SC Preußen Münster
Lass das mal den „Trucki“ machen

Münster -

Unlängst bestritt Jens Truckenbrod, der Dauerbrenner beim SC Preußen Münster, seinen 100. Einsatz für die Adlerträger. Nun, am Samstag im Gastspiel bei Jahn Regensburg, wird der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler sein nächstes Jubiläum bestreiten dürfen: Drittliga-Einsatz Nummer 200 steht an, einzig der Erfurter Nils Pfingsten-Reddig hat drei Partien mehr auf dem Buckel in der 2008 gegründeten Spielklasse.

Donnerstag, 20.03.2014, 10:03 Uhr

Jubilar: Jens Truckenbrod, hier im Zweikampf mit Luca Schnellbacher, steht vor seinem 200. Spiel in der 3. Liga.
Jubilar: Jens Truckenbrod, hier im Zweikampf mit Luca Schnellbacher, steht vor seinem 200. Spiel in der 3. Liga. Foto: Jürgen Peperhowe

„Mitgezählt habe ich nie, aber das ist natürlich eine tolle Zahl“, sagt Truckenbrod . Und fügt ohne bitteren Unterton an: „Ein paar Zweitligaspiele dazu wäre aber noch besser.“ Eigentlich hatte der in Albachten wohnhafte Truckenbrod gehofft, dass am Ende der laufenden Saison der Sprung in die Zweitklassigkeit geschafft werden könnte. Doch nach nun monatelangem Abstiegskampf scheint sich der SCP gerade erst aus den Klauen der Abstiegsgefahr befreien zu können.

Dynamo Dresden und Carl Zeiss Jena waren die weiteren Drittliga-Stationen für Truckenbrod. In Münster folgten weitere 103 Partien. Mit dem Heimsieg über Heidenheim ist der gebürtig vom Bodensee stammende Familienvater nun bei 199 Partien angelangt. Seit Gründung dieser Spielklasse im Jahr 2008 verpasste er nur 20 Partien.

Er hätte auch Tennisspieler werden können. „Immerhin war ich Vize-Bezirksmeister in der Schwarzwald-Bodensee-Region und für die Badischen Meisterschaften qualifiziert“, sagt er nicht ohne Stolz, damals, als der „Becker-Boom“ in voller Blüte stand. Wenn die Zeit es zulässt, dann spielt er heute noch Tennis. Aber nach den „Jahren als Zwuckel“ beim FC Rielasingen und FC Konstanz folgte mit 15 Jahren der entscheidende Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Fußball ja, Tennis ade.

Norbert Meier und Sven Berx waren seine Mentoren am Niederrhein, allerdings wurde den aus ganz Deutschland geholten Talenten nicht die Rundum-Versorgung heutiger Sportinternate zu teil. „Das hätte ich gerne gehabt, aber beschweren kann ich mich nicht“, blickt Truckenbrod zurück.

Sein Weg hätte noch weiter nach oben führen können, vielleicht, in den Nachwuchs-Nationalmannschaften von U 15 bis U 18 spielte er Seite an Seite mit Sebastian Deisler (früher Bayern München), Sebastian Kehl oder Torwart Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund). „Nein, nein, ich blicke nicht neidisch in diese Richtung. Es gibt nur ganz wenige Spieler, die sich als Profis durchsetzen konnten, ich gehöre dazu.“

Seit 15 Jahren ist das sein Job, Profifußballer, Münster, Jena, Dresden, FC Schaffhausen und SF Siegen waren Stationen nach der Zeit in Mönchengladbach. Auf nahezu allen Positionen in der Abwehr und im Mittelfeld hat er gespielt. Die Preußen erleben ihn seit drei Spielzeiten als „Staubsauger“ im defensiven Mittelfeld. „Meine offensiven Qualitäten konnte ich deshalb nicht so ausspielen“, meint er grinsend. Anfang des Jahres übernahm er auch noch die Kapitänsbinde von Stefan Kühne. Der Vertrag läuft bis 2015 an der Hammer Straße, ein Karriereende bei den Preußen ist nicht auszuschließen.

„Jens ist ein Allrounder im Mittelfeld. Was ihn auch auszeichnet ist, dass er sich absolut professionell verhält für einen Fußballer“, erklärt Trainer Ralf Loose. Und: „Über die Jahre hat er sich zu einem Führungsspieler entwickelt. Für uns ist er ein ganz wichtiger Mann.“

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