Fußballkunst stirbt in der Eiszeit aus
Von vielen denkwürdigen Pfiffen war der Anpfiff der Partie der falscheste

Rostock -

Artig verneigte sich Marc Fascher nach der Partie. Der Vorgänger von Pavel Dotchev als Trainer in Münster, vor fast genau einem Jahr beurlaubt, zollte höflich als fairer Verlierer Respekt: „Wenn die so weitermachen, steigen die Preußen auf.“ Es gab wenig zu deuteln am 2:0-Endstand, weil der SCP in einigen Phasen auch noch mit Spielwitz und Ideen agierte, Rostock hatte da wenig zu bieten – trotz einstündiger numerischer Überlegenheit. Der Rest war Kampf, Befreiungsschläge, Schlitterpartien, Fehlerminimierung. Münster nahm die drei Punkte dankend an, obwohl der Tenor eigentlich dieser war: „Dieses Spiel war irregulär. Das darf gar nicht angepfiffen werden, so macht das eigentlich keinen Spaß.“ Meinte Jens Truckenbrod, der im defensiven Mittelfeld der Gäste mit dem winterlichen Räumdienst beschäftigt war, am Ende aber über beide Backen strahlte.

Sonntag, 27.01.2013, 14:01 Uhr

Rot für Patrick Kirsch: Da half es wenig, dass sich der Innenverteidiger (l.) hinter den Kollegen Robin Neupert und Kevin Schöneberg versteckte.
Rot für Patrick Kirsch: Da half es wenig, dass sich der Innenverteidiger (l.) hinter den Kollegen Robin Neupert und Kevin Schöneberg versteckte. Foto: Georg Scharnweber

Rostock ist nicht viel eingefallen, die wenigen Chancen waren eher zufällig“, fand Dotchev . Auch er schüttelte trotz des Erfolges den Kopf darüber, dass dieses Spiel angepfiffen wurde. Aber er sei stolz auf seine Jungs, die Mission an der Ostsee war unter dem Strich ein voller Erfolg, Allerdings machten sich zwei große Baustellen in der bewährten Abwehr auf. Kevin Schöneberg droht länger auszufallen, Simon Scherder vertrat ihn in Rostock ordentlich. Schöneberg „holte“ sich geschickterweise auch gleich seine fünfte gelbe Karte für Ballwegtreten ab. Die Spielsperre sitzt er in seiner Verletzungspause ab, ein Schelm, der Durchtriebenes dabei denkt. Wenige Sekunden nach der Verwarnung verschwand Schöneberg vom Feld.

Auch Patrick Kirsch wird wenigstens zwei Partien gesperrt. Stefan Kühne, der Defensiv-Tausendsassa, ist dann wohl wieder gefordert. „Eigentlich stand ich nach meinen Achillessehnenproblemen nur für den Notfall zur Verfügung.“ Dann wurde eine geschlagene Stunde daraus. Fortsetzung am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden garantiert.

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