Fußball: Oberliga Westfalen
Kommando zurück in Wiedenbrück: Tabellenführer will nun doch aufsteigen

Ahlen -

Bekanntlich ist nichts so alt wie die Nachricht von gestern. Der SC Wiedenbrück hat das erneut bestätigt. Weniger als zwei Wochen, nachdem der Tabellenführer der Oberliga Westfalen seinen Verzicht auf einen möglichen Aufstieg erklärt hat, vollzieht er die Rolle rückwärts. Die Ostwestfalen wollen doch in die Regionalliga.

Freitag, 20.03.2020, 14:47 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 17:16 Uhr
Sportlich haben sich RWA und der SC Wiedenbrück noch Anfang des Monats gegenübergestanden. Damals gewann der Tabellendritte aus Ahlen beim Spitzenreiter.
Sportlich haben sich RWA und der SC Wiedenbrück noch Anfang des Monats gegenübergestanden. Damals gewann der Tabellendritte aus Ahlen beim Spitzenreiter. Foto: Marc Kreisel

Noch am 9. März hatte der Vorstand des Vereins erklärt, beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV) keinen Antrag auf Zulassung zur Regionalliga für die Saison 2020/21 stellen zu wollen. Das hatte nicht nur bei den Spielern und Anhängern des Vereins für Verwunderung und Kritik gesorgt.

Verfolger hatten sich über ursprünglichen Verzicht gewundert

Selbst bei den möglicherweise davon profitierenden Verfolgern war man ein wenig erstaunt. Bei Rot-Weiß Ahlen , wo die Chancen auf den Aufstieg als derzeit Dritter durch den Verzicht massiv gestiegen wären, äußerte sich Joachim Krug: „Sportlich kann ich das, was Wiedenbrück macht, nicht nachvollziehen. Natürlich spielt man, um aufzusteigen“, hatte der Sportliche Leiter auf Nachfrage der WN gesagt.

Reviersport zitierte Mutlu Demir , den Trainer des Tabellenzweiten RSV Meinerzhagen, ähnlich: „Ich bin Sportler und versuche mich in die Lage der Trainer und Spieler zu versetzen. So eine Entscheidung zu treffen, wenn man auf dem Platz an der Sonne steht, ist denen bestimmt nicht leicht gefallen“, so Demir.

Wiedenbrücker wollten wegen des finanziellen Risikos verzichten

Als Grund für den Verzicht wurden von den Wiedenbrückern unter anderem zu schwache Zuschauerzahlen, ein erheblicher finanzieller Aufwand und das damit verbundene Risiko sowie die mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit im Vorstand genannt. „Trotz zahlreicher Anstrengungen hat die intensive Suche nach wirtschaftlichen Unterstützern sowie potenziellen Nachfolgern für die Besetzung von Vorstandsposten nicht den gewünschten Erfolg gezeigt“, hieß es in der Mitteilung.

Neue Unterstützer ändern die Situation

Offenbar hat das bei einigen Personen zu einem Umdenken geführt. Denn nun heißt es in der neuen Vereinsmeldung: „Nach der Bekanntgabe des Verzichts entwickelte sich eine Dynamik, die uns ebenso überrascht wie erfreut hat. Insbesondere erklärten sich namhafte Personen . . . bereit, in den Vorstand des SC Wiedenbrück einzutreten und Verantwortung für eine nachhaltige Perspektive des Vereins im höherklassigen Fußball zu übernehmen.“

Namen werden von Wiedenbrücker Seite nicht genannt. Klar ist aber, dass diese potenziellen Unterstützer den Verein eine Klasse höher sehen wollen. „Ausdrücklich wird von diesem Personenkreis gewünscht, dass der SC Wiedenbrück jetzt, wo die sportliche Ausgangssituation als Tabellenführer der Oberliga hervorragend ist, die formelle Voraussetzung für einen Aufstieg in die Regionalliga herstellt“, schreibt der Verein. Damit existiere eine „grundlegend andere Situation“ als vor dem 9. März.

Bisheriger Vorstand will den Weg freimachen

Der Vorstandsvorsitzende und jahrelange Hauptsponsor Burckhard Kramer sowie seine Mitstreiter Alexander und Christian Brentrup sowie Bernd Lübbert wollen nun einen geordneten Übergang ermöglichen und signalisieren, dem Verein auch danach in einem Beirat beiseite stehen zu wollen.

Wann es zu einer Neuordnung des Vorstands kommt, ist angesichts der Corona-Pandemie aber noch unklar. Eine rasche Mitgliederversammlung sei derzeit jedenfalls nicht möglich, so der SCW. „Sie ist aber auch nicht erforderlich, denn die Amtszeit der vier 2019 gewählten Vorstandsmitglieder reicht noch bis ins Jahr 2021.“ Die Namen der möglichen neuen Unterstützer sollen „zu gegebener Zeit“ veröffentlicht werden.

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