Preußen wollen gegen Babelsberg den negativen Trend stoppen
Die große Stille nach dem Pokal-Aus

Auch dieser Hoffnung wurde der SC Preußen Münster beraubt. In der vierten Minute der Nachspielzeit turnte Volkan Okumak durch die Preußen-Verteidigung wie ein „Springinsfeld“ und traf zum 2:1 für den SC Wiedenbrück 2000. Damit hat Münster über den Westfalenpokal die Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal 2013/14 verdaddelt.

Mittwoch, 15.05.2013, 19:25 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.05.2013, 19:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 15.05.2013, 19:25 Uhr
Preußen wollen gegen Babelsberg den negativen Trend stoppen : Die große Stille nach dem Pokal-Aus
Restlos bedient: Preußen-Kapitän Stefan Kühne nach dem bitteren Aus im Westfalenpokal-Halbfinale. Foto: Jürgen Peperhowe

Kaum einer wollte etwas sagen, Stille im Lager der Adlerträger, Trainer Pavel Dotchev hat wohl die schlimmsten 25 Tage seiner Laufbahn als Fußballlehrer in diesem Moment hinter sich. Nach dem Triumph über Spitzenreiter Karlsruher SC war der SCP vom fast sicheren Aufstiegskandidaten zur 2. Bundesliga mit Teilnahmegarantie für den DFB-Pokal zum „Team mit den leeren Händen“ geschrumpft.

Niemand musste dem Trainer etwas Böses wünschen, aber natürlich war  der 47-Jährige durch die drei Drittligapartien gegen Erfurt (1:1), Stuttgarter Kickers (0:1) und SV Unterhaching (0:3) sowie das Pokal-Aus in Wiedenbrück angreifbar geworden. Fast schon zwangsläufig wurde im knappen Zeitfenster nach der Niederlage am Dienstag und dem ersten Training der Mannschaft am Mittwoch die Option eines Trainerwechsels wohl auch miterörtert. Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis sagte auf die Frage, ob Dotchev am Samstag auf der Bank sitzt, klipp und klar: „Ja.“ Und auch noch das: „Diese Frage wird in einer außergewöhnlichen Situation gestellt. Es gibt zwei Aspekte. Der eine ist geprägt von 69 Punkten und hervorragendem Fußball. Der andere zeichnet eine desaströse Entwicklung in den letzten vier Spielen.“ So könne es nicht weitergehen. 

In den Mittagsstunden, als sich der schwere Rauch von Wiedenbrück wieder verzogen hatte, wurde Dotchevplakativ der Rücken gestärkt – und die Spieler in die Pflicht genommen. Die Entscheiderriege besann sich auf die dotchevsche Bilanz seit Amtsantritt, In 55 Punktpartien hatte er 91 Zähler geholt, im August mit seiner Elf Werder Bremen aus dem Pokal geworfen. Auch dank Dotchev hatte sich Münster zunächst den Ligaerhalt in der Saison 2011/12 gesichert und war als Überraschungsteam der 3. Liga durch die Saison gerauscht. Das sportliche Aufblühen und die Entschuldung sorgten für Aufbruchstimmung in der Stadt. der SCP ist wieder angesagt.

Das belegen auch die Zuschauerzahlen. In den 18 Heimspielen der 3. Liga sowie den Pokalauftritten gegen Bremen und Augsburg und auch dem Testspiel gegen Borussia Dortmund kamen 208 706 Anhänger ins Stadion an der Hammer Straße. Nichtsdestotrotz wird es eine Analyse geben müssen. 17 Spieler stehen bereits unter Vertrag – kann man sich auf alle bedingungslos verlassen? Welche Grüppchenbildung hat es gegeben und kann der Trainer die Bruchstellen im Team kitten? Trainer Dotchev hat ein Konzept aufgestellt – muss dieses überarbeitet werden? Welche Spieler muss der SCP holen? Und was kann er sich überhaupt leisten? Es sind nur einige Fragen aus dem Katalog, der abgearbeitet werden muss.

Dotchev selbst war überrascht, belustigt, wie er sagte, über eine etwaige Diskussion um seine Person. „Ich weiß, was für eine Arbeit ich hier leiste. Ich stehe vor dieser Mannschaft, wenn es gut läuft, und auch, wenn es schlecht läuft“, erklärte er. Aktuell stehe sich das  Team mit einer Kopfblockade selbst im Weg, bis Samstag werde er alles dransetzen, dass eine Besserung erzielt wird. Und das mit dem Aufstieg kommentierte er so: „Niemand ist enttäuschter als die Spieler selbst, glauben Sie mir das. Und ich weiß auch eines – der Aufstieg ist nur verschoben.“

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