Fahrtsport: Turnier beim RFV St. Martin
Schnelligkeit und Präzision

Greven -

Der Reit- und Fahrverein St. Martin hat die Freizeitfahrer für sich entdeckt. Das viertägige Turnier im Fahrsportzentrum Bockholt erweist sich als gelungene Mischung. Sportlich müssen sich die heimischen Fahrer nicht verstecken.

Montag, 13.05.2019, 00:00 Uhr
Lokalmatador Alexander Wiederhold musste sich nach Platz zwei im Vorjahr mit seinem Pony-Vierspänner diesmal mit Platz fünf begnügen.
Lokalmatador Alexander Wiederhold musste sich nach Platz zwei im Vorjahr mit seinem Pony-Vierspänner diesmal mit Platz fünf begnügen. Foto: th

Mit gewohnt ruhiger Hand manövriert Alexander Wiederhold seine vier Ponys samt Kutsche durch den mit roten Kegeln markierten Parcours. Zum Abschluss des viertägigen Fahrturniers auf der bestens präparierten Anlage in Bockholt bleibt er fehlerfrei. Was ihm in dieser S-Prüfung allerdings nicht zu einer vorderen Platzierung verhilft. An diesem Wochenende hängen die Trauben für Wiederhold zu hoch. Schon im Gelände kommt der Fahrer aus Reihen des Gastgebers St. Martin nicht über den fünften Platz hinaus. Auch in der Dressur ist kein Kraut gegen die starke Konkurrenz gewachsen. Er belegt mit seinen vier Ponys in der Gesamtwertung den letzten Rang in diesem kleinen Teilnehmerfeld.

Während Alexander Wiederhold vor heimischer Kulisse das Nachsehen hat, sind es diesmal andere Fahrer aus dem Bockholter Stall, die für Furore sorgen. Dass die Gastgeber sich nicht nur auf die reibungslose Organisation einer solchen Großveranstaltung verstehen, sondern auch auf dem Kutschbock eine gute Figur abgeben, unterstreichen diese Akteure: Nicole Großmann wird im Kegelfahren in der Einspänner-Prüfung der Klasse M Vierte. Mit ihrem Pferd Nappo G, das Uta Lange am Sonntag in der kombinierten Dressur- und Hindernisfahrt auf den vierten Platz steuert, wird sie Dritte im Gelände. Norbert Beermann gewinnt mit Earl 69 das Dressur- und Hindernisfahren der Pferde-Einspänner. Susanne Sahle wird Dritte in der M-Dressur der Einspänner. „Es war erst ihre zweite M-Dressur“, betont Michael Swiezynski .

Bei ihm, Kerstin Schweifel und Bernd Herbrügger laufen zum dritten Mal die organisatorischen Fäden des Turniers zusammen. Mit dem sportlichen Abscheiden der heimischen Fahrer ist er „super zufrieden.“

Ebenso wie mit dem Gesamtablauf. Vorweg: Trotz rasanter Fahrten durch die Gräben und Wasserhindernisse im Gelände kommen Pferde und Fahrer nicht zu Schaden. Nach dem schweren Unfall im Vorjahr, als eine Fahrerin ins Krankenhaus geflogen werden musste, kippt zwar auch diesmal eine Kutsche um. Der Sturz bleibt jedoch für Mensch, Tier und Material ohne Folgen.

Insgesamt 120 Gespanne haben sich in diesem Jahr auf den Weg nach Greven gemacht, darunter 80 aus der sogenannten schweren Klassen, so etwas wie den Profis unter den Fahrsportlern. Die 40 anderen Fahrer sind eher dem Freizeitbereich zuzurechnen. Sie erwartet in Bockholt zwar ein ebenso professionelles Umfeld, jedoch weniger anspruchsvolle Prüfungen. „Ich bin super stolz, dass es uns gelungen ist, deutlich mehr dieser Fahrer für eine Teilnahme zu gewinnen“, erklärt Michael Swiezynski. „In den WBO-Klassen waren wir früher nie zu Hause.“

Das große Teilnehmerfeld gibt dem Turnierleiter Recht. Ebenso die Rückmeldung der Fahrer: „Wir erhalten viel Lob“, ist die Freude bei Swiezynski nach diesen vier Tagen Fahrsport groß.

Die Ideen für eine Fortschreibung im kommenden Jahr sind ebenfalls bereits gereift. Wenn sich beim Reit- und Fahrverein St. Martin das 50-jährige Bestehen jährt, wollen er und seine Mitstreiter den Fahrern und Besuchern ein besonderes Rahmenprogramm bieten. Überdies will sich der Verein einmal mehr als Ausrichter einer nationalen Meisterschaft in ein gutes Licht rücken. Nach 2007 ist das Fahrsportzentrum dann Schauplatz der Deutschen Meisterschaften der Vierspänner Großpferde.

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