Fußball: Freiwilliger Rückzug
SC Roland Beckum: Aus der Westfalenliga in die Kreisliga A

Kreis Warendorf -

Der SC Roland Beckum wird seine erste Mannschaft vom Spielbetrieb in der Westfalenliga zurückziehen und macht in der Kreisliga A einen Neuanfang. Am Geld liegt es nicht, heißt es beim SCR. Zwei andere Faktoren sind ausschlaggebend.

Donnerstag, 05.12.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 11:56 Uhr
Thomas Wittenberg, Vorsitzender des SC Roland, will zurück zu den Wurzeln.
Thomas Wittenberg, Vorsitzender des SC Roland, will zurück zu den Wurzeln. Foto: Jürgen Rollié

Seit mehr als zehn Jahren mischt der SC Roland im höherklassigen Fußball mit, zeitweise spielte der Club in der Oberliga – der fünfthöchsten Spielklasse Deutschlands. „Es waren tolle Zeiten, ein absolutes Erfolgserlebnis“, sagt Thomas Wittenberg , Vorsitzender des SCR. Dass er in der Vergangenheit spricht, hat gewichtige Gründe. Denn die Zeiten des großen Fußballs in Roland haben bald ein Ende.

Die Mannschaft um Trainer Robert Mainka wurde bereits am Dienstag informiert, die knapp 200 Mitglieder werden am heutigen Freitag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Details in Kenntnis gesetzt. Der SC Roland wird nach dieser Saison seine erste Mannschaft vom Spielbetrieb in der Westfalenliga zurückziehen.

Das Team wird dann als erster Absteiger feststehen und aufgelöst. Die Reserve, die bereits jetzt in der Kreisliga A spielt, verwandelt sich daraufhin in die erste Garde. „Es war eine tolle Zeit, aber wir handeln jetzt aus einer Position der Stärke heraus. Wir sind finanziell nach wie vor gut aufgestellt“, sagt Wittenberg. So sei dieser Schritt auch kein Schnellschuss, sondern die Folge eines Prozesses. „Im Vorstand gibt es bereits seit zwei Jahren die Überlegungen, wie es mit dem SC Roland weitergeht.“

Die Gründe für den Rückzug sind vielfältig. Am Geld liegt es laut Wittenberg nicht: „Der Verein könnte es weiterhin stemmen, will es aber nicht.“ So werde Förderer Olaf Hansen dem SCR weiterhin verbunden bleiben, auch das Unternehmen „Office People“ werde sich weiterhin als Sponsor engagieren.

Zwei Faktoren waren ausschlaggebend. Erstens: die geringen Zuschauerzahlen. Und zweitens, wohl noch schwerwiegender: Es ist dem Club in jüngerer Vergangenheit immer schwerer gefallen, Personen zu finden, die im organisatorischen Bereich ehrenamtlich mitanpacken.

Ab Sommer wird Roland also den Neuanfang in der Kreisliga A wagen. Perspektivisch will sich der Verein – der im kommenden Jahr einen neuen Kunstrasen erhält – in der Bezirksliga etablieren. Die Verantwortlichen um Wittenberg wollen damit zurück zu den Wurzeln. „Wir wollen die Leute aus dem Dorf wieder in unserem Verein haben“, sagt der Vorsitzende.

Manfred Westerbeck hat den SC Roland als Sportlicher Leiter über viele Jahre geprägt, der rasante Aufstieg bis in die Oberliga war auch sein Verdienst. „Das ist mein Lebenswerk“, sagt Westerbeck. Auch er wurde erst in dieser Woche davon in Kenntnis gesetzt, dass der SCR seine Zukunft nicht im höherklassigen Bereich sieht. „Ich wurde davon sehr überrascht und bin auch enttäuscht“, betont der 75-Jährige.

Dass die Entscheidung Westerbeck hart treffen würde, war dem Vorsitzenden Thomas Wittenberg im Vorfeld bewusst: „Es ist uns am schwersten gefallen, ihm diesen Schritt mitzuteilen. Er wird diese Entscheidung jetzt erstmal verdauen müssen.“ Nachvollziehen kann Westerbeck den Entschluss noch nicht: „Die abrupte Art kann ich nicht verstehen.“

Dass es für den Verein schwer ist, Personen zu finden, die sich engagieren, ist Westerbeck durchaus bewusst. Er schränkt jedoch ein: „Es sind vielleicht auch nicht die richtigen Leute angesprochen worden.“ Er selbst habe etwa bereits mit Co-Trainer Bernhard Venker gesprochen, sein Nachfolger zu werden. Für Manfred Westerbeck ist am 30. Juni 2020 Schluss.

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