Fußball: Regionalliga West
Preußen-Stürmer Grodowski über Ehrgeiz, Positionen, Jokerrolle und seine Zukunft

Münster -

Mit der Position in der Doppelspitze hat Joel Grodowski kein Problem, auch die Jokerrolle nimmt er klaglos an. Beides zeigte sich bei seinem Siegtor in Ahlen am Samstag. Wo er allerdings in der kommenden Saison seinem Beruf nachgeht, weiß der Preußen-Stürmer noch nicht. Immerhin deutet er an, dass seine Entscheidung nicht mehr lange dauert und Münster ist nicht chancenlos ist.

Montag, 12.04.2021, 13:42 Uhr aktualisiert: 13.04.2021, 15:14 Uhr
Acht Saisontore hat Joel Grodowski (2.v.l.) bereits feiern dürfen. Es hätten zwar doppelt so viele sein können, die Zahl ist trotzdem nicht schlecht.
Acht Saisontore hat Joel Grodowski (2.v.l.) bereits feiern dürfen. Es hätten zwar doppelt so viele sein können, die Zahl ist trotzdem nicht schlecht. Foto: Jürgen Peperhowe

Nächste Frage. Joel Grodowski könnte es so halten wie Bayern-Trainer Hansi Flick , wenn es um seine Zukunft geht. Viel auskunftsfreudiger ist der Preußen-Stürmer zwar nicht. Dennoch bleibt er höflich und liefert zumindest ein wenig Stoff. Ob sein aktueller Club für die neue Saison noch im Rennen sei? „Auf jeden Fall.“ Ob sich eine Entscheidung anbahne? „Es gibt noch nichts Neues, ich höre mir alles an. Vieles verzögert sich wegen Corona gerade. Das weiß aber auch jeder.“

Die meisten Clubs warten mit ihren Planungen tatsächlich länger als sonst. Gerade im unteren Profisektor sitzt das Geld nicht mehr so locker wie vor eineinhalb Jahren. Der 23-Jährige, der 2019 zum SCP kam und dessen Kontrakt nun ausläuft, sagt immerhin: „Ja, ich werde mich bald entscheiden.“

Immer Alarm

Der Großteil der Stammspieler ist auch für die Saison 2021/22, in der der SCP oben angreifen will, gebunden. Geht Grodowski, fehlt ein spezieller Spielertyp. Keiner in der Liga ist vermutlich schneller. Er macht immer Alarm, trottet nie entnervt über das Feld. Nicht alles gelingt ihm, technisch und im Abschluss hat er noch Luft nach oben. Sein Verlust täte dennoch weh. Sportchef Peter Niemeyer ist vorbereitet für den Fall, dass es der Spieler eine Etage höher versuchen will.

Am Samstag beim 3:2 in Ahlen schoss Grodowski wieder das Siegtor. „Vielleicht war es mein Dosenöffner, so einen Treffer nehme ich gern mit.“ Der Patzer von Torwart Bernd Schipmann ermöglichte ihm einen fast leeren Kasten vor der Nase. Drei Tage zuvor gegen Spitzenreiter BVB II war er mehrmals an Keeper Luca Unbehaun gescheitert. „Er hat die Dinger gut pariert, aber ich weiß selber, dass ich sie machen muss.“ Ehrgeiz ist sein Markenzeichen.

Ich will immer spielen, nehme es aber an. Ob ich die volle Zeit dabei bin, eine Halbzeit wie diesmal oder nur 20 Minuten – Gas gebe ich immer.

Joel Grodowski

Insofern schmerzt es ihn auch, wenn er nur als Joker reinkommt. Zum fünften Mal in dieser Saison saß der Sprinter auf der Bank. „Ich will immer spielen, nehme es aber an. Ob ich die volle Zeit dabei bin, eine Halbzeit wie diesmal oder nur 20 Minuten – Gas gebe ich immer. Ich will mich ja auch dauerhaft weiterentwickeln.“

Wo das am besten möglich ist, entscheiden er, sein Berater und die Familie also demnächst. Bis dahin, das nimmt man Grodowski ab, hängt er sich für den SCP rein. Zuletzt kam er zweimal als Teil einer Doppelspitze statt über die linke Bahn zum Zug. Eine kleine Blutspur im Gesicht zeugte von der neuen Rolle. „Vorne drin kriegt man öfter mal einen ab“, lachte er. „Alleinige Spitze wäre nicht so meins, aber zum Beispiel mit Gerrit Wegkamp zusammen klappt das. Die tiefen Läufe, das hohe Attackieren – alles gut.“ Und wenn wie in Ahlen bei schlechten Platzverhältnissen „Kick and Rush“ gefordert ist, ist ihm das auch nicht fremd. Seine vorletzte Station vor Münster lautete schließlich: Bradford City.

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