Aachen verzichtet auf Einspruch
Dem Schiedsrichter kann keine Parteilichkeit nachgesagt werden

Münster -

Eine Verlängerung, besser ein Nachspiel, gibt es nicht. Der Abpfiff von Martin Thomsen, Schiedsrichter der Partie des SC Preußen Münster bei Alemannia Aachen (2:1), ist endgültig.

Freitag, 28.09.2012, 08:09 Uhr

Aachen verzichtet auf Einspruch : Dem Schiedsrichter kann keine Parteilichkeit nachgesagt werden
Viel Rauch um nichts: Der Abpfiff von Schiedsrichter Martin Thomsen ist endgültig. Alemannia Aachen nahm gestern von einem Einspruch Abstand. Foto: Jürgen Peperhowe

Der gastgebende Drittligist hatte nach der Begegnung zunächst in Erwägung gezogen, einen Protest gegen die Wertung einzulegen und laut über eine Befangenheit des Schiedsrichters spekuliert. Der Unparteiische arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Unternehmensrechnung und -besteuerung an der Universität Münster, wo er von 2006 bis 2010 auch studiert hat. Geboren ist Thomsen in Kleve an der niederländischen Grenze. Gestern nahm die Alemannia dann aber Abstand von dem Vorhaben.

Null Aussichten auf Erfolg

„Wir haben darauf verzichtet, weil wir null Aussichten auf Erfolg sehen“, räumte Uwe Scherr, Sportlicher Leiter der Aachener, klipp und klar ein. Eine Einschätzung, mit der er und der Zweitliga-Absteiger wohl goldrichtig und auf einer Wellenlänge mit dem Deutschen Fußball-Bund ( DFB ) liegen. „Ich lache mich kaputt. Solche Überschneidungen durch Studienorte sind doch gang und gäbe. Dass er in Münster arbeitet, ist doch unerheblich. Da braucht man schon einiges an Fantasie, um daraus etwas abzuleiten. Ich sehe das sehr entspannt,“ meinte Hans-Jürgen Weber auf Nachfrage.

Dem Schiedsrichter Befangenheit unterstellt

Der ehemalige Erstliga-Schiedsrichter ist Mitglied der DFB-Schiedsrichter-Kommission und als Regional-Obmann (West) zunächst für Thomsen zuständig. Lutz-Michael Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Gremiums, soll – mit der räumlichen Nähe des Unparteiischen zu Münster konfrontiert – allerdings nicht begeistert gewesen sein. Verständlich, hätte der junge Spielleiter im Vorfeld seine Bedenken kundtun und über seinen tatsächlichen Lebensmittelpunkt in der Domstadt informieren können, um möglichen Spekulationen Vorschub zu leisten. Thomsen war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Kein Grund zur Sorge für den SCP

Für den SC Preußen bestand derweil kein Grund zur Sorge, blickte man entspannt auf die Sache. „Nein, wir haben nicht geglaubt, dass es noch ein Nachspiel geben würde. Wir haben das von vornherein nicht ernst genommen. Es wär ja auch noch schöner“, gab Carsten Gockel zu Protokoll. Dabei überraschte der Sportvorstand der Adlerträger mit ganz anderen Bedenken – zumindest gehegten Ansätzen. „Der Schiedsrichter kommt aus Kleve, ist dort geboren. Vor dem Spiel haben wir uns schon so unsere Gedanken zur räumlichen Nähe zu Aachen gemacht.“

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