Turnier der Sieger
Teures Vergnügen: Titelkämpfe schlagen mit rund einer Million Euro zu Buche

Mittwoch, 04.08.2010, 15:08 Uhr

Münster - Ohne Moos nix los. Das gilt auch für die Deutschen Meisterschaften im Springen und in der Dressur, die vom 12. bis 15. August vor dem münsterischen Schloss stattfinden. Auf rund eine Million Euro plus Mehrwertsteuer beziffert Cheforganisator Hendrik Snoek die Kosten der viertägigen Veranstaltung, zu der insgesamt 25 000 Zuschauer erwartet werden.

Nicht in Ansatz gebracht hat er bei dieser Hochrechnung die vielen Stunden, die ehrenamtlichen Helfer vor, während und nach der Veranstaltung leisten. Und auch die Sach- und Materialspenden blieben außen vor. „Wenn man das alles mit einbeziehen würde, dann müsste man sicherlich noch einmal eine sechsstellige Summe obendrauf legen“, so Snoek.

Zum Vergleich: Ein „normales“ Turnier der Sieger schlägt „nur“ mit ca. 850 000 Euro zu Buche. Sorgen, dass die Titelkämpfe ein Minus in der Kasse des veranstaltenden Westfälischen Reitervereins hinterlassen, macht Snoek sich trotzdem nicht. Zwar sei der Betrag „verdammt groß“, dank der Sponsoren („Viele haben noch einmal etwas draufgelegt.“), sei es letztlich jedoch gelungen, die Summe zu stemmen. „Und jetzt freuen wir uns alle auf schöne und stimmungsvolle Titelkämpfe“, so der Turnierchef.

Dass es die geben wird, ist angesichts der vielen klangvollen Namen, die in der vorläufigen Starterliste stehen, nicht nur wahrscheinlich, sondern eigentlich fast garantiert. Von A (wie Christian Ahlmann ) bis W (wie Isabell Werth) ist alles am Start, was im deutschen Spring- und Dressursport Rang und Namen hat.

Eine Überraschung freilich ist das nicht. Immerhin geht es nicht nur um Meisterehren, sondern auch um die Fahrkarten zu den Weltreiterspielen. „Wer in Münster vorne mitreitet, der darf sich gute Chancen ausrechnen, dass er in Kentucky dabei ist“, hat Holger Schmezer, Bundestrainer der deutschen Dressurreiter, bereits angekündigt.

Der für die Springreiter zuständige Otto Becker gibt sich zwar etwas zurückhaltender, stellt aber auch klipp und klar fest: „Die deutsche Meisterschaft ist auf dem Weg nach Kentucky ein ganz wichtiger Meilenstein.“

Ein Meilenstein, bei dem sich Erfolge übrigens doppelt lohnen. Am Ende gibt es für die Sieger nicht nur Gold, Silber und Bronze, zusätzlich sind in den insgesamt sieben ausgeschriebenen Meisterschaftsprüfungen (drei bei den Dressurreitern, jeweils zwei bei den Springreitern und den Springamazonen) Preisgelder in Höhe von 196 000 Euro zu gewinnen. Der Löwenanteil davon (115 000 Euro) entfällt auf die Springreiter, für die „Hufschlagakrobaten“ befinden sich 58 000 Euro im Preistopf und für die Springamazonen 23 000.

Alles freilich ist das noch lange nicht. In den insgesamt zehn Wettbewerben, die im Rahmenprogramm stattfinden (dabei handelt es sich um sechs Spring- sowie jeweils zwei Dressur- und Materialprüfungen) geht es um weitere 55 400 Euro. Davon entfallen alleine 20 000 Euro auf den Großen Preis der Springreiter, der am Turnier-Samstag unter Flutlicht im Rahmen der Jubiläumsshow anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Westfälischen Reitervereins ausgetragen wird.

Übrigens: Insgesamt finden die Deutschen Meisterschaften bereits zum fünften Male in Münster statt. Und trotzdem handelt es sich um eine Premiere. Erstmals nämlich werden alle Titel vor dem Schloss vergeben. Das freut besonders die Dressurreiter. Bei den beiden letzten Titelkämpfen in Münster in den Jahren 2001 und 2006 mussten sie auf die Westerholtsche Wiese ausweichen. Zuvor (1960 und 1985) war diese Schauplatz der Meisterschaften im Springen.

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