Nach der 0:3-Niederlage in Unterhaching
Preußen Münster und die große Leere

München - Die große Leere. Fassungslosigkeit machte sich bei den Preußen breit. Nach der 0:3-Pleite in Unterhaching rutschte der SCP auf den fünften Rang in der Tabelle der 3. Liga ab. Theoretisch, aber nur theoretisch nach dieser Vorstellung, kann die Elf von Trainer Pavel Dotchev noch auf den Relegationsrang drei vorrücken am letzten Spieltag mit einem Heimsieg über den SV Babelsberg. Dafür dürften Heidenheim und Osnabrück nicht gewinnen. Doch nachdem sich die Adlerträger innerhalb kürzester Zeit und einfach nur unerklärlich in eine ausgewachsene Krise manövriert haben, sollte davon eigentlich keiner sprechen. Null zu drei in Unterhaching, das klingt nicht nur bitter, das war auch ganz bitter, es war einfach nur schrecklich.

Sonntag, 12.05.2013, 14:24 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.05.2013, 10:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 12.05.2013, 14:24 Uhr
Nach der 0:3-Niederlage in Unterhaching : Preußen Münster und die große Leere
Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir hatten 700 Kilometer von zuhause entfernt ein Heimspiel. Und dann das. Damit haben wir ganz viel kaputt gemacht“, zeigte sich auch Trainer Dotchev geschockt von der Partie. Münster wollte in die 2. Bundesliga, sportlich wurde das Team diesem Anspruch in letzter Konsequenz bis hierhin nicht gerecht – in Erfurt (1:1), gegen die Stuttgarter Kickers (0:1) und am allerwenigsten in Unterhaching. Was Münster vor der Pause lieferte war das mit Abstand Schlechteste dieser Saison, und gerade jetzt wurde von jedem Spieler und dem Kollektiv 100 Prozent und ein bisschen mehr gefordert. Dotchev: „Ich kann das nicht erklären.“ Sein Vertrauen galt einer Mannschaft, die in dieser Formation in der ersten Saisonphase von Erfolg zu Erfolg geeilt war, die aber Unterhaching ein Schatten ihrer selbst blieb.

„Als Mannschaft haben wir uns in den letzten drei Spielen verloren, erklären kann ich das nicht“, sagte Sportvorstand Carsten Gockel und rätselte. „Auch ich kann das nicht erklären. Das einzige, was heute Zweitliga-reif war, das war unser Anhang.“ Unter den 2750 Zuschauern war mindestens die Hälfte aus Münster, sie brachen nach Spielschluss nicht den Stab über den Spielern. Dotchev: „Das ist auch nicht normal, dafür müssen wir uns bedanken.“

Bedanken? Kapitän Stefan Kühne, der in der zweiten Hälfte ins Feuer geworfen wurde, brachte es auf den Punkt: „Jeder von uns sollte sich bei den Fans entschuldigen. Die fahren nach München und müssen sich soetwas anschauen. In dieser Mannschaft muss sich einiges ändern, aber das ist Sache des Trainers.“ Natürlich wollte keiner nach Spielschluss die große Analyse ziehen, zu tief saß der Stachel dieser Niederlage. Fest steht, dass die Preußen nach 34 zum Teil begeisternden Spieltagen in 270 Minuten ziemlich viel zerdeppert haben. Diese Mannschaft hat dem realen Druck des Aufstiegskampfes, als es um die Wurst ging, nicht standgehalten

„Das war ein desolate Mannschaft. Ich habe sie nicht wiedererkannt, sie hat so oft in dieser Spielzeit ein anderes Gesicht gezeigt“, zeigte sich Clubchef Dr. Marco de Angelis enttäuscht. Man werde die Situation analysieren und Schlüsse für die nächste Saison ziehen. Und, so der SCP-Präsident weiter: „Ich weiß nicht, wo das Team den Charakter verloren hat?“ Torwart Daniel Masuch wusste es auch nicht, das Aufstiegsrennen hatte der 36-Jährige auch abgehakt: „Wir hatten eine Riesenchance, aber nichts davon konnte von uns warmgehalten werden. Das tut weh.“

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