SC Preußen klopft ans Tor zur 2. Liga
Ein Paket voller Aufstiegsträume

Münster -

Mit einem 2:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC rücken die Preußen auf Platz zwei der Liga vor. Der führt am Saisonende direkt eine Liga höher. Doch nicht nur das Ergebnis weckt Aufstiegseuphorie – auch die dazugehörige Leistung hatte Aufstiegsformat.

Sonntag, 21.04.2013, 17:04 Uhr

SC Preußen klopft ans Tor zur 2. Liga : Ein Paket voller Aufstiegsträume
Kollektiver Preußen-Jubel mit Doppeltorschütze Matthew Taylor (Nr. 9). Foto: Jürgen Peperhowe

Der Wahnsinn geht weiter. Und vielleicht wird es noch irrwitziger. Denn das, was der SC Preußen Münster am Samstag um 15.56 Uhr abgeliefert hat, war das ganz große Paket voll mit Aufstiegsträumen . Alles, wirklich alles hat der SCP nach dem 2:1 (1:0)-Heimerfolg über Spitzenreiter Karlsruher SC in den Händen.

Noch vier Akte werden im Aufstiegsthriller aufgeführt, RW Erfurt, Stuttgarter Kickers, SV Unterhaching und SV Babelsberg heißen die Nebendarsteller, die allerdings auch als Spielverderber Bedeutung gewinnen könnten. Die Adlerträger haben die Hauptrolle inne, ein Happy End ist wahrlich nicht ausgeschlossen. Ist man Preußen-Anhänger, dürfte Gänsehaut in den nächsten Wochen keine Seltenheit sein. Ist das verrückt.

Drei Szenen entschieden dieses Kräftemessen. Zum einen das: Es schmeckte wohl noch besser als Choucroute royale mit einem Edelzwicker aus der elsässischen Heimat des Initiators, Sauerkraut mit Fleisch und einem Weißwein. Als der Franzose Amaury Bischoff nach sieben Minuten im Mittelfeld seine Widersacher nach Strich und Faden narrte und zu guter Letzt einen fantastischen Pass auf Mat­thew Taylor spielte, war der grandiose Anfang gemacht. Dann vollendete Taylor die französisch-amerikanische Koproduktion, trickste die KSC-Verteidiger Daniel Gordon und Jan Mauersberger aus und lupfte die Kugel über Dirk Orlishausen zum 1:0 ins Tor.

SC Preußen Münster gegen Karlsruher SC

1/45
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

„Das Anspiel war super. Ich nahm etwas Tempo raus, sah den Torwart etwas zu weit vor dem Tor und traf. Das war ganz einfach“, sprach Taylor und wirkte „cool“, als hätte er gerade gegen Brukteria Rorup in einem Testspiel getroffen.

Zum anderen: Taylor, vier Monate ohne Torerfolg, hat seinen Instinkt im gegnerischen Strafraum wiedergefunden. Eine Flanke von Addy-Waku Menga hätte eigentlich nach 61 Minuten von Gordon per Kopfball geklärt werden können. Machte der Hüne aber nicht. „Ich laufe jeden Ball an, viele Wege sind umsonst, dieses Mal nicht“, meinte der 31-Jährige später. Saisontreffer Nummer 14 zum 2:0 machte aus dem Stadion ein Tollhaus.

Und zum dritten: Natürlich gab sich der KSC nicht geschlagen, markierte auch durch den eingewechselten Gaeton Krebs (74.) das 1:2. Und fast, fast hätte es für den Spitzenreiter noch zum Ausgleich gereicht. In der vierten Minute der Nachspielzeit segelte eine Ecke von Hakan Calhanoglu aufs hintere Tor­eck zu – Bischoff lenkte den allerletzten Anlauf der Gäste ab.

WN-TV-Spielanalyse: Preußen Münster - Karlsruher SC

Münster zauberte eine erste Halbzeit aufs Parkett wie vermutlich keine zweite in dieser Saison. Viel mehr geht nicht in der 3. Liga. Wer sagte, dass der KSC schwach spielte, irrte. Unter dem Diktat des SCP – dieser Mischung aus Tempo, taktischer Disziplin, Zweikampfstärke, Pressing und allem, was man von einer Fußballelf erwartet – blieb der Ligaprimus aus Karlsruhe blass. „Ich habe ähnliche Leistungen auch gegen Saarbrücken oder Osnabrück gesehen“, wollte Trainer Pavel Dotchev nicht bedingungslos zustimmen.

Wir schaffen das jetzt. An uns kommt keiner mehr vorbei.

Mehmet Kara

Zwei Tage gab er seinen Mannen dennoch frei, die zuletzt fünf Pflichtspiele in 15 Tagen bestritten. Erholt euch und kommt ausgeschlafen wieder, wir haben eine Mission, lautete die Botschaft. Und: „Ab Dienstag geht es nur noch um Erfurt, das Spiel ist noch wichtiger als gegen den KSC.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1617438?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Turner-Ausstellung: Lange Schlangen am letzten Wochenende
An den letzten Tagen der Turner-Ausstellung bildeten sich rekordverdächtig lange Schlangen vor und im LWL-Museum für Kunst und Kultur.
Nachrichten-Ticker