Fußball: Kreisliga A1
Bringt Oeding für Fortuna die Wende?

Gronau -

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es jetzt her, als Orhan Boga eine vage Hoffnung äußerte: „Die ersten zwei Schritte sind getan, es könnte ein goldener Oktober werden.“ Und es wurde ein besonders erfolgreicher Monat für den A-Ligisten Fortuna Gronau.

Freitag, 18.10.2019, 18:00 Uhr
Warm anziehen muss sich momentan Orhan Boga mit Fortuna Gronau. Wird jetzt nicht geliefert, droht ein ungemütlicher Herbst.
Warm anziehen muss sich momentan Orhan Boga mit Fortuna Gronau. Wird jetzt nicht geliefert, droht ein ungemütlicher Herbst. Foto: Angelika Hoof

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es jetzt her, als Orhan Boga eine vage Hoffnung äußerte: „Die ersten zwei Schritte sind getan, es könnte ein goldener Oktober werden.“

Und es wurde ein besonders erfolgreicher Monat für den A-Ligisten. Fortuna Gronau hatte da gerade eben mit 3:0 den SC Südlohn besiegt und nach einer 8:1-Abreibung für den FC Ottenstein den zweiten Dreier nacheinander hingelegt. Es folgten sogar noch drei weitere Siege, ein Unentschieden und 13 Treffer bis in den November hinein.

Die Gegenwart sieht bei den Blau-Schwarzen unterdessen komplett anders aus – eher nach einem rabenschwarzen Oktober. Denn statt 3:0 anno 2018 hieß es am vergangenen Wochenende 0:3 in Ellewick.

Wehe, die Achse bricht

Drei Meisterschaftspartien in Serie hat Fortuna in diesem Monat nicht gewonnen. Im Pokal sind die Gronauer zu Hause ebenfalls gescheitert. In den letzten vier Pflichtspielen kassierte der A-Ligist von der Laubstiege sogar 13 Gegentore. Wohlgemerkt, wir sprechen von der zweitbesten Defensive 2018/19.

Orhan, wie ist die aktuelle Situation am ehesten zu erklären?

Orhan Boga: Wir haben gedacht, die Mischung des Kaders aus routinierten Spielern und den jungen Wilden, die immer mehr nachrücken, würde passen. Stattdessen zeigt sich jetzt: Erreicht unsere wichtige Achse nicht Normalform oder fallen wichtige Spieler daraus aus, funktioniert es nicht.

Kreativität hat man – oder eben nicht. Uns fehlen bisweilen die genialen Momente.

Orhan Boga

Wen zählst du dazu?

Boga: Torben Rattelsdorfer ist in der Defensive unverzichtbar. Dann ein Timo Setzpfand, immerhin auch schon 30 Jahre alt, oder Thorsten Höing. Unser Kapitän Mariano Veld, mein Trainerkollege Alexander Buning und vorne natürlich Marcel Bösel. Wenn alles passt, wenn ein Rad ins andere greift, dann sind andererseits aber auch Ergebnisse wie das 3:2 gegen den SV Heek möglich.

Trotzdem: Du sprachst vor dem Saisonstart von einem noch stärkeren Kader.

Boga: Das stimmt. Der Meinung bin ich weiterhin. Wir hatten – bis zur aktuellen Situation jedenfalls – sogar kaum Ausfälle und einen besonders breiten Kader. Aber ein Spieler fehlt trotzdem an allen Ecken und Enden: Teglat Chabou, unser Langzeitausfall. Unser Topscorer und exzellenter Vorbereiter. Du kannst viele Dinge trainieren, intensiv einstudieren. Aber Kreativität hat man – oder eben nicht. Da fehlen uns bisweilen geniale Momente. Wir haben die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass Teglat nach seinen gesundheitlichen Problemen ein Comeback schafft. Vielleicht wird das ja unser aller Weihnachtsgeschenk. Ganz besonders Teglats eigenes.

Viele Köche verderben den Brei?

Marcel Bösel, der bei acht Toren steht nach 27 Treffern 2018/19, scheint als Goalgetter besonders darunter zu leiden?

Boga: Ganz ehrlich: Marcel ist meist die ärmste Sau vorne drin. Natürlich vergibt auch er Chancen. Nur eben nicht er alleine. Die Partie in Ellewick ist ein gutes Beispiel: Beim ASV haben wir drei sehr gute Möglichkeiten ausgelassen. Hinten rutschen drei Leute beim Abwehrversuch aus. Und auf einmal führt der Gegner. Wir müssen vorne auch die Buden machen.

Aber wenn der Kader so groß ist: Gilt dann statt Konkurrenz, die das Geschäft belebt, eher: Viele Köche verderben den Brei?

Boga: Da steckt ein richtiger Gedanke dahinter, da gebe ich dir recht. Und wir haben bereits darauf reagiert, denn in den ersten Wochen hat dadurch auch die Qualität des Trainings gelitten, so ehrlich muss man das analysieren. Wir hatten gehofft, dass dieser riesige Konkurrenzkampf mehr positive Aspekte mit sich bringt. Dieser Effekt ist ausgeblieben.

Liegst du dann als Trainer auch schneller mit so mancher Personalie falsch?

Boga: So weit würde ich nicht gehen. Aber richtig ist: Natürlich stellen Alexander und ich nach Eindrücken aus dem Training auf und wollen auch dem einen oder anderen Spieler eine Bewährungschance geben.

Der Ton wird ernster

Hinten habt ihr unterdessen auffällig viele Gegentore kassiert.

Boga: Ich finde, das muss relativiert werden. Tore aus dem Spiel heraus erzielen unsere Gegner nach wie vor wenige. Meist profitieren sie von unseren Fehlern, die wir abstellen müssen. Und dann kommt hinzu: Viele Spiele waren oft eng. Wenn du dann alles auf eine Karte setzt, und es nicht klappt, du dir stattdessen noch ein, zwei Treffer fängst – das passiert. Aber ich bin auch nicht der Trainer, der bei einem 0:1 in Ellewick nur auf Schadensbegrenzung aus ist. Solange etwas möglich scheint, versuchen wir das auch.

Ihr spielt jetzt gegen Oeding, dann folgen drei Partien allesamt gegen Kellerkinder der A-Liga. Ist die Partie gegen den FC jetzt richtungsweisend?

Boga: Absolut. Ich will noch nicht von einer Krise sprechen. Die Saison ist noch lang. Aber wir brauchen nun definitiv eine Trendwende. Der Mannschaft wird das selbst immer deutlicher bewusst. Das trägt sie auch nach außen. Alle konzentrieren sich aktuell wirklich nur aufs nächste Spiel. Trotz mieser Lage und bescheidenen Wetters ist die Trainingsbeteiligung unverändert hoch. Die Stimmung ist nicht schlecht, sondern fokussiert. Und Gespräche in der Kabine werden nun ernster geführt. Alle wollen die Wende am Sonntag.

Vor dem Anpfiff

Dieses Mal sieht die Personalsituation beim A-Ligisten Fortuna Gronau vor der Partie am Sonntag gegen FC Oeding (15 Uhr) alles andere als rosig aus. Denn Torben Rattelsdorfer und Steven Schlief sind angeschlagen, Timo Setzpfand fällt definitiv aus. Hatem Piso befindet sich außerdem im Urlaub. Und auch Spielertrainer Alexander Buning muss gegen den FC Oeding wegen einer angebrochenen Nase passen.

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