Westfalenpokal-Halbfinale
SC Preußen will in Wiedenbrück wieder auferstehen

Münster -

Münsters Fußball-Drittligist kämpft am Dienstag beim Regionalligisten SC Wiedenbrück um den Einzug ins Westfalenpokal-Finale.

Dienstag, 14.05.2013, 09:05 Uhr

Aufstehen und weitermachen: Münsters Spielmacher Amaury Bischoff (links) und Jens Truckenbrod. (2.v.l.).
Aufstehen und weitermachen: Münsters Spielmacher Amaury Bischoff (links) und Jens Truckenbrod. (2.v.l.). Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich ist es das erste Mal in dieser Saison, dass Preußen-Trainer Pavel Dotchev die Karten nicht offen auf den Tisch legt. Meist gab es nur ein, vielleicht zwei offene Gedanken zu Positionen, den Rest gab der Fußballlehrer selbstbewusst preis. Er vertraute seiner Mannschaft, die viele Erfolge und einige glanzvolle Vorstellungen ablieferte. Auf wen er sich verlassen konnte, das wusste Dotchev. Vor dem Westfalenpokal-Halbfinale beim SC Wiedenbrück 2000 (Beginn 19 Uhr) ist das anders. „Addy-Waku Menga wird spielen, den Rest gebe ich am Dienstag bekannt“, sagt Dotchev vor dem 200 000-Euro-Spiel.

So viel Geld steht auf dem Spiel

Denn ungefähr so viel Geld steht in Wiedenbrück auf dem Spiel. Rund 100 000 Euro gibt es für das Erreichen der 1. Hauptrunde (2 bis 5. August) aus den TV-Geldern. Zudem kann der SCP durch die Einnahmen eines solchen Spiels, wenn es denn gegen einen Bundesligisten gehen sollte, die Summe gut und gerne verdoppeln. In der vergangenen Spielzeit gelang es den Preußen, durch die Pokal-Sensation gegen Werder Bremen (4:2 nach Verlängerung) in die 2. Runde einzuziehen und mit den Einnahmen den Verein vorzeitig zu entschulden. Erstligist FC Augsburg (0:1) war dann in Runde zwei Endstation.

Lukratives und prestigeträchtiges Geschäft

Der Weg in dieses lukrative und prestigeträchtige Geschäft führt für Münster nun wohl über Wiedenbrück. Der Gewinner der Partie kommt weiter. Beiden Vereinen bleibt eine Hintertür:Sollte Münster das letzte Punktspiel gegen Babelsberg gewinnen und mindestens auf den vierten Rang der 3. Liga vorrücken, würden beide Halbfinalisten die 1. Hauptrunde erreichen, denn die ersten vier der 3. Liga sind automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert. Wiedenbrück oder Münster wären dann „lucky loser“, glückliche Verlierer.

»Das ist ein ganz wichtiges Spiel für unseren Verein. Ich erwarte, dass das ­Minimalziel erreicht wird und wir ­gewinnen.«

Chance auf Rang drei ist sehr gering

Aber auf vielleicht, eventuell oder möglicherweise sollte sich der SCP nicht einlassen oder verlassen. Vielmehr muss sich der im Aufstiegsrennen zuletzt so arg gestolperte SC Preußen nur drei Tage nach dem 0:3-Desaster in Unterhaching nun in Wiedenbrück beweisen. Die Chance auf Rang drei ist sehr gering, denn Heidenheim (gegen Offenbach) und Osnabrück (gegen Aachen) dürften am 38. Spieltag in der 3. Liga wohl keine Federn lassen – und Münster bliebe so am Ende nur der fünfte Rang.

Ein Erfolgserlebnis muss her

Viel Zeit für die Aufarbeitung der letzten drei Wochen, in denen die Aufstiegsträume nahezu komplett platzten durch das 1:1 in Erfurt, das 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers und das 0:3 in Unterhaching, bleibt nicht. „Wir müssen voll konzentriert sein. Ein Erfolgserlebnis muss her. Es geht um Geld und ums Prestige. Es wäre ein Eigentor, wenn wir nicht mit der nötigen Einstellung ins Spiel gehen würden“, sagte Dotchev.

Er hatte sich die Wiedenbrücker bei der 0:2-Niederlage in der Regionalliga gegen Fortuna Köln angeschaut. Der Tabellenneunte überzeugte dabei. Dotchev erwartet eine disziplinierte und kompakte Elf, die auf Konter lauert. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Ich erwarte, dass die Mannschaft das Minimalziel erreicht und gewinnt“, fordert Sportvorstand Carsten Gockel.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1658414?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F216%2F
Nachrichten-Ticker