Kühler Kopf in Leipziger Hitze
Fußball-Drittligist nahezu in Bestbesetzung

Münster -

Die Abfahrt im wohlklimatisierten Mannschaftsbus am Freitag verlief unspektakulär. Jede Menge Getränke wurden eingeladen. Tröpfchenweise schlenderten die Adlerträger heran. Zuvor hatten die Spieler des SC Preußen Münster beim Abschlusstraining einen Eindruck davon bekommen, wie es in Leipzig am Samstag um 14 Uhr sein könnte: Hitzig, stickig, schwül, Gewitterwolken am Horizont. Tropische Verhältnisse halt beim Spitzenkick der 3. Liga. Darauf müssen sich die Akteure wohl einstellen, am bisher heißesten Samstag des Jahres.

Freitag, 26.07.2013, 20:22 Uhr aktualisiert: 26.07.2013, 20:35 Uhr
Letzte Woche siegten die Preußen mit einem klaren 3:0 gegen Wacker Burghausen.
Letzte Woche siegten die Preußen mit einem klaren 3:0 gegen Wacker Burghausen. Foto: Jürgen Peperhowe

„Ich will darüber gar nicht groß reden. Das wird kein Alibi für die Spieler sein. Die anderen müssen auch damit klarkommen“, meinte Trainer Pavel Dotchev . Bei all den Wetterprognosen, angefangen von einem Hitze-Gewitter genau zu Anpfiff bis Temperaturen von 40 Grad und vermutlich auch noch einen Sandsturm über Sachsen, lässt sich der SCP-Coach dennoch nicht verrückt machen.

Leipzigs Plus unter den besonderen Umständen dürfte das Alter sein. Die Mannschaft des Aufsteigers ist im Durchschnitt zwei, drei Jahre jünger. Aber, und das könnte Leipzigs Minus sein, die „roten Bullen“ werden ihren Powerfußball mit Pressing und allerhöchster Laufbereitschaft nicht 90 Minuten ohne wenn und aber spielen können. Preußens Vorteil ist der Tempomix, Amaury Bischoff und Jens Truckenbrod in der Mittelfeldzentrale können die Geschwindigkeit steuern, mal langsam und geduldig, mal schnell und überfallartig. Kräftezehrend wird es fraglos auf beiden Seiten sein.

Münsters 26-köpfiger Kader war bis auf einen Akteur zuletzt im Training am Ball. Für Gaetano Manno kommt ein Einsatz noch zu früh, der Mittelfeldspieler wird am kommenden Dienstag beim Testspiel gegen Bezirksligist Heide Paderborn den Preußen-Dress tragen. Zurückgemeldet hat sich Ersatztorwart Cedric Wilmes nach überstandener Schulterverletzung. Einzig Kevin Schöneberg bestreitet weitere sein Aufbautraining und ist noch kein Kandidat für das Spieltags-Aufgebot oder gar die Startelf.

„Es gibt keinen Grund, diese zu ändern“, sagt Dotchev, angesprochen auf die ersten Elf in Leipzig. Nach dem 3:0-Sieg über Wacker Burghausen haben die „Starter“ eine zweite Chance verdient. Dotchevs Lob ging an das gesamte Aufgebot vom ersten Spieltag, nur Wilmes wird Aziz Recep ersetzten. Letztgenannter war ein „Notnagel“ zur Erfüllung der U-23-Regel, ist aber eigentlich nur die Nummer vier in der Torwart-Hierarchie der Preußen. Wilmes erfüllt auch die U-23-Regel und ist damit Nummer zwei hinter Stammkraft Daniel Masuch.

Nach Leipzig fuhr der SCP-Bus aber mit 20 Spielern ab. Patrick Kirsch, der zum Auftakt nur Tribünengast war, fährt ebenso mit wie Zlatko Muhovic. Der Mittelfeldspieler, Neuzugang aus Wiedenbrück, hatte zuletzt einen Denkzettel vom Trainer erhalten. „Ihm fehlt etwas Ehrgeiz. Ich habe nicht das Gefühl, dass er bereit ist, über seine Leistungsgrenze zu gehen“, hatte Dotchev vor genau einer Woche gesagt. Nun muss Muhovic wohl nachgebessert haben und gehört zum 20er-Aufgebot.► Preußen Münster:Masuch – Siegert, Kühne, Schmidt, Hergesell – Piossek, Truckenbrod, Bischoff, Grote – Kara – Taylor.

24 Stunden vor dem Auswärtsspiel in Leipzig

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