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Entlastung für Turnierveranstalter: Reiterliche Vereinigung senkt Gebühren

Kreis Warendorf. -

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat zum 1. Januar 2020 eine finanzielle Entlastung von Turnierveranstaltern beschlossen. Die FN-Gebühren werden für diese halbiert, um sie nicht zu überlasten. Das soll querfinanziert werden durch die Aktiven.

Mittwoch, 18.12.2019, 18:00 Uhr
Auch die heimischen Reiter, wie hier auf dem Archivbild Reinhard Lütke-Harmann (RV Albersloh), werden künftig zusätzlich 52 Cent als Turniersport-Förderbeitrag pro Startplatzreservierung entrichten müssen.
Auch die heimischen Reiter, wie hier auf dem Archivbild Reinhard Lütke-Harmann (RV Albersloh), werden künftig zusätzlich 52 Cent als Turniersport-Förderbeitrag pro Startplatzreservierung entrichten müssen. Foto: René Penno

(fn-press). Mit der Neuerung verbunden sind nämlich auch eine Reduzierung der Züchterprämie und die Einführung eines Turniersport-Förderbeitrags in Höhe von 0,52 Euro (inkl. MwSt.) pro Startplatzreservierung für alle Turniere ab dem 28. Februar 2020.

FN will Turniervielfalt erhalten

„Wir werden immer häufiger damit konfrontiert, dass unsere Veranstalter angesichts steigender Kosten und der Konkurrenz mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Um sie nicht zu verlieren, haben wir beschlossen, die Gebühren für alle deutschen Turnierveranstalter, national wie international, zu reduzieren“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

„Das bedeutet, dass die Teilnahme am Turnier etwas teurer wird, da die Entlastung der Veranstalter gegenfinanziert werden muss. Da wir erhoffen, dass dadurch Zahl und Qualität der Turniere nicht nur erhalten bleiben, sondern sogar ansteigen, kommt sie letztlich vor allem den Aktiven zugute.“

Internationale deutsche Turniere stehen unter Druck

3500 Veranstaltungen in Deutschland stellen eine wichtige Säule im deutschen Turniersport dar. Die Gebühren, die die Veranstalter an ihren Dachverband abgeben müssen, sind in Deutschland deutlich höher als in anderen europäischen Ländern. Die Qualität von Wettbewerben im Ausland wird zugleich immer besser.

Insbesondere die großen internationalen Veranstalter in Deutschland haben immer mehr mit Wettbewerbsnachteilen gegenüber Veranstaltungen im Ausland zu kämpfen und befinden sich nach eigener Aussage in einer existenzbedrohenden Lage. Ähnlich ergeht es vielen ländlichen Turnierveranstaltern, die vor der Herausforderung stehen, ihre Turniere attraktiv und gleichzeitig kostendeckend zu gestalten. FN und Landesverbände haben deshalb beschlossen, die Gebühren für alle deutschen Turnierveranstalter zu senken. Gleichzeitig ist es das Ziel, den Einstieg in den Turniersport auch weiterhin bezahlbar zu machen.

Die Neuregelung im Detail: Olympia-Groschen entfällt

Nach jedem Turnier erhält der Veranstalter eine Rechnung von der FN mit verschiedenen Posten. Das wird auch weiterhin so sein. Gesenkt wird aber die bisherige FN-Grundgebühr. Der Leistungssport-Förderbeitrag, auch bekannt als Olympia-Groschen, wird ganz abgeschafft. Dies macht eine Reduzierung um insgesamt 55 Prozent aus, so die Deutsche Reiterliche Vereinigung . Die Züchterprämie wird um 36 Prozent gesenkt.

Die absolute Entlastung fällt für jedes Turnier unterschiedlich aus, da die Höhe der Gebühren in Relation zum Preisgeld ermittelt wird. Dieses ist beispielsweise bei internationalen Turnieren deutlich höher als bei kleinen, ländlichen Turnieren. In der Summe bedeutet die Entlastung eine Halbierung der FN-Gebühren, nicht jedoch der gesamten Rechnung. Denn die Inrechnung-Stellung von 50 Prozent der Einnahmen aus Nachnennungen bleibt unverändert. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um eine Veranstalter-Gebühr, sondern um eine Gebühr für Teilnehmer, die zu jeweils 50 Prozent an Veranstalter und FN zu entrichten ist. Der Veranstalter nimmt sie zunächst im Ganzen ein und zahlt der FN dann ihren Anteil nach dem Turnier aus.

Unverändert bleibt auch die Abrechnung der Landeskommission, die wie gehabt separat erfolgt. Diese Entlastung ist dennoch ein deutliches Signal an die Veranstalter: Die Kosten des Turniersports sollen noch mehr auf alle Schultern verteilt werden. Infolge der Halbierung der FN-Grundgebühr müssen rund 1,4 Millionen Euro refinanziert werden. Dies erfolgt zum einen durch eine Reduzierung der Züchterprämie um 36 Prozent. Auch soll die Registrierung für international startende Reiter und Pferde nun 22,50 statt 15 Euro pro Jahr kosten. Zudem wird ein Turniersport-Förderbeitrag von 0,52 Euro pro Startplatzreservierung für Turniere ab 28. Februar eingeführt.

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