Preußen mit dem Sieger(t)-Gen
Münster trotzt mit Glück und Geschick Frost, Eis und Hansa Rostock

Rostock -

Glücklicherweise war Benjamin Siegert noch auf dem brutal hartgefrorenem Rasenspielfeld der DKB-Arena zu Rostock. Die Dinge überschlugen sich förmlich, nachdem die Paarung zwischen der Hansa-Kogge und dem SC Preußen eine knappe halbe Stunde eher „frostrierend“ verlaufen war. Patrick Kirsch hatte nach einem Handspiel an der Strafraumgrenze eine bittere, extrem schwer zu akzeptierende Rote Karte erhalten, eine glasklare Torchance soll Münsters Abwehrchef damit verhindert haben – glaubte Schiedsrichter Benjamin Brand. SCP-Coach Pavel Dotchev musste sich was einfallen lassen, improvisieren, Der malade Kapitän Stefan Kühne musste ins Feuer geworfen. Siegert, der sein Rollenfach im rechten Mittelfeld ausübt, oder Linksfuß Philipp Heise standen zur Disposition.

Sonntag, 27.01.2013, 14:01 Uhr

Alles da, wo es hingehört: Der Mann (Benjamin Siegert/r.), der Ball und das Tor – die 1:0-Führung für die Preußen bei eisiger Kälte in Rostock
Alles da, wo es hingehört: Der Mann (Benjamin Siegert/r.), der Ball und das Tor – die 1:0-Führung für die Preußen bei eisiger Kälte in Rostock Foto: Georg Scharnweber

Keine zehn Minuten später wusste Dotchev, er hatte die richtige Entscheidung getroffen. Nach einem Handspiel von Maurice Trapp bot sich den Gästen aus Münster die Chance zur Führung. Amaury Bischoff und Matthew Taylor stritten um den Ball, worüber noch zu reden sei, wie der Trainer später mürrisch bekannte. Der amerikanische Torjäger gewann die Streiterei, hatte aber nur noch wenig Konzentration für einen halbherzig und halbhoch getretenen Strafstoß. Doch da schlug Siegerts Moment.

„Ich wusste, dass Matthew ins rechte Eck schießen würde und dass ein Abpraller dort landen könnte“, erklärte der 31-Jährige später. Also kramte er in dem Erfahrungsschatz seiner zwölf Profijahre, taxierte das Geschehen, ließ sich fünf, sechs Meter hinter die Strafraumgrenze zurückfallen, lief nahezu parallel zu Taylor mit vollem Tempo los, überrumpelte Freund und Feind – und köpfte den Abpraller zum 1:0 ein. „Ja, das hatte ich mir so vorgestellt.“ Etwas Glück war auch mit dabei.

Ausgerechnet Siegert, der nicht gerade als Kopfballungeheuer von sich Reden gemacht hatte. „In Chemnitz habe ich vor einem Jahr auch schon mit dem Kopf getroffen“, wollte Siegert nicht von einer Premiere sprechen. Eine Rarität war es in seiner Laufbahn allemal. Und vielleicht eines des wichtigsten Tore. Auch er sprach zwar nicht vom Aufstiegsrennen, aber zumindest das ließ er sich entlocken: „Wieder einmal haben wir gezeigt, dass es ganz schwer ist, uns Preußen zu bezwingen.“

Wenige Lichtblicke genügten dem SC Preußen , um dieser Partie zu gewinnen. Ansonsten wurde rustikal geflemmt, was anderes war auf diesem Bolzplatz mit Tribünen nicht möglich. „Ich habe keine Fehler gemacht und ansonsten viel gelöscht“, erklärte Innenverteidiger Robin Neupert als „Feuerwehrmann“ das Rezept zum Erfolg. Der 21-Jährige übernahm Verantwortung, sprang für den abgestraften Kirsch in die Bresche und zeigte allen direkt, wie wenig ihn das ganze Drumherum des frostigen Tages stören würde: Neupert agierte bei Eiskälte und arktischem Wind in einem Kurzarmtrikot, diese Botschaft kam an. Das hatte Symbolcharakter, es zeugte von Willen und Power.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1456722?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker