Trügerischer Burgfrieden
Nichts als Fußball

Münster -

Und plötzlich sind sich alle einig: „Wir wollen nur über Fußball reden“, lautete das einvernehmliche Bekenntnis der Preußen-Verantwortlichen. Trainer Ralf Loose und Sportdirektor Detlev Dammeier präsentierten sich bei der Pressekonferenz vor der Partie bei den Dortmunder Amateuren (Samstag 14 Uhr) Seite an Seite – zusammengefunden haben sie nicht.

Freitag, 28.03.2014, 17:03 Uhr

Jetzt erst recht: Dennis Grote schoss sich bei seinem Strafstoß zum 2:1 gegen den Chemnitzer FC den Frust und den Ärger von der Seele.
Jetzt erst recht: Dennis Grote schoss sich bei seinem Strafstoß zum 2:1 gegen den Chemnitzer FC den Frust und den Ärger von der Seele. Foto: Jürgen Peperhowe

In Rekordzeit hat der SC Preußen Münster nach den heftigen Dissonanzen der vergangenen Tage die Ordnung wieder hergestellt – zumindest die Sitzordnung. Bei der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem bevorstehenden Punktspiel gegen die Amateure von Borussia Dortmund (Samstag 14 Uhr, Stadion Rote Erde ) nahm Sportdirektor Detlev Dammeier wie üblich zur Linken von Trainer Ralf Loose Platz. Man habe in den vergangenen Tagen viel mit- und übereinander gesprochen, eröffnete Carsten Gockel die Runde. Der Sportvorstand saß wie immer ganz rechts in der Preußen-Riege als er den Nichtangriffspakt verkündete – als sei nichts gewesen. Alles sei gesagt, so Gockel, und dem sei aus Preußensicht aktuell auch nichts mehr hinzuzufügen. Tatsächlich waren sich alle Beteiligten einig, ausschließlich über „unsere wichtigste Aufgabe“ (Gockel), den Fußball , reden zu wollen.

Dammeier hatte am Donnerstag das klärende Gespräch mit Mannschaft, Trainer und auch einzelnen Spielern gesucht. Der Worte waren am Freitag dann offensichtlich genug gewechselt, erledigt war das Thema allerdings keinesfalls, wie Ralf Loose auf Nachfrage im Gespräch mit WN-TV betonte. „Aber ich bin froh, dass die Mannschaft sich trotzdem am Mittwoch so gut auf das Spiel gegen Chemnitz hat einstellen können“, so Loose, der die Störfeuer nicht gerade als konzentrationsfördernd einstufte.

Auch vor dem Dortmund-Spiel verlief die Trainingsarbeit nicht nach dem Standardmuster. Die Übungseinheit am Freitag war in die frühen Morgenstunden vorverlegt worden, weil der Club eine Delegation mit Aufsichtsrats-Chef Thomas Bäumer, Stefan Kühne, Jens Truckenbrod und Daniel Masuch zur Trauerfeier für Bernd Schmider, den verstorbenen Vater des ehemaligen Mitspielers Rico Schmider, nach Offenburg entsandt hatte. Am Abend sollten die Spieler zurück in Münster sein, am Samstagmorgen dann mit den Kollegen auf dem Weg ins Stadion Rote Erde nach Dortmund .

Chefcoach Loose im Video-Interview

Begleitet wird der Preußen-Tross dabei von rund 1500 Fans, die allerdings ausnahmsweise das Auswärtsspiel nicht zum Heimspiel machen – und bei allen sängerischen Qualitäten in Dortmund nicht die Stimmhoheit haben werden. Die Borussen-Ultras haben aus Protest gegen die hohen Eintrittspreise in Liga eins zum Boykott des Bundesligaspiels in Stuttgart aufgerufen und werden stattdessen einige Tausendschaften zur Reserve schicken. „Es wird mit 5000 Dortmunder Fans gerechnet“, so Gockel.

„Gute Stimmung“, erwartet Ralf Loose in dem Stadion, in dem er als Jugendlicher an der Seite seines Vaters die ersten BVB-Spiele verfolgt hatte. „Im Stadion Rote Erde haben wir auch trainiert“, erinnert sich der Preußen-Trainer auch noch gut an seine aktiven Zeiten in Dortmund. Derzeit müssen die Preußen also noch da spielen, wo die Dortmunder Profis nur trainieren. „Es muss das Ziel der Preußen sein, auch noch die 50 Meter bis ins große Stadion zu schaffen“, versuchte sich Loose schon einmal an einer kühnen Zukunftsvision. Ein klitzekleiner Schritt in diese Richtung wären drei Punkte am Samstag.

Preußen Münster: Masuch – Schöneberg, Schmidt, Scherder, Hergesell – Siegert, Truckenbrod, Kühne, Grote – Benyamina, Krohne

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