Fußball: Landesliga 4
Joshua Kelle vom VfL Senden ist viel zu jung für die Fußball-Rente

Senden -

Er hat Schmerzen an wechselnden Körperpartien, die Ärzte wissen nichts Genaues. Joshua Kelle pausiert auf unbestimmte Zeit. Dem 22-Jährigen vom VfL Senden droht die Fußball-Rente.

Samstag, 29.04.2017, 09:04 Uhr

Kein Arzt weiß, was genau los ist. Zum letzten Mal hat Joshua Kelle Anfang März für den VfL Senden gespielt.
Kein Arzt weiß, was genau los ist. Zum letzten Mal hat Joshua Kelle Anfang März für den VfL Senden gespielt. Foto: rau

Eigentlich könnte es für Joshua Kelle so schön sein. Der Landesliga-Fußballer vom VfL Senden lebt (s)einen Amateurfußballer-Traum: Er wohnt nur einen Steinwurf vom Sportplatz entfernt, hat nie für einen anderen Verein als den VfL gespielt und ist oftmals Bestandteil der Startelf. Doch nun machen ihm anhaltende Verletzungsprobleme einen Strich durch die Rechnung.

Wenn Kelle sich in diesen Tagen auf den kurzen Weg zum Sportplatz macht, dann blutet ihm das Herz. „Es ist schon ein bitteres Gefühl, wenn man weiß, dass man zum Zuschauen verdammt ist“, sagt Kelle. Hinter dem Auszubildenden zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel, der kurz vor seiner Prüfung steht, liegen Monate einer wahren Verletzungsodyssee. „So bitter wie das klingt, aber ich weiß nicht, wann ich zuletzt nach einem Training oder Spiel schmerzfrei war“, so der gerade mal 22-Jährige.

Seit ich denken kann, spiele ich Fußball. Da fällt ein solcher Schritt nicht leicht.

Joshua Kelle

Wo genau das Problem bei ihm liegt, kann Kelle nicht sagen. „Komischerweise habe ich nicht nur an einer bestimmte Stelle Schmerzen , sondern die Probleme verteilen sich in schöner Regelmäßigkeit über meinen ganzen Körper“, konstatiert der Bayern-Fan. „Verlassen“ konnte sich Kelle bislang immer nur auf seine andauernden Rückenprobleme, zuletzt machten ihm die Adduktoren zu schaffen. „Ich habe schon so einige Ärzte und Orthopäden aufgesucht, doch keiner kann mir Genaueres sagen“, stellt er enttäuscht fest.

Zuletzt auf dem Platz stand Kelle am 5. März, als der VfL zu Hause mit 1:0 gegen den Tabellenzweiten SV Mesum gewann. Er hielt 90 Minuten durch. Um dies zu gewährleisten, musste er in der Vergangenheit des Öfteren die eine oder andere Trainingseinheit aussetzen. Häufig lief Kelle auch mit Schmerzmitteln auf. „Auf Dauer ist das natürlich kein Zustand. Das habe ich erkannt“, so der Ur-Sendener. Nach seinem letzten Arztbesuch hat er sich auf Anraten des Experten dazu entschlossen, die Fußballschuhe erstmal auf unbestimmte Zeit an den Nagel zu hängen. „Seit ich denken kann, spiele ich Fußball . Da fällt ein solcher Schritt nicht leicht. Aber meine Gesundheit hat absolute Priorität.“

Ich habe noch Hoffnung, dass es besser wird.

Joshua Kelle

Nicht ganz spurlos geht Kelles Verletzungsschicksal auch an VfL-Trainer Rainer Leifken vorbei. „Joshua hat in dieser Landesliga-Saison häufiger gespielt als in unserer Aufstiegssaison. Er hat noch mal einen ordentlich Sprung nach vorne gemacht. Zu 95 Prozent war er auf der rechten Seite in der Startelf. Umso enttäuschender ist es, dass ein Spieler, der auf einem richtig guten Weg war, durch Verletzungen zurückgeworfen wird“, sagt Leifken.

Von einem „definitiven Karriereende“ möchte Kelle nichts wissen. „Ich habe noch Hoffnung, dass es in Zukunft besser wird und ich auf dem Platz noch mal voll angreifen kann“, sagt er. Für die „Fußballer-Rente“ ist er definitiv auch noch viel zu jung.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4796607?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35339%2F4846181%2F4896960%2F
Gastwirt in Rheine kocht 500 Jahre alte Menüs nach
Gastronom Alfons Lorenbeck präsentiert zwei Menüs, die Neugierde auf das Kirchenjubiläum 500 Jahre St. Dionysius wecken: geschmorte Rinderbacke mit dicken weißen Bohnen (l.) und Ochsenzunge in Meerrettichrahm mit Pastinakenplätzchen (r.).
Nachrichten-Ticker