Preußen Münster besiegt Chemnitzer FC 3:1
Zündstoff auf allen Ebenen: Interview von SCP-Sportchef sorgt für Ärger

Münster -

Mit dem 3:1-Sieg gegen den Chemnitzer FC tat Fußball-Drittligist SC Preußen Münster am Mittwochabend einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Doch sorgte ein Interview des neuen Sportchefs Detlev Dammeier für ein großes Echo.

Donnerstag, 27.03.2014, 09:03 Uhr

Preußen Münster besiegt Chemnitzer FC 3:1 : Zündstoff auf allen Ebenen: Interview von SCP-Sportchef sorgt für Ärger
SCP-Sportchef Detlev Dammeier (M.). Foto: Jürgen Peperhowe

Der SC Preußen Münster verabschiedet sich mit Nebengeräuschen mehr oder weniger aus dem Abstiegskampf. Jetzt, mit 42 Pluspunkten im Rucksack nach dem 3:1 (1:1)-Heimerfolg vor 7062 über den bisherigen Tabellennachbarn Chemnitzer FC , könnte schon am Samstag im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund 2 fast alles klar gemacht werden.

Trainer Ralf Loose sah sein Team, anders als beim 0:2 in Regensburg zuletzt, konzentriert und effektiv wie selten in dieser Spielzeit. Eine Hochglanz-Vorstellung war das nicht, aber nach dem 0:1 durch Marc Hensel (19.) erarbeitete und erzwang der SCP ein Eigentor von Fabian Stenzel (40.), den Elfmetertreffer von Dennis Grote (60.) sowie das 3:1 durch Rogier Krohne.

Kalter Märzabend, aber hitzige Stimmung im Vorfeld. Ein Interview zu Wochenbeginn von Sportchef Detlev Dammeier hatte für Zündstoff gesorgt auf allen Ebenen. Dass er den Kader verantwortlich zusammen zu stellen gedenkt und einen Umbruch plant, war nicht ganz neu. Überraschender war die Aussage, dass die Klärung der Trainerfrage nicht oben auf der Prioritätsliste stehen würde. Sowohl in den Führungsgremien des Vereins wie auch innerhalb der Mannschaft kam der Alleingang von Dammeier gar nicht gut an, zumal der SCP vor Anpfiff alles andere als auf der sicheren Seite in Sachen Ligaerhalt stand.

WN-TV-Videoanalyse: Preußen Münster - Chemnitzer FC

„Das haben wir intern bereits besprochen“, sagte Club-Chef Dr. Marco de Angelis vielsagend. „Glücklich war das nicht in dieser Situation, aber daran sieht man den Charakter der Truppe“, erklärte für die Mannschaft Kapitän Jens Truckenbrod, die Zukunftsdiskussion machte den Akteuren keinen Spaß. Die Spieler fanden Dammeiers Aussagen nicht toll, und Torwart Daniel Masuch fragte: „Wieso werden gerade jetzt Hierarchien in Frage gestellt?“ Und meinte dann noch zum angekündigten Umbruch: „Das ist schade für die Jungs, die hier seit Jahren spielen.“ Es war aus Sicht des Teams respektlos.

Und Chefcoach Ralf Loose war zudem alles andere als entspannt, angesprochen auf die Ausführungen seines Sportchefs reagiert haben. In der Kabine des SCP hing dann eine Kopie des dammeierschen Extrakts, sein Bild soll dabei unkenntlich gemalt worden sein – Täter natürlich unbekannt. „Ich war entsetzt über die Aussagen, das war enttäuschend“, erklärte Loose nach der Partie. Der ganze Laden sei durcheinander gebracht worden, so der 51-Jährige weiter. Dammeier sagte später wenig zur Debatte der letzten Tage: „Jeder kann sich seine eigene Meinung machen. Es war im Spiel eine großartige Leistung der Mannschaft. Alles weitere werden wir intern besprechen.“

Rechnerisch sind wir noch nicht durch.

SCP-Sportchef Detlev Dammeier

Zurück zum Tagesgeschäft: Münster begann wie schon in Regensburg etwas fahrig, die Gäste wirkten einen Tacken aggressiver und entschlossener. Bereits nach 71 Sekunden wackelte Münsters Verteidigung und konnte Anton Makarenkos Schuss so gerade noch blocken. Doch der CFC machte zunächst pausenlos so weiter, ärgerte die Hausherren fortwährend und besagter Makarenko schlug die Ecke, die zum 1:0 durch Marc Hensel nach 19 Minuten führte.

Erst nach knapp einer halben Stunde wurde es aus Sicht des SCP besser, Soufian Benyaminas Trilogie der verpassten, mehr oder weniger guten Chancen (28., 29. und 34.) passte aber ins Bild. Allein aus zehn Metern verpasste die Dresdner Leihgabe im dritten Anlauf aus allerbester Lage zum Ausgleich zu treffen. Da musste andere Hilfe her nach 40 Minuten, denn nach einer Ecke von Dennis Grote bugsierte der Chemnitzer Fabian Stenzel den Ball in die eigenen Maschen, dann streichelte ein Schlenzer von Rogier Krohne in der Nachspielzeit den Chemnitzer Pfosten.

Preußen Münster - Chemnitzer FC

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Nach der Pause passierte erst wenig, dann aber innerhalb von zwei Minuten eine Menge. Schiedsrichter Jonas Weickenmeier wertete einen Zweikampf von Kevin Conrad mit Soufian Benayamina als elfmeterwürdig – zu Gunsten des SCP. Und Dennis Grote, gar nicht feige, verwandelte zum 2:1. Einem gefiel diese Gewürzmischung gar nicht, denn erste schimpfte der Pfeffer, Vorname Sascha, über den Elfmeterpfiff nachträglich und sah die Gelbe Karte – um keine 100 Sekunden später nach einer „Schwalbe“ im Preußen-Strafraum mit der Ampelkarte abgestraft zu werden. Das haben einen bitteren Geschmack.

So gings weiter in Sachen Effektivität: Erster Preußen-Konter mit einem fantastischen Flankenlauf von Benjamin Siegert und Rogier Krohne fliegt in Ball. 3:1. Wenige Tage nach der Pleite in Regensburg (0:2) präsentierte sich der SCP dieses Mal robuster, stellte die anfänglichen Schwächen schnell ab und machte drei Riesenschritt Richtung Ligaerhalt.

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