Fußball: Kreisliga B 1
Rot-Weiß Nienborg bekommt Strafe für verbale Fan-Entgleisung aufgebrummt

Nienborg/Kreis -

Die auch im Fußballkreis Ahaus-Coesfeld auf den Sportanlagen festzustellende, zunehmende verbale Gewalt gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern bestätigt sich inzwischen noch einmal durch ein Urteil des Verbandssportgerichtes. Dies wird in dieser Woche bei allen Kreisligavereinen für Aufmerksamkeit sorgen.

Mittwoch, 06.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 15:48 Uhr
Fitim Osmani (l.) gelang bei für die SG Gronau bei Rot-Weiß Nienborg Ende September das zwischenzeitliche wie sehenswerte 2:0. Die Partie hatte vor dem Verbandssportgericht ein Nachspiel, da einige RW-Fans verbal offenbar nicht an sich halten konnten.
Fitim Osmani (l.) gelang bei für die SG Gronau bei Rot-Weiß Nienborg Ende September das zwischenzeitliche wie sehenswerte 2:0. Die Partie hatte vor dem Verbandssportgericht ein Nachspiel, da einige RW-Fans verbal offenbar nicht an sich halten konnten. Foto: Angelika Hoof

Das Meisterschaftsspiel in der Kreisliga B 1 zwischen Rot-Weiß Nienborg und der SG Gronau vom 29. September sei hektisch und voller Emotionen gewesen, heißt es in einer Presseinformation des Fußballkreises: „Herabwürdigende und diskriminierende Zuschaueräußerungen, deren Ursache nach Auffassung des Gastgebers auch durch das Verhalten des Gegners begünstigt wurde, veranlassten den Schiedsrichter zu einem Sonderbericht.“ Darüber befand am vergangenen Montag das zuständige Verbandssportgericht durch einen Einzelrichterentscheid. Auf 1250 Euro wurde die Geldstrafe gegen RWN festgesetzt, die Vollstreckung wurde in Höhe von 250 Euro zur Bewährung ausgesetzt.

Die teilweise erfolgte Strafaussetzung war eine Folge der guten Mitarbeit des angeklagten Vereins RW Nienborg , der die Geschehnisse unumwunden zugab und zur Aufklärung auch im Wesentlichen beitrug. Der Einzelrichter stellte bei der Begründung des Urteils die bisherige Unbescholtenheit des Vereins heraus, ließ aber auch andererseits überhaupt keinen Zweifel daran, dass diese Art von Zuschaueräußerungen auf Fußballplätzen des Verbandes nicht geduldet wird.

Distanzierung und Prävention

Strafmildernd – letztendlich sind die zu zahlenden 1000 Euro die Mindeststrafe – wirkte sich ebenfalls aus, dass die Verantwortlichen des Vereins sich einerseits von dem Verhalten einzelner Zuschauer entschieden distanzierten, andererseits aber auch eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen einleiten, um einen Wandel und ein Umdenken bei den Fans herbeizuführen.

RW Nienborg ließ seinen Statements Taten folgen und hat seine aktiven und passiven Vereinsmitglieder zu einer aufklärenden Informationsveranstaltung neben Plakaten und Handzettel, die sich gegen verbale Gewalt richten und bei Heimspielen verteilt werden, eingeladen. Dieser Umstand führte dann auch wohl dazu, dass dem Verein ein im Bereich des Möglichen liegender Punktabzug erspart blieb.

Harte Linie

Der Vorstand des Fußballkreises Ahaus-Coesfeld begrüßt die Initiativen des Vereins und sagte beratende Unterstützung zu bei den Bemühungen um Veränderungen und im Kampf für die Eindämmung der verbalen Gewalt. Das notwendige Einlenken soll ja nicht nur dazu führen, den Widerruf der Bewährung zu vermeiden. Es gilt in erster Linie, dass bestimmte Zuschauergruppen und Fans zu einem fairen Verhalten gegenüber Schiedsrichtern und gegnerischen Spielern angehalten werden.

Insbesondere hoffen die Verantwortlichen des Kreises auch, dass die richtungsweisende Entscheidung des Einzelrichters in diesem Sportrechtsfall einen positiven Effekt auf den Kampf gegen die Gewalt auf den Sportplätzen hat. „Ein stärkeres Einlenken durch aktive Maßnahmen gegen diskriminierende Zuschaueraktivitäten und ein Ernstnehmen der Appelle des FLVW und des Fußballkreises ist zwingend für unsere Vereine“, war vom Kreisvorsitzenden Willy Westphal zu hören. Denn der Kreisvorstand hält an seinem Beschluss, Einträge in den Spielberichten über ungebührliches Zuschauerverhalten dem Sportgericht vorzulegen, fest.

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