Reiten: Turnier der Sieger
Auch Weltmeisterin Blum kommt – spannende Felder vor dem Schloss

Münster -

London hin, London her. Natürlich lockt die britische Hauptstadt mit dem hoch dotierten Event der Global Champions Tour die Top-Reiter. Doch das Turnier der Sieger hält dagegen – mit Charme, Tradition und spannenden Starterfeldern, die im Springen keine Geringere als Weltmeister Blum anführt.

Dienstag, 23.07.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 23.07.2019, 19:58 Uhr
Im Regen von Münster gewann Simone Blum mit Alice die Qualifikation zum Großen Preis – wenige Wochen später wurde das Paar Weltmeister.
Im Regen von Münster gewann Simone Blum mit Alice die Qualifikation zum Großen Preis – wenige Wochen später wurde das Paar Weltmeister. Foto: Peter Leßmann

Auf dem Schlossplatz geht es in diesen Tagen zu wie auf einem Ameisenhaufen. Direkt nach dem Ende des Sends bauen die Schausteller ihre Karussells und Popcorn-Buden ab, praktisch im Gegenverkehr wird alles für das Turnier der Sieger vorbereitet. Der Reitplatz vor dem Schloss, die Tribünen, das Doppelstockzelt und zu guter Letzt der Abreiteplatz und die Boxen. Das Turniergelände nimmt langsam Konturen an, das scheinbar wuselige Durcheinander ist bis ins letzte Detail organisiert.

Fliegender Wechsel also auf dem Schlossplatz, der ab dem 1. August (Donnerstag) für vier Tage wieder fest in Reiterhand ist – und damit deutlich früher als im vergangenen Jahr. Am angestammten Termin Ende August finden diesmal die Europameisterschaften der Dressur- und Springreiter in Rotterdam sowie der Vielseitigkeit in Luhmühlen statt. „Da wäre eine Kollision natürlich nicht schön gewesen, also mussten wir ausweichen“, sagt Hendrik Snoek, Turnierchef und Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins. Ganz ohne Konkurrenz geht es im voll gepackten Reitsport-Kalender allerdings nicht, so findet parallel zu Münster in London eine Etappe der Global Champions Tour statt – mit einigen der deutschen Top-Stars wie Marcus Ehning oder Christian Ahlmann, die sich 2018 im Stechen des Großen Preises von Münster einen packenden Zweikampf lieferten. „Das tut schon etwas weh. Aber auch diesmal werden wir sportlich wie atmosphärisch höchstes Niveau anbieten können“, sagt Snoek mit Blick auf das Starterfeld.

Allen voran sei da Simone Blum genannt. Sie gewann im Vorjahr vor dem Schloss mit Alice die Qualifikation zum Großen Preis und krönte sich später in Tryon (USA) zur Weltmeisterin – nachdem sie mit der deutschen Equipe WM-Bronze geholt hatte. Zum Team von Bundestrainer Otto Becker gehörte auch Maurice Tebbel, der ebenfalls sein Kommen angekündigt hat. Zwei von vielen spannenden Namen auf der Nennungsliste. Erstmals dabei ist die Belgierin Celine Schoonbroodt-De Azevedo, die auf der Global Champions Tour in Paris hinter Ahlmann Zweite wurde. Sie gehört zu der Riege der Power-Frauen um Charlotte Bettendorf (Luxemburg), die in Wiesbaden erfolgreichste Reiterin war, Alexa Stais (Südafrika) oder die Amerikanerinnen Lillie Keenan, Emily Short und Chloe Reid als Siegerin des Großen Preises von Wiesbaden. Sie alle treten gegen die deutsche Konkurrenz um Blum, Tebbel, Sven Schüsselburg (zuletzt Achter beim Großen Preis von Aachen) oder den Deutschen Meister Felix Haßmann an, für den Münster ein Heimspiel ist. „Das Turnier ist etwas Besonderes. Es ist sehr familiär mit einer super Atmosphäre. Und sportlich immer eine Herausforderung“, sagt der 33-Jährige. Dieser stellt er sich, mit Cayenne will Haßmann im Großen Preis angreifen. „Wenn Felix vorgelegt hat, wissen die anderen Reiter, dass sie sich sputen müssen“, sagt Snoek über Haßmanns Tempohärte.

Gemächlicher geht es dagegen in der Dressur zu, die erstmals mit einem anderen Programm daherkommt. „Nach kleineren Diskussionen haben wir uns entschieden, nur die Große Tour anzubieten“, sagt Michael Klimke, beim TdS der Herr des Vierecks. 17 Paare gehen am Donnerstag in den Grand Prix, fünf von ihnen hängen die Kür sowie zwölf den Special bei der Dressur-Matinee am Sonntag an. Auch hier kommt es durch Terminkollisionen zu Absagen von Helen Langehanenberg und Dorothee Schneider, auch Isabell Werth fehlt aus privaten Gründen. „Sie hat aber für 2020 zugesagt. Und es heißt ja nicht, dass das Fest schlecht wird, nur weil nicht alle eingeladenen Gäste kommen“, so Klimke mit Blick auf die genannten Reiter wie Hubertus Schmidt, Christoph Koschel, den Spanier Juan Pablo Matute Guimon oder Nachwuchs-Europameisterin Jil Marielle Becks. „Die Mixtur passt.“ Und das trifft auch auf das Turnier der Sieger zu.

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