Fußball: Kreisliga A
Ex-Ahlener Janis Kraus komplettiert Trainertrio beim SV Rinkerode

Rinkerode -

In Sendenhorst, vor allem aber auch in Ahlen dürfte er ein Begriff sein. Schließlich ist er in der Wersestadt nicht nur mittlerweile Richter, sondern hat vor rund zehn Jahren mal für LR Ahlen in der 2. und 3. Liga Fußball gespielt. Verletzungen haben Janis Kraus dann ausgebremst. Nun wagt er beim SV Rinkerode den Wiedereinstieg – als Trainer.

Mittwoch, 24.03.2021, 14:52 Uhr aktualisiert: 24.03.2021, 15:00 Uhr
Janis Kraus
Janis Kraus Foto: Marc Kreisel

Er hat Zweitliga-Luft geschnuppert, war in der 3. Liga und sogar im DFB-Pokal im Einsatz, kommt auf über 100 Oberliga-Spiele und ist ab sofort Coach beim A-Kreisligisten SV Rinkerode: Janis Kraus steigt ins Trainerteam der ersten Mannschaft ein und bildet mit Sven Kuschel und Jörg Raabe-Staljan, die seit dem Sommer in der Verantwortung stehen, nun ein gleichberechtigtes Trio.

Win-Win: Kraus wollte Trainer werden, Rinkerode suchte einen

„Er hat einen Einstieg ins Trainergeschäft gesucht“, sagt Burkhard Weber , der die Fußballabteilung beim SVR leitet. „Wir hatten recht gute Gespräche miteinander und haben ganz schnell gemerkt, dass wir so ein Know-how nicht gehen lassen dürfen und dass wir voneinander profitieren können.“ Der 31-Jährige habe „viel Erfahrung“ als Fußballer, sei total nett und auf dem Boden geblieben, ist Weber voll des Lobes.

Kuschel, Raabe-Staljan und Kraus bilden gleichberechtigtes Trio

Im Sommer will Kraus, der verheiratet ist, seit Anfang 2020 in Rinkerode wohnt und nach seinem Jurastudium zurzeit am Amtsgericht Ahlen als Richter arbeitet, die B-Lizenz erwerben. „Er kriegt bei uns die Möglichkeit, schon jetzt aktiv zu arbeiten, und wird gleichberechtigt mit eingespannt“, sagt Weber. Kuschel, Raabe-Staljan und Kraus hätten sich natürlich schon ausgetauscht. Perspektivisch sei es für alle Beteiligten „eine gute Sache. Wir erhoffen uns einen guten Schub und für unsere junge Truppe, dass er ihr einiges mitgeben kann“, sagt Weber.

Optimaler Einstieg direkt vor der Haustür

Für Kraus war schon länger klar, dass er nach seiner Laufbahn als Aktiver, die durch schwere Verletzungen erst unterbrochen und dann beendet wurde, etwas im Trainerbereich machen möchte. „Ich wollte erst mal den Jobeinstieg abwarten“, sagt er. Ende Februar kam schließlich der Kontakt zum SV Rinkerode zustande. „Dann ging alles relativ schnell. Für mich ist es für den Einstieg optimal – direkt vor der Haustür sozusagen“, sagt Kraus. Jugendtrainer war der 31-Jährige bereits. In seiner Zeit beim FC Gütersloh coachte er zusammen mit seinem Bruder Florian ein Jahr die D-Jugend.

Ex-Fußballer will endlich die B-Lizenz erwerben

Der Plan, die B-Lizenz zu machen, „steht eigentlich auch schon seit fast zehn Jahren. Durch die Verletzungen konnte ich nicht an den Lehrgängen teilnehmen. Der letzte ist Corona zum Opfer gefallen“, berichtet Kraus. Auf lange Sicht möchte er eigenverantwortlich eine Mannschaft trainieren. „Das ist schon grundsätzlich mein Gedanke – wo dann auch immer.“ Er kann sich auch eine Zusammenarbeit mit seinem Bruder Florian vorstellen, der seit 2017 Coach des A-Kreisligisten SG Sendenhorst ist. „Das will ich gar nicht ausschließen.“

Erstmals bei der SG Sendenhorst die Schuhe geschnürt

In der Jugend der SG Sendenhorst hatte Janis Kraus erstmals seine Fußballschuhe geschnürt. „Ich habe dort als kleiner Junge angefangen zu spielen“, blickt er zurück. Als C-Jugendlicher wechselte er zu LR Ahlen. In der A-Jugend-Bundesliga absolvierte er in zwei Saisons 48 Spiele. Nach seiner Zeit in der U19 spielte Kraus zunächst in der zweiten Mannschaft, trainierte aber zwischendurch schon bei der ersten mit. „Ich habe in meinen ersten beiden Seniorenjahren die eine oder andere Erfahrung auf der Bank mitnehmen dürfen“, sagt er.

Ein Zweitliga-Spiel, vier Drittliga-Einsätze und Erfahrungen im DFB-Pokal

Im Mai 2010 bestritt der damals 20-Jährige sein erstes und auch einziges Zweitliga-Spiel. In der Partie von RW Ahlen bei Energie Cottbus (1:4) wurde er zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Da stand der Abstieg bereits fest. In der folgenden Saison kam Kraus viermal in der 3. Liga zum Einsatz – und im DFB-Pokal.

Der ehemalige Mittelfeldspieler muss sich nun wieder akklimatisieren. „Ich bin jetzt dreieinhalb Jahre raus gewesen und habe mich daran gewöhnt, nicht mehr sonntags loszumüssen und unter der Woche Termine zu haben. Ich muss erst mal wieder reinkommen.“ In Corona-Zeiten sollte das kein großes Problem sein.

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