Dem Himmel so nah
Preußen bezwingt Bielefeld und ist Spitzenreiter der Herzen

Wenige Momente vor dem Abpfiff stieg die Laufstärke des pulsierenden Jubels noch einmal in unglaubliche Höhen. Unterhaching hatte eine 2:0-Führung gegen Dortmund verspielt, der „kleine“ BVB führte mit 3:2, und Münster war in diesem Augenblick im Angesicht des sicheren Sieges, einer kolossalen 4:0-Führung über Arminia Bielefeld, der neue Tabellenführer in der 3. Liga. Derbytriumph und Platz eins, schöner kann Fußball für die Preußen-Fans kaum sein.

Montag, 24.09.2012, 10:09 Uhr

Dem Himmel so nah : Preußen bezwingt Bielefeld und ist Spitzenreiter der Herzen
Die Preußen feiern ihren Derbytriumph über Arminia Bielefeld, die Anzeigetafel lügt nicht. 4:0 für Münster hieß es am Ende. Foto: Jürgen Peperhowe

So wurde gefeiert, den Preußen als der Nummer eins der Liga gehuldigt, während einige Bielefelder Randale suchten und Böller warfen. Ein paar Minuten dauerte die Verwirrung, die sich wirklich gut anfühlte, ehe Unterhachings 4:3-Sieg publik wurde, die Bayern waren nun wieder auf Rang eins gehuscht. Die Preußen waren eine Art Spitzenreiter der Herzen gewesen, ein bisschen so wie Schalke 04 im Mai 2001, als die Königsblauen sich geschlagene vier Minuten als Champion der Bundesliga wähnten. Natürlich war die Dimension in Münster nicht so dramatisch, und man sollte bis heute einen Anflug von Mitleid mit Schalke 04, dem dann „Meister der Herzen“ genannten Club, haben. Die Preußen konnten den „Absturz“ von der Tabellenspitze leichter verschmerzen.

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Den Platz an der Sonne zu erklimmen, ein unmögliches Unterfangen? Eine Utopie? Nein, nein, Preußen Münster hat sich in den ersten zehn Punktrunden einen gewissen, einen guten Ruf erarbeitet. Das Team von Trainer Pavel Dotchev wird sogar gefürchtet. Taktische Disziplin, kompakte Defensivarbeit, ein Mittelfeldmix aus Laufarbeit und Filigranem sowie eine explosive Offensive kennzeichnen diese Mannschaft, die Partie gegen den ewigen Rivalen aus Bielefeld zeigte davon fast alles.

Westfalenderby: Preußen Münster gewinnt 4:0 gegen Arminia Bielefeld

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  • Preußen Münster feiert mit den Fans.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stefan Krämer

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  • Matthew Taylor

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  • Zweikampf von Schöneberg und Dennis Riemer.

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  • Bischoff

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  • Trainer Dotchev jubelt.

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  • Dotchev und Taylor

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  • Dotchev und der verletzte Schmidt.

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  • Jubel nach dem Spiel.

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  • Masuch und Riemer.

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  • Nazarov im Zweikampf mit Tom Schütz.

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  • Kühne, Riemer und Kirsch.

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  • Truckenbrod, Bischoff und Nazarov.

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  • Krimphove und de Angelis.

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  • Jubel nach dem Spiel.

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  • Siegert und Bischoff jubeln.

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  • Kühne am Boden nach einem Foul von Fabian Klos.

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  • Dotchev und Krämer.

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  • Taylor, Bischoff, Kühne und Siegert.

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  • Kühne und Bischoff beim Torjubel.

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  • So lautete auch der Endstand nach 90 Spielminuten.

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  • Bielefelds Torwart Patrick Platins rettet gegen Matthew Taylor.

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  • Benjamin Siegert: der Torschütze zum 1:0.

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  • Preußen Münster feiert das 4:0 über Arminia Bielefeld.

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  • Truckenbrod und Hergesell behalten die Oberhand.

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  • Torjubel nach dem 1:0 durch Benjamin Siegert.

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  • Kühne verletzt am Boden. Später erzielt er das 4:0 per Foulelfmeter.

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  • Truckenbrod im Kopfballduell mit Christian Müller.

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Viel besser kann Drittliga-Fußball nicht sein. 21 Punkte, nur eine Niederlage, 440 Minuten ohne Gegentor, so einen SCP gab es seit langer, langer Zeit nicht mehr. Natürlich ist die Euphorie riesengroß, und vermutlich werden auch wieder weniger spektakuläre Partien folgen, auch Niederlagen und Wochen ohne Sieg. Nur aktuell sind die Preußen ein Riesenspaß für jung und alt.

Ich bin sehr zufrieden, der Sieg gibt mir ein gutes Gefühl.

Preußen-Trainer Pavel Dotchev

Das Geheimnis sei der Teamgeist der Mannschaft, wird immer und immer wieder gesagt. Im Moment lebt die Elf auch von dem Schwung der Erfolge. Zudem hat Trainer Dotchev das Glück, den Ausfall von Dominik Schmidt durch Routinier Stefan Kühne auf gleich hohem Niveau ausgleichen zu können. Erst wenn weitere Ausfälle folgen, wird sich zeigen, wie hoch die Qualität in der zweiten Reihe in der Realität ist.

Am Dienstag bei Alemannia Aachen dürften die Punkte leicht zu holen sein – das ist ein verwegener Gedanke. Münster ganz oben und im Stimmungshoch, der Zweitliga-Absteiger im Keller und nervlich nicht in bester Verfassung. Pavel Dotchev, der Mann rauchte seine obligatorische Siegerzigarre daheim auf der Terrasse in Paderborn mit Genuss, hat warnend den Finger gehoben: „Wir haben keine Zeit, den Erfolg zu genießen. Und wir werden schwierigere Gegner haben als Bielefeld.“ Er meint die Alemannia, der nächste Gegner ist halt doch immer der schwerste.

Spielanalyse: Preußen Münster - Arminia Bielefeld

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