Fußball: Regionalliga West
Preußen dürfen für DFB-Pokal planen

Münster -

Die Teilnahme am DFB-Pokal der Saison 2021/22 war für Preußen Münster eigentlich nur über den Westfalenpokal erreichbar. Doch nun hat der westfälische Verband umgeschwenkt – und plötzlich ist dem Regionalligisten das Ticket kaum mehr zu nehmen.

Montag, 29.03.2021, 15:06 Uhr aktualisiert: 29.03.2021, 17:51 Uhr
2014 waren die Bayern mit Mario Götze (M.) in der 1. Runde des Pokals zu Gast in Münster.
2014 waren die Bayern mit Mario Götze (M.) in der 1. Runde des Pokals zu Gast in Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Fast aus dem Nichts erreichte die Verantwortlichen des SC Preußen am Montagmittag eine hervorragende Nachricht. Die Teilnahme am DFB-Pokal der Saison 2021/22 ist mit einem Schlag sehr wahrscheinlich geworden. Das ergab die Online-Konferenz des FLVW, nach der – anders als bisher geplant – der beste westfälische Regionalligist einen Startplatz im prestigeträchtigen und lukrativen Wettbewerb erhält.

„Geil“, entfuhr es dem Sportlichen Leiter Peter Niemeyer , als ihm die Botschaft übermittelt wurde. „Mir ist klar, dass ich das noch nicht hundertprozentig einkalkulieren kann. Aber es wäre für den Verein ein Highlight, für das Umfeld erst recht. Und ich glaube, alle hätten sich das auch verdient.“ Die finanziellen Begleiterscheinungen lässt er dabei bewusst außen vor.

Im August war zunächst entschieden worden, dass das zuletzt ausgetragene Entscheidungsspiel zwischen dem Oberliga-Meister und dem besten FLVW-Vertreter der Regionalliga diesmal aus Termingründen entfällt. Das anschließende Los fiel zugunsten des Fünftligisten aus, in der nächsten Spielzeit wäre es dann umgekehrt gelaufen. Nun steht die Oberliga-Saison aber kurz vor dem Abbruch. Daher soll nun doch der beste Viertligist aus Westfalen den Zuschlag bekommen. „Dort wurde zumindest richtig gespielt“, stellt FLVW-Vize Manfred Schnieders fest. Profiteur kann eigentlich nur der SCP sein, sofern er in den letzten zehn Partien nicht noch einen schweren Einbruch erleidet.

BVB II darf nicht antreten

Zugute kommt den Münsteranern dabei, dass die Reserve-Teams von Bundesligisten wie Spitzenreiter Borussia Dortmund II nicht im Pokal antreten dürfen. Der Zweite RW Essen gehört zum Verband Niederrhein, einziger ernsthafter Verfolger wäre der Tabellensechste SV Rödinghausen, doch der hat schon zehn Zähler Rückstand und nur noch neun ausstehende Begegnungen.

In einer Zeit, in der nicht nur den Preußen unendlich viele Erlöse weggebrochen sind, wäre der Pokal natürlich mehr als ein Trostpflaster. Dabei geht es gar nicht mal ums Sportliche. Allein an TV-Erlösen waren Teilnehmern der 1. Hauptrunde in der laufenden Serie 155 000 Euro sicher. Dazu kämen, sofern wieder Zuschauer zugelassen sind, weitere Einnahmen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Als 2014 Bayern München zum Auftakt des Wettbewerbs in Münster gastierte, wuchs die Anzahl der Mitgliedschaften und der Dauerkarten stark an. Alle wollten gegen den Rekordmeister ins Stadion.

Lohnenswertes Ziel

In dieser Hinsicht bleiben die Dinge ungewiss. Aber ein lohnenswertes sportliches Ziel hat sich für den SCP in der Rückrunde nun doch noch ergeben. Eines, das, anders als ein Heranrücken an den BVB, machbar ist. „Wir haben zwar schon den Anspruch, auf jeden Fall Dritter zu werden, aber unsere gute Entwicklung betrachte ich losgelöst vom Rest der Tabelle“, betont Niemeyer. „Die Teilnahme über den Westfalenpokal wäre aber ohnehin für uns ein absolutes Saisonziel gewesen.“

Die Partie gegen die Bayern vor bald sieben Jahren war bislang der letzte Aufritt im DFB-Pokal. Sie bildete den Abschluss einiger erinnerungsträchtiger Partien in eben jener Epoche. 2008 (VfL Bochum), 2009 (Hertha BSC) und 2010 (VfL Wolfsburg) scheiterte der Club knapp in Runde eins an Bundesligisten. 2012 gab es einen grandiosen Auftaktsieg gegen Werder Bremen, ein Jahr später gegen Zweitligist FC St. Pauli. Endstation war jeweils in Runde zwei der FC Augsburg. Niemeyer stand in diesen Spielen übrigens nie auf dem Rasen. 2009 trug er noch das Werder-Trikot, 2012 dann das der Berliner.

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