somit nur 53,5 Stunden zwischen den beiden Anstoßzeiten gelegen hätten, wurde die Begegnung gegen die Printenstädter nun um einen Tag auf den 16. Dezember (Mittwoch, 19.30 Uhr) verschoben. „Unser großer Dank gilt dem Gegner, der unserer Bitte um Verlegung schnell und unbürokratisch nachgekommen ist“ sagt SCP-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner. Das Programm in dieser englischen Woche sei ohnehin überaus straff.

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Van Eijma war Anfang September nach Münster gewechselt, brachte aber auch eine Muskelverletzung mit. Sein letzter Einsatz datiert von Anfang März, als er in der zweiten Liga der Niederlande sieben Minuten für Kerkrade gegen Breda mitmachen durfte. Seitdem fehlt ihm Spielpraxis. Die hätte er nun erhalten können. Aber van Eijma folgte Hiddinks Ruf, vermutlich in der Hoffnung auf das erste Länderspiel für Curacao ganz in blau. In Lippstadt wären die Preußen wohl ganz in schwarz aufgelaufen.

Viele Nationalspieler

Zumindest setzt der Niederländer, der für den kleinen Karibik-Staat mit rund 200 000 Einwohnern spielen könnte, bei den Preußen eine kleine Tradition von Internationalen im Ausland der vergangenen zehn Jahre fort. Joe Vunguidica wurde Nationalspieler von Angola, als er beim SCP unter Vertrag stand. Rufat Dadashov und Dimitrij Nazarov sind für Aserbaidschan am Ball. Chris Philipps spielt für Luxemburg. Jonathan Bourgault war einst für Kanada am Ball. Nächster möglicher Kandidat im Kreise der Preußen wäre, wenn er in der Regionalliga den Durchbruch schafft, Ousman Touray. Der 21 Jahre alte Angreifer soll im Notizbuch des belgischen Nationaltrainers von Gambia, Tom Saintfiet, stehen.

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