Fußball: Regionalliga West
Preußen sagen Spiel ab und trainieren zuhause

Münster -

Alles im grünen Bereich im Süden der Liga, der Norden hisst die weiße Flagge – der Winter teilt die Regionalliga West in zwei sehr unterschiedliche Hälften. Preußen Münster hat es dabei besonders kalt erwischt. Das Nachholspiel am Mittwoch fällt aus – und auch das Training wird zur Indoorveranstaltung.

Montag, 08.02.2021, 16:22 Uhr
Alles im grünen Bereich am Samstag in Homberg, jetzt hat die weiße Pracht die Preußen erst einmal ausgebremst.
Alles im grünen Bereich am Samstag in Homberg, jetzt hat die weiße Pracht die Preußen erst einmal ausgebremst. Foto: Jürgen Peperhowe

Geisterspiele statt Massenveranstaltung: Seit mittlerweile fast einem ganzen Jahr bleiben die Zuschauer nun schon außen vor, wenn in den Stadien gekickt wird. Seit der Nacht zum Sonntag sind die Massen urplötzlich zurück am und auf dem Spielfeld des SC Preußen Münster – Schneemassen. Und die machen die Großwetterlage im Sport nicht unbedingt besser.

Trainingsbetrieb vor dem Kollaps

Die für Mittwoch angesetzte Nachholpartie gegen des SV Straelen wurde bereits am Montagmorgen (siehe Infokasten) wieder gekippt, das Wuppertal-Spiel am Samstag steht schwer auf der Kippe. Aktuell steht sogar der Trainingsbetrieb vor dem Kollaps. „Das ist so“, sagt Trainer Sascha Hildmann am Montag, dem freien Tag, den er üblicherweise bei seiner Familie in der Pfalz verbringt. „Kein Gedanke, da musste ich nicht mal drüber nachdenken“, sagt Hildmann am Montag.

Virtuelles Training

Stattdessen grübelte der 48-Jährige in Münster darüber nach, wie die nächsten Trainingseinheiten aussehen könnten. „Erstmal bleiben alle zu Hause. Ich will niemanden ins Risiko schicken“, setzt Hildmann kurzfristig auf schützenden Hausarrest für seine Schützlinge und ab Dienstag auf virtuelle Einheiten – er übergibt das Kommando in enger Absprache an Athletiktrainer Tim Geidies, der die Spieler per Videoeinheiten in Bewegung halten soll. „Stabilisierungsübungen und alles, was möglich ist. Man kann ja nicht einmal Läufe ansetzen. Das geht alles nicht“, beugt sich Hildmann den Naturgesetzen. Entsprechend schwer fällt dann auch die Prognose, wann der Normalbetrieb, der in Corona-Zeiten ohnehin alles andere als normal ist, wieder aufgenommen werden kann. „Das müssen wir kurzfristig von Tag zu Tag entscheiden“, sagt Hildmann.

Straelen-Spiel am Mittwoch abgesagt

Die Analogie zum ungleichen Kampf Davids gegen Goliath käme dem wahren Kräfteverhältnis zwischen den gewaltigen Schneemassen auf dem Rasen des Preußenstadions und der tapferen Rasenheizung eine Etage tiefer nicht einmal nahe – zumal David diese Schlacht seinerzeit sogar gewinnen konnte. An der Hammerstraße haben die Preußen die Waffen dagegen längst gestreckt. Bereits am Sonntag suchte Geschäftsführer Bernhard Niemeyer Kontakt zum Staffelleiter und der hisste am Montagmorgen die weiße Fahne für das Nachholspiel der Preußen am Mittwochabend (19.30 Uhr). Dieses Spiel wird ein zweites Mal verschoben. Für die Samstagsbegegnung ebenfalls im Preußenstadion wird noch abgewartet und gehofft, doch bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zwar zuletzt – aber sie stirbt. „Im Moment ist es zu früh, da eine Entscheidung zu treffen. Aber da kein Tauwetter zu erwarten ist, sieht es für Samstag auch eher schlecht aus“, so Niewöhner. Alle Mitarbeiter blieben am Montag zuhause.

...

Immerhin hat sein Team am Wochenende auf schwerem Geläuf in Duisburg-Homberg noch drei Punkte einfahren können und ist mit 23 absolvierten Spielen im Ligaschnitt noch sehr ordentlich im Rennen. Die optimale Ausbeute von 24 Partien haben nur vier Teams aufzuweisen, Aachen und Wuppertal hinken gar schon drei Spiele hinterher. „Ja, da können wir froh sein“, ist Hildmann zufrieden, den Arbeitseinsatz in Duisburg noch erfolgreich von der „Zu-erledigen-Liste“ gestrichen zu haben – zumal auch alle Aktiven den kräftezehrenden Einsatz unbeschadet überstanden haben.

Spürbare Wettbewerbsverzerrung

Der Winter-Lockdown im nördlichen Teil der Regionalliga West sollte allerdings nicht allzu lange anhalten, um nicht eine spürbare Wettbewerbsverzerrung nach sich zu ziehen. Die Bedingungen bei den Konkurrenten im Ruhrgebiet und im Rheinland sind teilweise deutlich weniger dramatisch, hier dürfte weiter planmäßig trainiert werden können.

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