H-Blockx und SCP
Nach der Rockband folgen die Kicker - Zweites münsterisches Gastspiel in Leipzig 

Münster -

Zur Saisoneröffnung bekam RB Leipzig schon einmal zu spüren, wie Münster rocken kann. Die H-Blockx spielten auf der Parkbühne, als die „Roten Bullen“, der Aufsteiger in die 3. Fußball-Liga, sich seinen Fans präsentierte. Und Henning Wehland, der Sänger der Band, schickte gleich mal eine besondere Botschaft an die Leipziger Anhänger: „Behandelt unsere Preußen-Fans ja gut.“ Der Beweis kann am Samstag angetreten werden, wenn es zum Aufeinandertreffen des Aufsteigers mit dem SC Preußen Münster kommt, mit 15 000 bis 20 000 Zuschauern wird im einstigen Zentralstadion gerechnet.

Montag, 22.07.2013, 20:07 Uhr

Bereit für das Gastspiel in Leipzig: Die Preußen-Spieler Matthew Taylor (von links), Marcus Piossek, Fabian Hergesell, Dominik Schmidt und Dennis Grote.
Bereit für das Gastspiel in Leipzig: Die Preußen-Spieler Matthew Taylor (von links), Marcus Piossek, Fabian Hergesell, Dominik Schmidt und Dennis Grote. Foto: Jürgen Peperhowe

Heute wird der generalüberholte Fußball-Palast nach einem Energydrink benannt, die Umbenennung des Vereins in Red Bull Leipzig scheiterte derweil an den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes. Also wird von Rasenballern gesprochen oder auf der eigenen Homepage von den Roten Bullen. Wie auch immer, der Aufsteiger gilt auch gleich in der ersten Drittliga-Saison als Anwärter auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Beim 1:0-Auftaktsieg in Halle wurde gleich die passende Duftnote gesetzt. Allerdings, und das sollte nicht unterschlagen werden, war Münsters 3:0-Heimerfolg über Burghausen ebenfalls stark.

Langfristig soll RB Leipzig nicht nur den Weg in die 1. Bundesliga finden, sondern in Europa auf Augenhöhe mit Bayern München konkurrieren. Das hat jedenfalls der 69 Jahre alte Dietrich Mateschitz, Inhaber von Red Bull , als großes Ziel vorgegeben. Für den Moment gehe es aber nicht um den nächsten Aufstieg, sondern um eine „gesunde Entwicklung“, wie der österreichische Multi-Milliardär im Interview mit der „Leipziger Volkstimme“ sagte, der Aufstieg jetzt ist kein Muss. Man rudert etwas zurück, will nicht als „Bayern der 3. Liga“ den 19 Gegnern kostenlose Motivationshilfe liefern. Zu spät, das ist längst passiert, der Aufsteiger polarisiert.

Auf mindestens zehn, eher 15 Millionen Euro wird der Etat des Drittligisten geschätzt, die kerngesunden Preußen kommen mit gerade mal der Hälfte aus. Für die beiden Verpflichtungen von Yussuf Poulsen (Lyngby Kopenhagen) und Joshua Kimmich gab Leipzig über eine Million Euro Ablösesumme aus. Poulsen ist 19 Jahre und schoss elf Tore in der ersten dänischen Liga, der Mann soll kaum zu halten sein, das kann man verstehen. Kimmich kommt auf 21 Erstligaeinsätze für den VfB Stuttgart – in der A-Junioren-Bundesliga allerdings nur. Er soll wiederum auch ein Supertalent sein. Die Schwaben haben sich ein Rückkaufsrecht gesichert. Mit Daniel Frahn verfügt Leipzig zudem über eine Tormaschine, 63 Tore in 93 Punktspielen sind ein Wort.

Leipzig kann wirtschaftlich das größte Rad in Liga drei drehen. Sportlich war der erste Auftritt, wie SCP-Coach Pavel Dotchev meinte, beeindruckend: „Die machen viele Sachen gut.“ Das sagte er, nachdem er den Leipziger Saisonauftakt am TV verfolgt hatte. Dotchev zappte sich durch die Programme, sah parallel das Zweitligaspiel St. Pauli gegen 1860 München (1:0). St. Pauli ist in knapp zwei Wochen Gegner im DFB-Pokal. Dotchev hat (noch) mehr Respekt vor dem Samstag: „Leipzigs Auftritt in Halle hat mir besser gefallen als das Spiel von St. Pauli. Aber die 3. Liga ist ja mindestens auch eine kleine 2. Liga.“

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