Reitsport
Wieder triumphiert Albersloh

Enniger -

„Die Reiter waren alle heiß, weil die letzten Turniere alle ins Wasser gefallen sind“, freute sich Agnes Kasprzyk, Vorsitzende des RFV Enniger-Vorhelm, über über 2000 Nennungen bei ihrem Turnier.

Dienstag, 12.07.2016, 15:07 Uhr

Nicole Franzke auf Esperado  trat für den RFV Milte-Sassenberg erfolgreich am Wochenende beim Turnier in Vorhelm an.
Nicole Franzke auf Esperado  trat für den RFV Milte-Sassenberg erfolgreich am Wochenende beim Turnier in Vorhelm an. Foto: René Penno

Das gibt es bei Reitturnieren eher selten: Während die meisten Veranstalter damit zufrieden sind, wenn die Quote der Nennungen und der tatsächlich gestarteten Teilnehmer bei rund 70 Prozent liegt, konnte der RFV Enniger-Vorhelm bei seinem Turnier am Wochenende sogar noch was draufpacken. „Wir sind auf über 2000 Nennungen gekommen“, sagte die Vereinsvorsitzende Agnes Kasprzyk , die zusammen mit Christina Büttendorf für die Turnierleitung verantwortlich war. „Die Reiter waren alle heiß, weil die letzten Turniere alle ins Wasser gefallen sind“, so Kasprzyk weiter. Aber trotzdem sei alles „super gelaufen.“

Nur am Samstag gab es Verspätungen in den Prüfungen, es wurde ein langer Tag. Der Nachwuchs des Gastgebers aber entschädigte fürs Warten und steuerte einige Siege und Platzierungen in den Reiterwettbewerben bei.

Am Wochenende konnte sich die Reiterjugend aus Enniger bei den Großen der Szene abschauen, wie es gehen kann. Mit Bettina Hoy aus Rheine und dem Warendorfer Andreas Ostholt, der sich Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio machen kann, waren zwei international sehr erfolgreiche Reiter auf der Anlage an der Bunten Brücke in Enniger zu Gast. Beide stellten ihre besten Pferde vor, gewissermaßen als letzter Test vor dem CHIO in Aachen. Im M*-Springen, das wegen des großen Starterfeldes in zwei Abteilungen geritten wurde, spielten die beiden prominenten Reiter allerdings keine Rolle.

Dafür trumpfte ganz zum Schluss Ursula Frölich vom RV Lippborg-Unterberg auf. Die „Grande Dame“ des heimischen Reitsports spielte im Stechen mit ihrer 13-jährigen Stute Charlotte RS ihre ganze Erfahrung aus und war in fehlerfreien 37.16 Sekunden nicht zu schlagen. Ohne Abwurf blieb auch Steffen Böckmann (RFV Nordbögge-Lerche) mit Bella Vita, 45.31 Sekunden waren aber eindeutig zu langsam. Platz drei ging an Christina Körkemeyer (RV Albersloh ), die sich mit Corn Flake zwei Abwürfe leistete, Vierte wurde der Seriensieger der letzten Wochen, Alexander Rottmann vom RFV Vornholz mit Cornetti. In der vorangestellten Abteilung schafften es nur zwei Paare ins Stechen, die Dänin Camilla Kruse-Rasmussen (RFV Paderborn) siegte vor Kristina Rochell (RV St. Georg Salzkotten) und Spotify. Dritter wurde Justus Konrad vom RFV Gustav Rau Westbevern, der es mit Canavaro wegen minimaler Zeitüberschreitung nicht ins Stechen geschafft hatte.

Auch in den beiden Abteilungen der M-Dressur zeigten sich die heimischen Vertreter aus dem Kreis von ihrer besten Seite. In der zweiten Abteilung, für Reiter mit 277 Ranglistenpunkten und mehr, mussten Nicole Franzke vom RFV Milte-Sassenberg mit Esperado und Katharina Grunert vom RFV Alverskirchen-Everswinkel mit Feine Dame nur Leonie Thiel (RV Sunden-Spexard) und Riekus Royal den Vortritt lassen. Thiel siegte mit der Wertnote 7.7 vor Franzke und Grunert, die sich mit der Note 7.6 Rang zwei teilten. Die erste Abteilung hatte Gurdrun Peukert (RV Albersloh) mit Donington und der Note 7.2 gewonnen.

Sparkassen-Dressurpokal 2016 ist: wenn der RV Albersloh gewinnt. Beim Reitturnier des RFV Enniger-Vorhelm gewann der Reitverein auch die dritte Wertungsprüfung und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus.

In der Geschichte des Dressurpokals muss man bis an den Anfang der 80er Jahre zurückblicken, um auf eine ähnliche Dominanz zu kommen. Zu jener Zeit gewann der RV Geisterholz die Pokalserie fünf Mal in Folge, einmal mit drei Tagessiegen. Der RV Albersloh könnte in diesem Jahr die Geschichte weiter schreiben.

In Enniger siegte der RV Albersloh mit Ricarda Franziska Peukert, Gudrun Peukert, Annika Bloem und Vanessa Höpper mit Wertnotensumme 24,3 vor dem RFV Ostbevern (mit Elena Schmitz, Luisa Röers, Johanna-Sophie Bertling und Stefan Cappenberg), der auf die Gesamtzahl 23,1 kam, und dem RFV Vornholz (Kathrin Jungnitz, Kristin Hoppe, Hedwig Laumeier und Janine Scharmann), für die die Gesamtnote 22,7 notiert wurde.

Ausgetragen wurde die dritte Wertung in zwei Prüfungen. Zunächst wurde die L*-Dressur auf Trense geritten. Ricarda Franziska Peukert und Golden Gate siegten hier mit der Wertnote 8.3 vor Gudrun Peukert und Donington (8.0), Kathrin Jungnitz mit Swank Man (RFV Vornholz / 7.8) und Elena Schmitz mit Rebana (7.6). Schon jetzt war der RV Albersloh wieder auf Siegkurs.

Den Erfolg perfekt machte in der zweiten Prüfung, die auf Kandare geritten wurde, Annika Bloem, die für ihre Vorstellung mit Ehrentänzer die Note 8.0 bekam und sich zusammen mit Stefan Cappenberg (Ostbevern) und Wild Charmeur Rang vier teilte. Der Sieg in dieser Prüfung ging an Nicole Franzke und Esperado, die mit der Wertnote 8.2 den RFV Milte-Sassenberg im Rennen um die Gesamtwertung hielt. Mit der Note 8.1 belegten Franziska Pellengahr-Gröblinghoff (RV Oelde) mit Bonus und Ann-Kathrin Schulze Topphoff (RFV Gustav Rau Westbevern) mit Financial Times As Rang zwei.

„Jetzt wollen wir auch ganz nach oben“, sagte Alberslohs Trainerin Andrea Niebling. Taktieren und spekulieren, wie es in anderen Sportarten üblich ist, kommt für den RV Albersloh nicht infrage. Mit 150 Punkten führen sie das Klassement souverän an, ein vierter Rang am 31. Juli beim Finale in Rinkerode würde zum Gesamtsieg reichen, sollte der RFV Milte-Sassenberg den letzten Tagessieg holen. „Aber wir wollen auch dort gewinnen“, sagt Niebling und kündigte schon mal an, wieder die beste Mannschaft aufzubieten.

Hinter Albersloh nimmt Milte-Sassenberg mit 132 Punkten den zweiten Rang ein, dahinter folgen Westbevern (130), Ostbevern (128) und Vornholz (120).

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