Fußball: Regionalliga
Preußen Münsters Okan Erdogan: „Platz eins ist noch drin“

Münster -

Er hat sich die Zeit genommen, die er brauchte. Inzwischen ist Okan Erdogan im Abwehrzentrum eine Stütze. Nachdem er vor seiner Verletzung wechselwillig schien, legt er seinen Fokus nun voll auf die Preußen.

Donnerstag, 19.11.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 19:51 Uhr
Gerade in der Luft ist Okan Erdogan (l.) seit einigen Wochen schwer zu bezwingen.
Gerade in der Luft ist Okan Erdogan (l.) seit einigen Wochen schwer zu bezwingen. Foto: imago-images

Der Sommer verlief unglücklich und mit Irritationen, jetzt aber ist Okan Erdogan bei Preußen Münster in der Rolle angekommen, für die er vorgesehen war. Als zentrale wie flexible Defensivstütze. Der erst ­22-Jährige spricht im Interview über seine Positionsvorliebe, mutige Kampfansagen und die schwierige Situation vor dem Saisonbeginn.

Sie haben schwer in die Spielzeit gefunden, fehlten ein paar Wochen, nachdem Sie im Juli operiert wurden. Spüren Sie im Augenblick noch Nachholbedarf?

Erdogan: Nein. Aber es stimmt, dass es anfangs ein Problem war, dass ich die Vorbereitung verpasst habe. Trainer Sascha Hildmann und auch unser Sportdirektor Peter Niemeyer haben mir dabei immer gesagt, dass ich mir Zeit nehmen kann.

Bisher kamen Sie meist als Sechser zum Einsatz, zuletzt nach Marcel Hoffmeiers Verletzung aber wieder im Abwehrzentrum. Was ist Ihnen lieber?

Erdogan: Kommt auf den Gegner an. In Lippstadt hatten wir hinten nicht viel zu tun , weil der Gegner keinen guten Tag hatte. Im Aufbau hatten wir auch viel Zeit, da bin ich gerne Innenverteidiger. Generell spiele ich aber etwas lieber vor der Abwehr.

15. Spieltag, Saison 2020/21: SV Lippstadt – Preußen Münster

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  • Preußens Nicolai Remberg schießt mit voller Wucht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubel nach dem frühen 1:0 durch Osman Atilgan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Coach Sascha Hildmann weist den Weg.

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  • SCP-Keeper Marko Dedovic klärt vor Gerrit Kaiser.

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  • Action vor dem Tor des SV Lippstadt.

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  • Naod Mekonnen im Duell mit Jan Lukas Liehr.

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  • Torjubel mit Alexander Langlitz und Osman Atilgan.

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  • Dominik Klann und Dardan Karimani im Zweikampf.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Fotos von der Partie in Lippstadt.

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Mit der Niederlage in Dortmund schien der Zug für ganz oben abgefahren. Andererseits findet sich der SCP inzwischen immer besser zu recht. Was geht noch?

Erdogan: Erst mal fand ich, dass wir beim BVB sehr gut verteidigt haben, obwohl das eine sehr große Hausnummer war. Wir hätten unsere Chancen nutzen müssen. Ansonsten haben wir unsere Pflichtsiege geholt und hoffen weiter auf Ausrutscher von Dortmund und Essen. Fortuna Köln habe ich auch auf dem Zettel. Oben nehmen sich alle noch gegenseitig Punkte weg.

Der Aufstieg ist also noch nicht abgeschrieben?

Erdogan: Also, ich kann nicht verstehen, wenn man nicht dieses Ziel hat. Klar, vor allem wollen wir in erster Linie oben unter den ersten fünf mitspielen. Aber ich denke, dass Platz eins drin ist. Ja, das ist noch machbar.

Sie sind selbst noch jung, aber einige noch jüngere Talente wie Dominik Klann, Hoffmeier oder Nicolai Remberg drehen derzeit richtig auf.

Erdogan: Ja, die Jungs machen es mehr als gut, das ist wirklich sehr beeindruckend. Sie wurden reingeworfen und haben sofort funktioniert. Die Ergebnisse belegen das. Und da steckt noch viel mehr Potenzial.

Sie hatten vor der Saison Angebote, wollten trotz Vertrags weg. Dann kam die Verletzung, ein Wechsel platzte. Stattdessen wurde Ihr Arbeitspapier aufgewertet und verlängert . Ist damit alles abgehakt?

Erdogan: Ja. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich die ganze Sache nicht etwas mitgeschliffen habe. Aber alles ist geklärt, der Fokus liegt auf Preußen und darauf, was im Hier und Jetzt passiert.

Nicht überall kam es gut an, dass Sie wegwollten.

Erdogan: Es ist doch klar, dass jeder so hoch wie möglich spielen will. Es gab Optionen, wir haben versucht das zu klären, haben uns geeinigt. Alles ganz normal.

Samstag kommt Fortuna Düsseldorf II, ebenfalls ein Verfolger des Spitzenduos. Ist es schon ein Schlüsselspiel, weil Sie erstmals ein Team aus der oberen Tabellenhälfte in Münster zu Gast haben und erstmals eines schlagen wollen?

Erdogan: Nicht unbedingt. Aber wir könnten uns etwas absetzen. Fortuna sitzt uns ja im Nacken.

Es folgen Wochen gegen die „zweite Reihe“ der Liga. Gladbach II, Schalke II, Fortuna Köln, Aachen, Oberhausen – haben die Spiele Signalwirkung?

Erdogan: Ja. Aber wir sind auch ein Kandidat für oben und können mit einem guten Gefühl in die nächsten Partien gehen.

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