Reiten: Dressur-EM
Langehanenberg und die goldene Rückkehr von Göteborg

Münster -

Auf den allerletzten Drücker rutschte Helen Langehanenberg ins deutsche Quartett für die Dressur-EM in Göteborg. Doch damit nicht genug: Mit Damsey legte die gebürtige Münsteranerin einen super Start hin – am Ende holte das ganze Team Gold.

Donnerstag, 24.08.2017, 13:08 Uhr

Daumen hoch für den EM-Titel: Helen Langehanenberg freut sich über die Goldmedaille, die sie mit der deutschen Mannschaft in Göteborg gewonnen hat.
Daumen hoch für den EM-Titel: Helen Langehanenberg freut sich über die Goldmedaille, die sie mit der deutschen Mannschaft in Göteborg gewonnen hat. Foto: dpa

So richtig greifen und fassen, was sich im Ullevi-Stadion zu Göteborg abgespielt hat, kann Helen Langehanenberg (RV St. Georg Münster) vielleicht immer noch nicht. Anfang des Jahres stand sie bei Bundestrainerin Monica Theodorescu allenfalls auf einem Zettel weit hinten im Block, auch nach ihrer Rückkehr erst in den B-Kader (Februar 2017) und dann in den A-Kader (Juni) hatte Langehanenberg die Europameisterschaft nicht auf dem Plan. Und nun, wenige Wochen später, ist die 35-Jährige wieder Europameisterin mit der deutschen Equipe – zum zweiten Mal nach 2013.

Überraschender Sieg

„Anfang des Sommers habe ich nicht einmal davon geträumt, in Göteborg zu reiten. Und jetzt habe ich mit diesem tollen Team Gold gewonnen“, sagte Langehanneberg, die mit Damsey in der Einzelwertung hinter ihren Mannschaftskollegen Isabell Werth mit Weihegold und Sönke Rothenberger mit Cosmo sowie hinter der Dänin Cathrine Dufour mit Cassidy Vierte ist. Ein Ergebnis, die den Reifeprozess des im Frühjahr 2016 neu formierten Duos einmal mehr unterstreicht. „Ich reite Damsey ja erst seit eineinhalb Jahren, wir mussten uns erst finden“, erklärte Langehanenberg. Gesucht und gefunden, so scheint es nach Göteborg, der EM-Titel mit dem Team ist der vorläufige Höhepunkt dieser noch jungen Liaison.

"Ich hätte uns stark eingeschätzt, nur nicht so stark"

Dabei hatte die gebürtige Münsteranerin in Schweden die undankbare Aufgabe, als erste Reiterin des deutschen Quartetts ins Viereck zu müssen. Doch die frühere Weltranglistenerste, die mit Damon Hill olympische wie WM- und EM-Medaillen gewann, überzeugte mit Richter, Publikum und Bundestrainerin mit einem eindrucksvollen Grand Prix. „Die Galopptour war sehr präzise, und Damseys Schritt ist hervorragend“, lobte Theodorescu – und hatte daher auch mehr als nur ein gutes Gefühl für die Gold-Mission, die Deutschland als Titelfavorit letztlich auch erfüllte. „Ich hätte uns stark eingeschätzt, nur nicht so stark. Aber nach Helens Grand-Prix-Ritt hatte ich das Gefühl: Dies wird ein gutes Turnier. Jetzt ist es ein fabelhaftes Turnier geworden. Ich bin glücklich und stolz auf meine Mannschaft“, meinte die Bundestrainerin. Ihre ausgewählte Truppe, in die Langehanenberg erst nach dem CHIO in Aachen für Hubertus Schmidt gerutscht war, distanzierte mit 237,072 Punkten die auf den weiteren Plätzen folgenden Dänen (224,643) und Schweden (221,143) deutlich.

Qualifiziert für den Special

Mit dem Triumph im Rücken geht es für Langehanenberg und Co. am Freitag um die nächsten Medaillen. Die besten 30 Reiter qualifizierten sich für den Special, selbstredend ist Deutschland in voller Mannschaftsstärke – Dorothee Schneider wurde mit Sammy Davis jr. Sechste – dabei. Und läuft es weiter so gut für die Münsteranerin, geht die EM für sie in eine Verlängerung – in der Kür, in der die besten 15 des Sepcials am Sonntag starten.

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