Reiten: Bundeschampionate in Warendorf
Viele Neuerungen haben sich bewährt

Neun Tage lang stand Warendorf wieder im Fokus der Reitsportszene; Publikum, Züchter und Besitzer mussten aufgrund der Coronabeschränkungen auf die Möglichkeit ausweichen, das Geschehen online zu verfolgen. Alle aber, die vor Ort waren, sahen hochklassigen Reitsport und Nachwuchspferde allerhöchster Güte.

Mittwoch, 09.09.2020, 17:37 Uhr
27. Bundeschampionate beim DOKR in Warendorf, Reiten, Reitsport, Panorama, Dressurplatz, Dressur, Sport-Feature, Reit-Feature
27. Bundeschampionate beim DOKR in Warendorf, Reiten, Reitsport, Panorama, Dressurplatz, Dressur, Sport-Feature, Reit-Feature Foto: Ulrich Schaper

Kreis Warendorf Insgesamt 20 würdige Bundeschampions in den Disziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit wurden gekürt. Redakteur Ulrich Schaper sprach mit Turnierleiter Markus Scharmann über die Veranstaltung, über Gutes und Verbesserungswürdiges und über das, was von dem neuen Turnierkonzept auch in Zukunft Bestand haben wird.

 

Herr Scharmann, wahrscheinlich konnte sich niemand so wirklich vorstellen, wie die Bundeschampionate 2020 aussehen würden. Im Nachhinein muss man sagen, dass die Platzanordnung, das Drumherum, die Aufbauten und die vielen kleinen Details dafür gesorgt haben, dass sich tatsächlich Championats-Atmosphäre eingestellt hat. Wie haben Sie die Tage auf dem Turnier erlebt?

Scharmann: Wir hatten definitiv Championats-Atmosphäre und eine Atmosphäre des besonderen sportlichen Wettbewerbs. Was ich mir zurückwünsche, das sind die Zuschauer, die Besitzer, die Züchter, die vor Ort sind, und die vielleicht noch ein bisschen mehr Salz in die Suppe bringen. Der gesellschaftliche Aspekt, der hat schon gefehlt, und da hoffe ich, dass wir das bei den Bundeschampionaten 2021 wieder erleben dürfen.

Im Vorfeld sah es so aus, als seien die Nennungen annäherend auf dem Niveau des Vorjahres. Hat sich das – trotz der coronabedingten Zulassungsbeschränkung – bewahrheitet?

Scharmann: Unterm Strich hatten wir 58 Pferde weniger als 2019. Damit können wir sehr zufrieden sein. Vor allen Dingen auch deshalb, weil die Pferde, die dann tatsächlich vor Ort waren wirklich sehr, sehr guten Sport gezeigt haben – egal ob bei den Reitpferden, in der Dressur, beim Springen oder in der Vielseitigkeit. Ich glaube, dass wir für das Jahr 2020 würdige Champions gefunden haben – trotz Corona.

Die Pferde, die dann tatsächlich vor Ort waren, haben wirklich sehr, sehr guten Sport gezeigt.

Markus Scharmann

Egal mit wem man auf der Anlage gesprochen hat – alle waren dankbar, dass das Turnier unter den veränderten Rahmenbedingungen stattfinden konnte. Haben Sie Feedback aus der Reitszene bekommen? Und wenn ja: Wie fiel das aus?

Scharmann: Wir haben überwiegend positives Feedback bekommen. Alle, die auf uns zugekommen sind, haben uns zurückgespiegelt, dass es die hundert Prozent richtige Entscheidung war, an der Durchführung der Championate festzuhalten. Im Nachhinein bin ich natürlich dankbar, dass alles so über die Bühne gegangen ist. Mein Team und die vielen Helfer haben vor und hinter den Kulissen wirklich einen bemerkenswerten Job gemacht – in der Vorbereitung und auch während des Turniers.

Gibt es Dinge, die Sie in diesem Jahr verändert haben, und von denen Sie sagen würden, dass man an diesen auch in Zukunft festhalten möchte?

Scharmann: Wir haben natürlich viele Rückmeldungen bekommen. Und daraus ergeben sich für uns viele Hausaufgaben – von denen einige leicht und andere wiederum schwer umzusetzen sind. Was beispielsweise den veränderten Stallbereich mit der Grasfläche und den nach außengerichteten Boxen angeht, so werden wir das ganz bestimmt beibehalten. Wir haben zeitnah Gespräche mit dem Eigentümer der Fläche, ob es möglich ist, dass wir das Areal sogar noch großzügiger gestalten.

Wie ist denn das Feedback hinsichtlich der Zeiteinteilung? In diesem Jahr wurde das Turnier ja entzerrt und an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden ausgetragen...

Scharmann: Es gibt durchaus Reiter, die sich wünschen, dass wir das beibehalten. Wir werden überprüfen, ob das möglich ist. Man ist aus den gewohnten Bahnen rausgerissen worden, hat neue Dinge gemacht, Erfahrungen gesammelt – und an vielen Stellen gemerkt: Das ist gar nicht so schlecht, mal was anderes auszuprobieren. Den Weg der Veränderung haben wir ja vor Corona schon begonnen, wir sind ja in einem ständigen Optimierungsprozess. Durch Corona haben sich aber auch wirtschaftliche Veränderungen ergeben, die wir bei den Planungen für 2021 berücksichtigen müssen.

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