Wolfsburg ruft an
Bundesligist VfL Wolfsburg wirbt um Preußens Sportvorstand Carsten Gockel

Münster -

Einige sind aufgebrochen aus Münster in die große Fußballwelt. Carsten Cramer zum Beispiel, der Vertriebs- und Marketingdirektor von Borussia Dortmund. Oder Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen, der einst beim VfL Wolbeck kickte. Da wäre noch Thomas Röttgermann, der mit seinem damaligen Geschäftspartner Lothar Zimmermann Ende der 80er Jahre mit einer für diese Zeit als Art Guerilla-Marketing geltenden Kampagne den SCP vermarktete, er ist Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg. Andere wie Daniel Feld arbeitet bei der Deutschen Fußball-Liga oder wie die Ex-Preußen Reinhard Geise oder Dirk Böcker beim Sportrechte-Vermarkter Sportfive.

Dienstag, 13.08.2013, 08:08 Uhr

Nicht undenkbar ist, dass in naher Zukunft der nächste Münsteraner sich in den absoluten Spitzenbereich des Fußballs verabschiedet: Carsten Gockel . Nach Informationen unserer Zeitung hat der VfL Wolfsburg gesteigertes Interesse an einer Verpflichtung Gockels. Dem Vernehmen nach könnte Gockel ins Team von Klaus Allofs, Geschäftsführer Sport beim finanzstarken VfL Wolfsburg, einsteigen. Wolfsburg , hier ist wie gesagt Ex-Preußen-Vermarkter Röttgermann als Geschäftsführer tätig, gehört mit dem Volkswagen-Konzern im Rücken zu den finanzstärksten Adressen in Fußball-Europa.

„Ich will nur soviel sagen, dass Marco de Angelis und Thomas Bäumer meine ersten Ansprechpartner sind“, sagte der 40 Jahre alte Gockel auf Anfrage, es geht dabei um die Verlängerung seines Vertrags bei den Adlerträgern. De Angelis, als Präsident des SC Preußen Münster und Bäumer, der Aufsichtsrats-Vorsitzende des Fußball-Drittligisten, sind die wesentlichen Entscheider beim SCP . Ende des Jahres endet die dreijährige Amtszeit des Preußen-Präsidiums. Neben de Angelis sind Siggi Höing und Georg Krimphove ehrenamtliche Mitglieder des Vorstands, Gockel ist dagegen hauptamtlich als sogenannter Sportvorstand tätig. Ende des Jahres läuft sein Kontrakt aus. Bäumer und der Aufsichtsrat wiederum berufen letztlich das nächste Präsidium.

Gockel jedenfalls kommentiert ein mögliches Angebot aus Wolfsburg nicht, er dementiert es auch nicht, an der Sache ist eine Menge dran. Allerdings dürfte ein Wechsel in den Bereich von Sportdirektor Allofs auf den ersten Blick zweifelsfrei als Karrieresprung bezeichnet werden. Der gebürtige Soester Gockel würde mit Trainer Dieter Hecking im Übrigen einen früheren Vereinskollegen wiedertreffen. Zwar spielten sie nicht zur gleichen Zeit für den gleichen Club, aber der Soester SV war sowohl für den 40-jährigen Gockel als auch für den 49 Jahre alten Hecking in ihren jeweiligen Stürmer-Karrieren Zwischenstationen im Jugendbereich.

In Münster würde ein Fortgang von Carsten Gockel ein tiefes Loch reißen. Denn der 40-Jährige ist mehr als nur ein Spieler, der sieben Saisons für die Preußen von 1996 bis 2000 und 2003 bis 2006 in 231 Partien (48 Tore) gespielt hat. Nach dem Abstieg in die Oberliga 2006 wurde er, der zusätzlich schon die Zweitvertretung betreute, von Präsident de Angelis in der Geschäftsstelle ins kalte Wasser geworfen – und schwamm los.

„Damals hatten wir einen Drucker und zwei Computer“, blickt er unlängst auf die Anfangszeit zurück. Über die Jahre hat er nicht nur die sportliche Leitung ausgefüllt, sondern auch mit zehn Festangestellten und vier FSJlern die Geschäftsstelle weiterentwickelt und das operative Geschäft verantwortet. Und auch das ist bemerkenswert: Am Imagewandel des Clubs zur positiven Marke von Münster in den vergangenen Jahren trug er entscheidend bei. Zwei Meisterschaften in der Oberliga (2008) und der Regionalliga (2011), drei Westfalenpokalsiege und fünf Qualifikationen zur ersten Hauptrunde im DFB-Pokal stehen zu Buche, Gockel hat seinen Teil dazu beigetragen.

Er steht für viele Schulpartnerschaften, Kooperationen, Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik, Information für Anhänger rund um den Club. Während die Spieler auf dem Rasen den SCP präsentieren, ist Carsten Gockel eines der prägenden und positiven Gesichter des Vereins außerhalb des Spielfeldes in der Öffentlichkeit geworden. Wandert Gockel wirklich am Ende gen Bundesliga ab, dann hat der Verein bei der Neubesetzung der Stelle ein größeres Problem als bei jedem wechselwilligen Spieler.

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