Fußball: Bezirksliga
Vorwärts Epe verzichtet auf Relegation

Epe -

Die Nachricht klingt wie ein echter „Hammer“, überraschend kommt sie indes nicht. Nachdem Bezirksliga-Meister DJK Eintracht Coesfeld seinen Rückzug in die Kreisliga A angekündigt hatte, erhielt Vorwärts Epe als Nachrücker die Chance, an der Aufstiegsrelegation teilzunehmen. Die Verantwortlichen haben ihre Entscheidung sorgfältig abgewogen und kamen zu einem einstimmigen Beschluss.

Montag, 27.05.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 18:28 Uhr
Umut Berke (li.) schloss die Saison mit Vorwärts Epe mit einem 3:1-Sieg gegen den TuS Wüllen ab. Nachdem der Club erklärt hat, auf die Aufstiegsrelegation zu verzichten, werden die Eperaner auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga auf Torejagd gehen.
Umut Berke (li.) schloss die Saison mit Vorwärts Epe mit einem 3:1-Sieg gegen den TuS Wüllen ab. Nachdem der Club erklärt hat, auf die Aufstiegsrelegation zu verzichten, werden die Eperaner auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga auf Torejagd gehen. Foto: Angelika Hoof

Es war schon ein skurriles Szenario, das sich in der Fußball-Bezirksliga 11, sportliche Heimat der beiden Eper Vereine Vorwärts und FC, vor dem letzten Saisonspieltag auftat. Vorwärts landete im Finale einen 3:1-Sieg gegen den TuS Wüllen und beendete die Serie als Tabellendritter. In einer Aufstiegsrunde könnte der Club vom Wolbertshof den Sprung in die Landesliga noch bewerkstelligen, doch „zusammen mit Mannschaft und Vorstand haben wir uns gegen die Relegation entschieden“, sagt Trainer Dirk Bültbrun. Es folgen Antworten auf wichtige Fragen.

►  Warum hat Vorwärts die Chance bekommen aufzusteigen?

Im Prinzip war es ein offenes Geheimnis, dass Spitzenreiter DJK Eintracht Coesfeld sein Aufstiegsrecht im Fall der Meisterschaft nicht wahrnehmen und auch auf eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde der Bezirksliga-Zweiten verzichten würde. Der Club hatte zuvor schon signalisiert, den Gürtel finanziell enger schnallen zu müssen. Nur eine Frage stand im Raum: Wann werden die Coesfelder die Katze aus dem Sack lassen? Sie erklärten sich am späten Samstagabend gegenüber der Öffentlichkeit, indem sie ihren Rückzug aus der Bezirksliga vermeldeten. Wegen des Verzichts geht das Aufstiegsrecht an RW Deuten über, während Vorwärts Epe als Tabellendritter in die Relegationsrunde mit den elf Bezirksliga-Zweiten nachrückt.

►  Warum verzichtet Vorwärts auf die Aufstiegschance?

Verantwortliche, Trainer und Mannschaft waren sich im Prinzip einig, dass ein Aufstieg durch die Hintertür für die junge Mannschaft zu früh käme. „Das würde wenig Sinn machen. Man sieht ja auch, dass in den vergangenen Jahren viele Aufsteiger sofort wieder runtergekommen sind“, sagt Vorwärts-Geschäftsführer André Bügener und ergänzt: „Wir hätten nach einer Aufstiegsrunde wenig Zeit, den Kader an die neuen Herausforderungen anzupassen.“ Ähnlich sieht es Bültbrun: „Wir sind offiziell Dritter und haben uns sportlich nicht für die Entscheidungsspiele qualifiziert“, weist der Trainer zu Recht darauf hin, dass die Bezirksliga 11 in der gerade beendeten Saison eine Drei- oder gar Vierklassengesellschaft war. Vorneweg marschierten mit Eintracht Coesfeld und RW Deuten die beiden Ausnahmemannschaften, dahinter folgten mit Vorwärts, TuS Haltern II und der TSG Dülmen ein Dreigestirn, das sich zwar im Dunstkreis der Topteams befand, das bei realistischer Einschätzung aber nicht dazu in der Lage war, den Platzhirschen das Revier streitig zu machen. Schließlich folgte noch das breite Mittelfeld, das nahtlos in den Kreis der Abstiegsanwärter mündete. Nicht zuletzt wegen dieser Bestandsaufnahme kommt Bültbrun zu dem Schluss, dass „für eine gezielte und sukzessive Weiterentwicklung unserer U-23-Mannschaft die Bezirksliga genau die richtige Umgebung ist.“

►  Wird jetzt der Tabellenvierte TuS Haltern II an der Aufstiegsrelegation teilnehmen?

Vermutlich ja. Obwohl die Spielordnung des Westdeutschen Fußball-Verbandes ausdrücklich vorschreibt, dass im Falle eines Verzichts der erstplatzierten Mannschaften das Aufstiegsrecht bis maximal auf den Tabellendritten übertragen werden kann. Dass Halterns Reserve als Vierter plötzlich ins Spiel kommt, hängt damit zusammen, dass Eintracht Coesfeld seinen Rückzug vor dem letzten Saisonspiel bekanntgegeben hat. Coesfeld war damit erster Absteiger, sodass die drei folgenden Clubs RW Deuten, Vorwärts Epe und TuS Haltern für den Aufstieg nachrückten. Hätten sich die Coesfelder erst nach Saisonende erklärt, wäre der Fußballverband in die Bredouille geraten.

►  Gab es in den anderen Bezirksliga-Staffeln ähnlich gelagerte Fälle?

Ja. In Staffel 12 zog der SV Burgsteinfurt in Erwägung, auf die Teilnahme an einer Aufstiegsrelegation verzichten zu wollen. Seit Sonntag steht der Club als Vizemeister fest. Offensichtlich hat ein Umdenken stattgefunden. Die Mannschaft wird antreten und trifft in der zweiten Runde auf den FC Nordkirchen, Vizemeister der Staffel 8.

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