Handball: Aktion des TV Friesen
Ein großes T V T zwischen Telgte und Mogadischu

Telgte -

Die Handballerinnen des TV Friesen Telgte sind kreativ: Sie haben ihre Challenge im Lockdown so angelegt, dass auf der Landkarte zwischen Telgte, Afrika und dem Nahen Osten ein großes T V T entsteht. Bei der gemeinsamen Aktion kommt auch noch Geld für einen guten Zweck zusammen.

Samstag, 06.02.2021, 05:00 Uhr
Pinar Yilmaz (l.) und Yvonne Strobel beteiligen sich auf dem Fahrrad an der Aktion des TV Friesen.
Pinar Yilmaz (l.) und Yvonne Strobel beteiligen sich auf dem Fahrrad an der Aktion des TV Friesen. Foto: privat

Um sich im Lockdown halbwegs fit zu halten und zumindest eine Art Teamgeist zu pflegen, lassen sich viele Mannschaften eine kleine Challenge einfallen. Sportliche Aufgaben erfüllen, individuell bestimmte Strecken laufen – so etwas halt. Das machen auch die Handballerinnen des TV Friesen Telgte. Sie sind dabei besonders kreativ.

Die Kreisliga-Truppe hat verschiedene Städte anvisiert, die jeweiligen Luftlinien zwischen diesen Punkten auf der Karte errechnet und absolviert die Distanzen jetzt in der Heimat. Verbindet man die Punkte, ergibt das auf der Landkarte zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten ein riesengroßes T V T – für Turnverein Telgte. Von den insgesamt gut 14 600 Kilometer hatten die Friesen-Damen bis Freitagmorgen rund 3500 Kilometer geschafft. Und sie machen das auch noch für einen guten Zweck.

Die Telgter Handballerinnen bewältigen ein großes T V T auf der Weltkarte, wenn man alle Distanzen zwischen den markierten Orten zusammenzählt.

Die Telgter Handballerinnen bewältigen ein großes T V T auf der Weltkarte, wenn man alle Distanzen zwischen den markierten Orten zusammenzählt. Foto: Jürgen Christ

„Bereits seit November haben wir kleinere Aufgaben für die Fitness erledigt“, sagt Trainer Henning Voß . Daraus ist die Idee eines Spiels entstanden: Reise nach Jerusalem. 3160 Kilometer Luftlinie sind es zwischen Telgte und Jerusalem. Diese Strecke legten die Telgterinnen zurück. Joggen, Radfahren und Spazierengehen – alle körperlichen Aktivitäten in der Freizeit, also außerhalb des normalen Alltags, waren erlaubt. Die Spielerinnen schickten Screenshots aus ihren Fitness-Apps mit den absolvierten Kilometern in die gemeinsame Whats­App-Gruppe. Die Ergebnisse wurden in einer Excel-Tabelle zusammengetragen.

Extrem hohe Motivation

„Start war am 16. Januar, und am 2. Februar hat die Mannschaft das Ziel bereits erreicht“, freut sich Voß und spricht von einer „extrem hohen Motivation von allen Teilnehmerinnen“. Es gab kleine Gutscheine für die Teammitglieder, die – eher zufällig – die Marken von 1000 Kilometer (Lea Kofoth), 2000 Kilometer (Maximiliane Bartsch) und 3000 Kilometer (Lisa Zimmermann) geknackt hatten. Die meisten Kilometer spulte Pia Schlenker ab. Der Coach lässt sich nicht lumpen und verspricht der Mannschaft eine Grillparty bei ihm zu Hause – wenn solche Feiern denn mal wieder möglich sind.

Pia Schlenker hat auf der ersten Etappe die meisten Kilometer zurückgelegt.

Pia Schlenker hat auf der ersten Etappe die meisten Kilometer zurückgelegt. Foto: privat

Weil die Challenge so gut ankam, haben die Telgterinnen sie ausgeweitet. Von Jerusalem nach Sofia, nach Tunis, in den Sudan, nach Saudi-Arabien, Somalia und Uganda. Das macht unterm Strich gut 14 600 Kilometer, die das Team nun abarbeiten wird. Zusätzlichen Anreiz bietet das Sponsoring zweier Unternehmen aus Telgte und Münster für diese Aktion. Das Geld komme in vollem Umfang der Jugendarbeit des TV Friesen zugute, betont Voß.

„Ziel ist es, mit Spaß ein gewisses Fitnesslevel und auch den mannschaftlichen Zusammenhalt aufrechtzuerhalten“, sagt der Trainer. Bei allem Ehrgeiz und allen Spielereien auf der Weltkarte fiebern Voß und die Spielerinnen nur einem Tag entgegen: Wenn sie wieder gemeinsam in der Halle trainieren dürfen.

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