Fußball: Oberliga
Preußen-Rollenwechsel für Weinfurtner hat private wie strukturelle Gründe

Münster -

Kaderplanung, Trainersuche, Strukturentwicklung – Sören Weinfurtner hat einen neuen Posten beim SC Preußen. Der 42-Jährige war neun Jahre der Cheftrainer der U 23, nun wird er Sportlicher Leiter der Nachwuchs-Abteilung. Die Gründe und Pläne erklärt er plausibel.

Mittwoch, 13.01.2021, 08:59 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 17:02 Uhr
Sören Weinfurtner (r., hier neben Assistent Daniel Feldkamp) verabschiedet sich vorerst aus dem Traineramt.
Sören Weinfurtner (r., hier neben Assistent Daniel Feldkamp) verabschiedet sich vorerst aus dem Traineramt. Foto: SCP

Kaum ein anderer im Preußen-Lager steht dermaßen für sportliche Kontinuität wie Sören Weinfurtner. Nun verschiebt sich der Arbeitsbereich des langjährigen U-23-Trainers in den Hintergrund. Ab sofort ist der 42-Jährige, der seit 2007 im Club, seit 2010 bei der zweiten Mannschaft und seit 2012 deren Chefcoach ist, Sportlicher Leiter der Nachwuchs-Abteilung.

Die Gründe sind sowohl privater wie auch struktureller Natur. „Ich habe gerade im Lockdown gemerkt, wie schön es ist, Zeit mit meiner Tochter zu verbringen“, sagt er. „Der Verein wollte aber auch gern, dass ich gestaltend dabei bleibe. Für mich war klar, dass ich weiter ambitioniert bin, aber nicht vier bis sechs Termine pro Woche fix haben will.“ Also bot es sich an, eine neue Stelle zu schaffen, die einerseits die Kaderplanung und Trainersuche für die Junioren beinhaltet, aber auch dort ansetzt, wo nach dem Weggang von Jugend-Chefcoach Arne Barez ein Vakuum herrscht.

Eigener Nachfolger gesucht

„Er hat viele Prozesse in Gang gebracht, aufgrund seiner Doppelfunktion mit der U 19 aber aus Zeitnot nicht alles finalisieren können. Meine Aufgabe geht nun noch darüber hinaus“, sagt Weinfurtner, dessen erster Auftrag es ist, den eigenen Nachfolger zu identifizieren.

Assistent Daniel Feldkamp wäre ein logischer Anwärter, vor allem aber auch A-Jugend-Trainer Janis Hohenhövel ist ein Kandidat. „Ja, da haben wir intern gute Lösungen. In den einzelnen Mannschaften sind viele hochtalentierte Trainer“, sagt Weinfurtner. Bei der Zusammenstellung der Teams will er die zuständigen Übungsleiter größtenteils selbstverantwortlich agieren lassen, jedoch ebenfalls Einblicke bekommen. „Wir besitzen dort große Expertise, aber auch für mich ist der Bereich kein Neuland“, sagt der B-Lizenz-Inhaber, der bereits neunmal größtenteils auf eigene Faust sein Aufgebot zusammengestellt hat.

Kein normaler Abschied

Höhepunkt seiner Amtszeit war zweifellos der Oberliga-Aufstieg 2019. Etwas schade findet Weinfurtner, der eine Rückkehr an die Seitenlinie keinesfalls ausschließt, es schon, dass ihm in dieser Saison vermutlich kein normaler Abschied vergönnt ist. „Immerhin kann ich dann wahrscheinlich zweimal den Klassenerhalt verbuchen“, fügt der Lehrer augenzwinkernd an. „Die künftige Position ist sicher familienfreundlicher, allerdings wird sie auch arbeitsintensive Phasen umfassen.“

Auch Sportdirektor Peter Niemeyer ist mit der Personalie sehr zufrieden. „Wir wollen nachhaltig Strukturen schaffen, um die Nachwuchsarbeit zu professionalisieren. Sören kennt die Abteilung in- und auswendig. Er hat einen hervorragenden Job gemacht und ist unsere Wunschlösung.“

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