SCP-Torwart Wilmes als „Nazi“ beschimpft
Fußball: Schalke-Ultras auf Randale aus / Aachens Trainer schickt Testspieler vorsichtshalber heim

Münster/Meschede -

SCP-Torwart Cedric Wilmes geriet beim Hallenfußball-Turnier in Meschede ins Visier von Schalker Ultras

Dienstag, 14.01.2014, 11:10 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 14.01.2014, 11:10 Uhr
SCP-Torwart Wilmes als „Nazi“ beschimpft : Fußball: Schalke-Ultras auf Randale aus / Aachens Trainer schickt Testspieler vorsichtshalber heim
Cedric Wilmes beim Training. Foto: Jürgen Peperhowe

Das Veltins-Hallen-Masters in Meschede hatte sich Cedric Wilmes anders vorgestellt. Der gerade 20 Jahre alt geworden Torwart des SC Preußen Münster durfte mit einer Gastspiel-Genehmigung bei Regionalligist Alemannia Aachen mitspielen. Doch dann war Aachens Trainer Rainer Plaßhenrich dazu gezwungen, den jungen Schlussmann vorzeitig nach Hause zu schicken. Was war passiert?

Die Dönnelfeldhalle war mit 700 Zuschauern besucht, die Hälfte sollen dabei Schalker Ultras gewesen sein. Als die Hallensprecherin Aachens Leihgabe als Ex-Dortmunder vorstellte, begann es hektisch zu werden. „Es war sehr angespannt in der Halle“, blickte Wilmes zurück. Die Schalker Anhänger glaubten in dem Torwart einen rechtsgesinnten Ultra-Fan von Borussia Dortmund erkannt zu haben, später war die Rede von einem Fanclub aus Büren, dem er angehört. Von den Rängen wurde Wilmes mehrfach als „Nazi“ beschimpft. Nach seinem Einsatz im ersten Turnierspiel, es endete im Übrigen 1:1gegen SF Siegen, konnten mehrere Ordner Übergriffe der Schalker Ul­tras verhindern. Wilmes: „Es waren zehn bis 20 Mann, die mich körperlich attackieren wollten.“

Nach dem zweiten Turnierspiel reagierte Aachens Trainer und schickte Wilmes unter Polizeischutz aus der Halle nach Hause. „Nein“, antwortete Wilmes klipp und klar auf die Frage, ob er einem BVB-Fanclub angehöre. Und ergänzte: „Ich bin natürlich BVB-Fan, schließlich habe ich in der Jugend viele Jahre für Dortmund gespielt.“

Er gehöre auch keinem Fanclub in Büren an, er wisse gar nicht, wo das liegt. Über die Vorwürfe der Sympathie für das „rechte Lager“ sagte er: „Ich habe niemals Kontakte zu Gruppierungen dieser Art gepflegt und setze mich entschieden gegen derlei Vorwürfe zur Wehr.“

Der SC Preußen hatte Wilmes Anfang des Jahres eine fehlende sportliche Perspektive aufgezeigt, daher war Wilmes bei Aachen als Testspieler unterwegs. Die Gastspiel-Genehmigung bei der Alemannia wurde am Montag verlängert.► Rund um das Hallenturnier in Meschede gab es Ausschreitungen, die Schalker Ultras zugeschrieben wurden. Vier Polizisten wurden verletzt. rund 150 Anhänger bedrohten 30 Polizisten, 14 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, vier Ultras wurden vorläufig festgenommen.

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