Pokalheld Björn Kluft - Hattrick vom SCP-Stürmer
Preußen feiern 3:0-Sieg gegen SC Verl und erreichen Hauptrunde im DFB-Pokal

Münster -

Björn Kluft sei Dank. Der SC Preußen Münster hat zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren den DFB-Pokal erreicht. Jetzt darf man auf ein großes Los hoffen, auf ein ausverkauftes Haus in der 1. Hauptrunde (7. bis 10. August). Kluft war es, der am Mittwochabend vor 3828 Zuschauern einen quälend langatmigen Pokalabend mit seiner Tor-Trilogie zum 3:0 (0:0) zumindest etwas Glanz verlieh. Egal wie, der Fußball-Drittligist hat den Regionalligisten aus Ostwestfalen irgendwie in Schach gehalten.

Mittwoch, 02.05.2012, 21:05 Uhr

„Na ja, dafür bin ich ja da“, sagte Kluft nach seinem Hattrick nach der Pause. Und Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis fügte an: „Es war klar, dass die Jungs Schwierigkeiten hatten, frisch auf den Platz zu kommen.“ Er hielt schützend die Hand über eine insgesamt schwache Vorstellung, und fügte an: „In den letzten Wochen hat die Mannschaft immer im entscheidenden Moment die Siege geholt.“

Ja, ja, rassiger Pokalfight und so. Nach der ersten halben Stunde gab es praktisch nichts zu sehen, zu fühlen oder zu berichten. Ein lauer Abend mit fadem Gekicke auf dem Rasen war das. Und es lag nicht nur daran, dass das Geläuf im Preußenstadion – wie ja mittlerweile landauf, landab so ziemlich jeder weiß – an eine Gartenfläche kurz vor der Frühjahrsbeflanzung erinnerte und somit Kombinationsfußball deutlich schwer zu praktizieren war.

Als Ausrede für das folgende Rumgepöhle reichte das nicht. Tatsächlich war es ein brachial geschossener Freistoß von Marco Königs nach bereits 35 Minuten, der bedrohlich Fahrt in Richtung Verler Tor aufnahm, der hätte passen können – wenn nicht Königs Mitspieler Björn Kluft von der Kugel fast „erlegt“ worden wäre. Kluft stand im Weg bei Münsters bester Chance bis zu diesem Moment.

Das passte zum Kick ohne Verve. War das geplant? Der Stadionsprecher legte in der Pause einen Song von den Toten Hosen als erste Beschallungs-Maßnahme auf. „An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit“, lautet der Refrain. Nun gut, etwas mehr Pathos wünschte jeder Zuschauer der Partie. Mannomann, die Kandidaten aus Münster waren bemüht, aber das war es auch schon. Von einem Drittligisten darf mehr erwartet werden.

Erster Aufreger war ein Schuss von Verls Sascha Brinker (49.), SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues war aber auf der Höhe. Dann doch soetwas wie eine Reaktion der Preußen . Heise spielte auf der linken Seite den eingewechselten Radovan Vujanovic an, dessen Zuspiel verwandelt Kluft souverän zum 1:0. Eine Stunde Fußballfolter war dem vorausgegangen. Später, als Ex-Preuße Guerino Capretti die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, war wieder Kluft zur Stelle, um die Vorarbeit von Dennis Grote zum 2:0 zu verwandeln. Dann passte noch einmal Vujanovic auf Kluft, der in seinem vielleicht vorletzten Einsatz für den SCP das 3:0 markierte.

Sein Wunschlos: „Dortmund wäre nicht schlecht.“ Ob er als ein Preuße das erleben würde, ist dagegen fraglicher denn je. Am 7. Juni (Fronleichnam) ist das Endspiel geplant, der SCP trifft auf Drittliga-Konkurrent Arminia Bielefeld, der gegen FC Bad Oeynhausen in der Vorschlussrunde mit 6:0 gewonnen hatte. Beide Teams werden dann die Saison-Vorbereitung noch nicht einmal gestartet haben, ein neuer Termin muss gefunden werden, auch der Austragungsort steht noch nicht fest.

SCP: Schulze Niehues – Duah, Kühne, Hergesell, Heise – Ornatelli, Truckenbrod – Siegert (87. Koopmann), Kluft, Daghfous (79. Grote) – Königs (58. Vujanovic).  

Verl: Kampe – Schmidt, Capretti, Bertram, Kaminski – Bömer Schulte, Martinovic (75. Schröder) – Haeder (59. Arifi), Brinker, Manstein (85. Nas) – Rasp. Zuschauer: 3828. – Tore: 1:0 Kluft (60.), 2:0 Kluft (81.), 3:0 Kluft (90.).

Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen). – Gelb-Rote Karte: Capretti (77.) wiederholtes Foulspiel. – Gelbe Karten: Vujanovic / Kaminski, Arifi.

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