Handball: Landesliga
VfL-Trainer Haßmann: „Schönheitspreise zählen nicht“

Sassenberg -

Der Sport trägt mitunter paradoxe Züge. In einer vorher als schwierig eingestuften Saison in der Landesliga haben die Handballerinnen des VfL Sassenberg eine überragende Bilanz. Von 15 Partien beendeten sie 13 siegreich. Und trotzdem: Herrschte bis vor kurzem an der Hessel noch eitel Sonnenschein, sind inzwischen dunkle Wolken aufgezogen.

Freitag, 21.02.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 17:24 Uhr
Schmerzhafter Ausfall: Aufgrund einer Fingerverletzung steht Eva Meinersmann dem VfL Sassenberg in der komplexen Situation noch sechs bis acht Wochen nicht zur Verfügung.
Schmerzhafter Ausfall: Aufgrund einer Fingerverletzung steht Eva Meinersmann dem VfL Sassenberg in der komplexen Situation noch sechs bis acht Wochen nicht zur Verfügung. Foto: Simon Brandt

Kein Wunder: Die Sassenbergerinnen verloren zuletzt zweimal in Folge. Bis dahin zogen sie als die Unbesiegbaren einsam ihre Kreise. Der Weg zur Verbandsliga schien vorgezeichnet, doch durch die Niederlagen hat das Team von Daniel Haßmann den Aufstieg nicht mehr in der eigenen Hand. Aufgrund des direkten Vergleichs hat die punktgleiche und seit zehn Partien siegreiche Ahlener SG nun die besseren Karten.

Wie schmerzhaft die im direkten Duell vor heimischem Publikum erlittene erste Saisonpleite für Sassenberg auch war, mit einer Pleite gegen den TuS Recke hatte wohl niemand gerechnet. Schließlich zierte das Punktekonto des Schlusslichts bis dahin nur ein einziger Zähler. Der VfL versagte aber im Kollektiv, und die perfekte Ausgangslage im Aufstiegsrennen war verspielt.

Die Entwicklung ruft unweigerlich Erinnerungen an die vergangene Serie wach, in der die lange souveränen Hesselstädterinnen zum Ende hin den Aufstieg verspielten. Hiobsbotschaften wie der Kreuzbandriss von Verena Haßmann hatten daran sicher großen Anteil. Auch aktuell macht das Verletzungspech vor Sassenberg nicht halt.

Schon vor einigen Wochen hatte sich Jennifer Bastiaan das Kreuzband gerissen. Obendrein verletzte sich Eva Meinersmann gegen die ASG am Finger und wird wohl sechs bis acht Wochen ausfallen. Ihre Abstinenz wiegt laut Haßmann schwer, ist sie doch eine absolute Schlüsselspielerin. Aber auch ohne Meinersmann muss Sassenberg schleunigst wieder in die Spur finden. Am besten schon im nächsten Spiel, mit einem Sieg in Greven. Denn verloren ist im Aufstiegsrennen noch gar nichts. Das glaubt auch Trainer Daniel Haßmann, der sich zu folgenden Fragen äußert:

 

Was ist in Recke schief gelaufen?

Haßmann: Einfacher zu beantworten, wäre die Frage, was richtig gelaufen ist. Denn außer, dass wir gut hin- und zurückgekommen sind, eigentlich nichts. Das war ganz klar eine Einstellungs- beziehungsweise Kopfsache. Das letzte Quäntchen Motivation hat gefehlt. Wir wollten es irgendwie über die Bühne bringen nach dem Motto:Wird schon reichen. Das hat nicht geklappt. Der Gegner hat sich reingebissen, wir haben viele Fehler gemacht. Hektik kam rein, wo wir sonst ruhig geblieben sind. Und ich habe es an dem Tag nicht geschafft, die Mannschaft auf Kurs zu bringen.

Haßmann: Einfacher zu beantworten, wäre die Frage, was richtig gelaufen ist. Denn außer, dass wir gut hin- und zurückgekommen sind, eigentlich nichts. Das war ganz klar eine Einstellungs- beziehungsweise Kopfsache. Das letzte Quäntchen Motivation hat gefehlt. Wir wollten es irgendwie über die Bühne bringen nach dem Motto:

Hatte die erste Saisonniederlage im Spitzenspiel gegen die ASG doch größere Auswirkungen als gedacht?

 

Haßmann: Ich möchte nicht ausschließen, dass es da einen Zusammenhang gibt. Wenn wir gegen Ahlen gewonnen hätten, wäre es in Recke anders gelaufen, da bin ich mir sicher. Die Mannschaft hatte die Niederlage bestimmt noch im Kopf.

Wie soll es zurück in die Erfolgsspur gehen?

Haßmann: Über Karneval hat die Mannschaft komplett frei. Sie soll feiern gehen und den Kopf frei bekommen. Ab Dienstag bereiten wir uns, hoffentlich nicht völlig verkatert, auf Greven vor. Wir müssen ein Spiel auch mal dreckig nach Hause bringen, wenn es nicht so läuft. Am Ende zählen Punkte und keine Schönheitspreise, die man gewinnen möchte.

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