Reiten: Ehemaliger Springreiter erhält Meteor-Preis
Große Auszeichnung für Sönke Sönksen

Versmold/Warendorf. -

Sönke Sönksen aus Versmold, ehemaliger Springreiter und Honorartrainer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) in Warendorf, wird mit dem renommierten Meteor-Preis ausgezeichnet.

Das gab jetzt die Fördergemeinschaft Holsteiner Masters in Kiel bekannt.

Freitag, 27.03.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 16:16 Uhr
Auch mit 82 Jahren noch im Sulky unterwegs: Der ehemalige Olympia-Springreiter Sönke Sönksen aus Versmold, der mit dem Meteor-Preis ausgezeichnet wird.
Auch mit 82 Jahren noch im Sulky unterwegs: Der ehemalige Olympia-Springreiter Sönke Sönksen aus Versmold, der mit dem Meteor-Preis ausgezeichnet wird. Foto: Thomas Hartwig

Der Meteor-Preis, benannt nach dem legendären Holsteiner Olympia-Pferd Meteor von Fritz Thiedemann , gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen Pferdesport.

Sönke Sönksen, der in diesem Monat seinen 82. Geburtstag feierte, war einer der erfolgreichsten und beliebtesten Springreiter der 1970er-Jahre. Der im schleswig-holsteinischen Mellendorf geborene Landwirtssohn gewann 1975 bei den Europameisterschaften der Springreiter in München auf dem irischen Schimmel-Wallach Kwept Einzelbronze sowie mit dem deutschen Team Mannschaftsgold. Ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Montreal gab es für das Paar Silber mit der deutschen Equipe. 1978 gewannen Sönksen und Kwept auch die Deutsche Meisterschaft. Insgesamt ging er in 25 Nationenpreisen an den Start.

Schon in jungen Jahren gegen die internationale Elite

Schon als Jugendlicher ritt er höchst erfolgreich gegen internationale Spitzenreiter, was damals eine absolute Ausnahme war. Auf Pferden, die in der Woche ihre Arbeit auf dem elterlichen Hof verrichteten, ging er bereits mit elf Jahren beim CHIO in Aachen, dem wichtigsten und größten Reitturnier der Welt, an den Start. 1952 gewann er mit 14 Jahren in Aachen eine der Hauptprüfungen sowie den Großen Preis von Hamburg.

„Drei Tage mit der Eisenbahn brauchten wir damals, um mit den Pferden von Schleswig-Holstein nach Aachen zu kommen“, erinnert sich Sönksen an diese Zeit. Mit 17 Jahren begleitete er einen mehrwöchigen Schiffstransport von 30 Pferden nach Kolumbien und blieb anschließend fast ein Jahr. In den 1960er- und 1970er-Jahren ritt Sönksen für den Versmolder Fleischwaren-Unternehmer Werner Stockmeyer, der damals einer der engagiertesten Sponsoren im deutschen Springsport war.

Als Honorartrainer lange für das DOKR tätig

Nach Beendigung seiner eigenen reiterlichen Karriere war Sönke Sönksen als Honorartrainer unter anderem von 1992 bis 2001 auch für das DOKR in Warendorf tätig. Nahezu zahllos sind seine Einsätze als Equipe-Chef der deutschen Springreiter-Mannschaften bei Nationenpreisen in der ganzen Welt sowie als Richter bei internationalen Springturnieren. Mehr als 20 Jahre zeichnete er bei den Bundeschampionaten in der Emsstadt als Bereichsleiter für den reibungslosen Ablauf der Springprüfungen verantwortlich.

Noch immer sitzt Sönksen im Scully

2015 wurde Sönksen von der FN für seine Verdienste mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold sowie vom Westfälischen Reiterverein anlässlich des Turniers der Sieger vor dem Schloss in Münster mit dem renommierten „Friedensreiterpreis“ ausgezeichnet. Auch mit 82 Jahren frönt Sönksen immer noch einer „Pferde-Leidenschaft“. Denn fast täglich sitzt er im Sulky und trainiert auf dem Hof Schulze Althoff zwischen Warendorf und Milte seine Traber. Auch als Trainer und Ausbilder ist Sönksen, dem man zumindest sprachlich und aufgrund seines knochentrockenen Humors seine Holsteiner Heimat immer noch anmerkt, weiterhin gefragt.

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