Preußen Münster vor dem Saisonfinale
Zeit für klare Bekenntnisse

Fünf Saisonspiele stehen für den SC Preußen Münster noch an, zudem mindestens noch eine Partie im Westfalenpokal am kommenden Mittwoch bei SuS Stadtlohn – das Halbfinale für den vierfachen Westfalenpokalsieger aus Münster. Hier fällt die Entscheidung über den Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokall, und damit geschätzt rund 200.000 Euro Einnahme. Am Samstag gastiert die Elf von Trainer Ralf Loose noch bei Hansa Rostock, mit einem Erfolgserlebnis dürften die letzten theoretischen Zweifel am Ligaerhalt beseitigt werden können.

Freitag, 11.04.2014, 02:04 Uhr

Konnte seinen Trainer zuletzt nicht überzeugen: Preußen-Spielmacher Amaury Bischoff.
Konnte seinen Trainer zuletzt nicht überzeugen: Preußen-Spielmacher Amaury Bischoff. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster Gut 48 Stunden vor dem Auswärtsspiel des SC Preußen Münster bei Hansa Rostock musste man sehr genau auf die Untertöne achten. Große Geheimnisse hatte SCP-Coach Ralf Loose zunächst nicht zu verkünden, zumindest was die Aufstellung betraf. So wird aller Voraussicht nach Patrick Kirsch für den gesperrten Innenverteidiger Dominik Schmidt zum Einsatz kommen. Ansonsten gilt, so Loose: „Ich sehe wenig Grund, die Aufstellung zu ändern.“

Keinen Grund zu wechseln nach dem 0:2 gegen Darmstadt am vergangenen Samstag, als die Preußen in 65 minütiger Überzahl nicht zum Punkt kamen? Nein, sagt Loose. Es ist wohl eher so, dass die zweite Reihe bei den Preußen nicht ausreichend Druck auf die Stammkräfte ausübt. „Man braucht Argumente, um in die Mannschaft zu kommen“, erklärte der 51 Jahre alte Coach, ein Seitenhieb auf alle Reservisten.

Lizenz für den SCP

Wie erwartet hat der SC Preußen Münster die Lizenz für die Teilnahme am Spielbetrieb für die Saison 2014/15 erhalten. Die neue Spielzeit startet dabei mit dem 1. Spieltag vom 25. bis 27. Juli. In einer Pressemitteilung des Clubs heißt es: „Das Lizenzierungsverfahren zur 3. Liga wurde erfolgreich durchlaufen. Konkret heißt das, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Adlerclubs zur Teilnahme an der 3. Liga aus Sicht der Lizenzprüfer des Verbandes gegeben ist. Auch im technisch-organisatorischen Bereich erfüllen die Preußen die Voraussetzungen gemäß der sicherheitstechnischen Anforderungen. Die erteilten Auflagen entsprechen u.a. den bereits in den Jahren zuvor obligatorischen Nachweispflichten aller Teilnehmer, Halbjahresbilanzen sowie aktualisierte Plan-, Gewinn- und Verlustrechnungen zum Ende des laufenden Spieljahres vorzulegen. Ferner hat der Verein zum Nachweis seiner Einnahmesituation bislang noch nicht abgeschlossene Werbeverträge nachzureichen oder hilfsweise eine entsprechende Liquiditätsreserve zu stellen.“ Münster plant in der kommenden Saison mit einem Gesamtetat von rund 7,0 Millionen Euro.

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Und Loose war zudem auch etwas angefasst, weil in der Wochenmitte Gerüchte über Amaury Bischoff durchs Dorf getrieben wurden. Angeblich wären Zweitligist VfL Bochum und der designierte Drittliga-Meister FC Heidenheim am Franzosen interessiert. Bischoffs Berater hatte, allerdings ohne Namen zu nennen, von Interessenten gesprochen.

Spielmacher Bischoff kämpft seit Wochen um den Anschluss in einer verkorksten Saison. „Körperlich hat er zugelegt, wir haben ihm das Vertrauen geschenkt“, glaubt Loose, nachdem der Franzose zuletzt fünf Wochen lang eine Rot-Sperre absitzen musste und in der Zwischenzeit ein Extra-Programm in Sachen Kondition absolvierte.

Aber auch das sagte Loose: „Was mir bei Amaury fehlte in diesem Moment, war das klare Bekenntnis zu seinem Verein, zu den Preußen. Da kann man sich auch mal öffentlich zu Wort melden.“ Aha. Gemeint war „Ja“ zu Münster und „Nein“ zu Abwanderungsgedanken. Währenddessen meinte Sportvorstand Carsten Gockel klipp und klar: „Es gibt keine Anfrage für Amaury von einem anderen Verein.“ Auch der Spieler selbst hat keinerlei Wechselabsichten beim SCP angedeutet.

Doch nicht nur Bischoff ist gefordert, auch Mehmet Kara oder Matthew Taylor. Es sind die großen Drei vom Saisonstart, die aktuell nicht mehr erste Wahl sind. Der Rest soll es dennoch richten, obwohl auch Torwart Daniel Masuch (Wadenprobleme), Marcus Piossek (wieder Probleme am Sprunggelenk) sowie Marco Pischorn (Aufbautraining) und Clement Halet (Magen-Darm-Infekt) nur bedingt einsatzfähig sind.

► Stürmer Soufian Benyamina, Leihgabe von Dynamo Dresden, kann sich gut vorstellen, auch in der nächsten Saison für Münster zu spielen. Steigt Dresden in der 3. Liga ab, wäre er nicht mehr an Dynamo gebunden. Bleiben die Sachsen zweitklassig, läuft Benyaminas Vertrag bis Sommer 2015.

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