„Mehmet ist ein Preuße“
Fußball-Drittligist Preußen holt Kara zurück

Münster/Ankara -

Perfekt. Eigentlich, nur die Unterschriften auf dem Papier fehlten noch, kurz vor 18 Uhr war dann aber alles geritzt. Am Dienstagabend sprachen sich Carsten Gockel als Sportvorstand des SC Preußen Münster und Cem Onuk, Manager von Genclerbirgili Ankara, über den Wechsel von Mehmet Kara telefonisch aus. Einen Tag später saß Gockel im Flieger in Richtung Türkei, um alle Formalitäten und Finanzfragen vor Ort zu regeln. Jetzt ist der Vertrag unterschrieben.

Mittwoch, 23.01.2013, 17:01 Uhr

„Mehmet ist ein Preuße“ : Fußball-Drittligist Preußen holt Kara zurück
Neuauflage demnächst: Im Jahr 2008 verlängerte Mehmet Kara im Trainingslager vorzeitig mit Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis Foto: Jürgen Peperhowe

Unklar war erst, ob er Kara gleich in Watte packt und im Handgepäck mit nach Münster bringt. „Wir haben uns geeinigt, jetzt sind auch die Verträge unterzeichnet. Mehmet ist wieder ein richtiger Preußen“, teilte Gockel mit. Am Donnerstag werden das Präsidiumsmitglied und der „Heimkehrer“ um 12.10 in Düsseldorf landen, dann folgt der obligatorische medizinische Check in Münster. Das wäre geschafft.

Nach eineinhalb Jahren kehrt der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler zu seiner „alten Liebe“ in Münster zurück. Es ist für die 3. Fußball-Liga ein bemerkenswerter Transfer, Karas Verpflichtung gehört ins Premium-Segment in der 3. Liga. Münster setzt wenige Tage vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebe mit dem Auftritt bei Hansa Rostock ein klare Zeichen. Der Tabellendritte will die gute Ausgangsposition nutzen und mit der Kara-Verpflichtung qualitativ zulegen.

Kara spielte bereits von 2007 bis 2011 beim SCP , er war ein Dauerbrenner im Mittelfeld. Seine individuelle Qualität machte ihn manches Mal zum Alleinunterhalter. Nachdem er 2008 im Sommer-Trainingslager seinen Kontrakt vorzeitig in Münster bis 2011 verlängert hatte, platzte die nächste Unterschrift unter ein drittes Vertragswerk kurz vor dem Abschluss. Kara hatte nach seinem Wechsel von der Hammer SV in 133 von 136 Meisterschaftsspielen (31 Tore) in der Oberliga und Regionalliga für den SCP gespielt sowie drei Erstrundenpartien im DFB-Pokal absolviert.

Die 2. Bundesliga lockte. Im Mai 2011 wechselte Kara zum Zweitligisten SC Paderborn. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lieferte er eine überragende zweite Saisonhälfte ab. Als Fußballer machte Kara unter seinem langjährigen Coach Roger Schmidt in Paderborn einen Qualitätssprung. So wurde Ankara aufmerksam auf Kara und angelte sich den flexiblen Offensivakteur für eine Ablösesumme, die zwischen 350 000 und 500 000 Euro gelegen haben soll, für drei Jahre.

Nach sieben Einsätzen in der Süper Lig und vier Pokalpartien hat aber Kara um die Freigabe gebeten. Clubchef Ilhan Cavcav lässt Kara gehen, Trainer Fuat Capa hatte ihn vorher schon aussortiert. Zum zweiten Mal nach seiner Zeit bei Gaziantepspor (2003 bis 2006) endet für Kara das Abenteuer in seinem Heimatland unerquicklich. „Aber ich bin, hoffentlich, bald wieder bei meinem Heimatverein“, hatte er in einem exklusiven Interview mit unserer Zeitung gesagt. Das war am Montag. 48 Stunden später war der Kontrakt in Ankara aufgelöst und der neue beim SC Preußen unterzeichnet.

Mehmet Kara

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Offen ist, wann Kara erstmals wieder beim SC Preußen trainieren wird. Ein Einsatz in Rostock scheint momentan ausgeschlossen. Bereits am Donnerstag fährt Trainer Pavel Dotchev mit seinem Kader an die Ostsee. Das Heimspiel gegen SV Wehen-Wiesbaden am 2. Februar dürfte das Comeback von Kara erleben.

Nach Stürmer Matthew Taylor, der im Sommer vom Zweitligisten SC Paderborn geholt worden war, ist Kara der zweite Akteur, für den der SC Preußen eine Ablösesumme zahlen wird. Wie hoch die Transferentschädigung für Ankara sein wird, darüber schweigen sich die Verantwortlichen in Münster aus. Der branchenübliche Kurs dürfte im tiefen sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Kara dürfte in Münster einen Vertrag bis mindestens Sommer 2015 erhalten.

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